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Kreis Freudenstadt Coronavirus: Desinfektionsmittel wird knapp

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Auch Mundschutz-Masken stehen derzeit hoch im Kurs. Foto: Georg Wendt/dp

Kreis Freudenstadt - Der Landkreis sieht sich gut auf den Corona-Virus vorbereitet. Derweil wird es in den Apotheken in Freudenstadt schwierig bis unmöglich, Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken zu bekommen.

Mehr zur Ausbreitung des Virus in der Region gibt es in unserem Blog.

Die Hersteller kämen kaum mehr mit der Produktion nach, heißt es. Wann die Vorräte wieder aufgefüllt sind, ist daher unsicher. Mittlerweile gibt es eine Apotheke, die selbst Desinfektionsmittel aus alkoholischen Lösungen herstellen will.

Im Landratsamt verweist man auf die Pläne, die nach SARS in den frühen 2000er-Jahren entworfen wurden. Sie seien mit dem Katastrophenschutz landesweit abgestimmt, so die Pressesprecherin Sabine Eisele im Gespräch mit unserer Zeitung.

Darin sei auch der Umgang mit einem Verdachtsfall vorgeschrieben. Im Krankenhaus gebe es zwei Zimmer mit Schleusenfunktion, im Prinzip gebe es aber Richtlinien vom Robert-Koch-Institut (RKI), wie in normalen Zimmern bei der Isolation von Patienten vorzugehen sei.

Das Krankenhaus verfüge über sechs Beatmungsgeräte. Sollte bei Erkrankten aber die Lunge zu stark angegriffen sein, werden diese an Zentren weitergeleitet, wo eine sogenannte Lungenersatztherapie angeboten wird.

Auch Grippe geht um

Axel Schneider, der Leiter des Gesundheitsamts Freudenstadt, sei am Donnerstag in der Landeshauptstadt gewesen und dort zum Corona-Virus gebrieft worden. Noch am Donnerstagabend wolle er Ärzteschaft und die Klinik darüber informieren, so Eisele.

Sie verwies aber auch auf die Gefahren der herkömmlichen Grippe. Es gebe mit 93 fast doppelt so viele gemeldete Influenza-Erkrankte wie zum selben Zeitraum im Vorjahr. Damals waren es 52 Grippe-Fälle. Das Gesundheitsamt rate zu Influenza-Impfungen.

Viele Eigenschaften des Corona-Virus sind laut Gesundheitsamtsleiter Axel Schneider noch nicht bekannt, heißt es auf der Internetseite des Landratsamts.

Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zur Erkrankung, erstrecke sich auf bis zu 14 Tage. Es handle sich um eine Infektion der unteren Atemwege, die mit Fieber einhergehen könne. Die Verläufe können leicht aber auch schwer ausfallen.

Die Krankheitszeichen ähneln denen einer Influenza und die klinische Unterscheidung ist nicht leicht. Für die Labordiagnostik muss ein Rachenabstrich gewonnen werden. Umliegende Laboratorien könnten den Virus mittlerweile identifizieren.

Schneider erklärt, dass man von einem begründeten Verdacht auf Coronavirus nach der aktuellen Definition des RKI nur spricht, wenn neben einer akuten Infektion der unteren Atemwege zusätzlich bis maximal 14 Tage vor Erkrankung entweder Kontakt bestand zu einer am Corona-Virus erkrankten Person oder ein Aufenthalt im Risikogebiet in China oder Italien stattgefunden hat. Daraus lasse sich entnehmen, wie unwahrscheinlich eine Erkrankung mit dem Corona-Virus in der Region sei.

Bei einem Verdacht rät das Gesundheitsamt den Betroffenen zunächst den Hausarzt telefonisch zu kontaktieren, um die weitere Abklärung zu besprechen. Die Klinik in Freudenstadt sei für den Ernstfall ausgerüstet. Sofern die betroffene Person nicht schwer erkrankt ist, könne sie in häuslicher Quarantäne bis zum Erhalt des Laborergebnisses verbleiben. Auch für den Fall, dass Betroffene direkt ins Krankenhaus gingen, sollten sich diese telefonisch vorab anmelden, betonte Eisele.

Termine abgesagt

Auch die Unternehmen in Freudenstadt und der Umgebung bekommen den Virus zu spüren. Die Versorgung mit Material aus Asien ist schwierig geworden, da dort ganze Produktionen eingestellt waren. Zudem sagen Firmen größere Veranstaltungen ab. So hat die Arburg-Geschäftsleitung entschieden, die internationalen Technologie-Tage vom 11. bis 14. März in Loßburg abzusagen. Die geplante internationale Kundenveranstaltung zur Eröffnung des Schulungscenters am 10. März wird ebenfalls abgesagt. Auch Fischer aus Waldachtal hat die Teilnahme an einer Messe in Köln abgesagt.

Bei einer Infektion mit dem Corona-Virus zeigen sich meist Symptome wie bei einer Erkältung, zum Beispiel Fieber und Husten. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für den Test auf den Corona-Virus bei begründeten Verdachtsfällen. Anspruch auf den Test haben Risikogruppen wie Personen, die Kontakt zu einer infizierten Person hatten oder sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben, so die Barmer-Krankenkasse.

Die Menschen könnten bereits einiges tun, um sich zu schützen. Dazu gehöre eine gute Händehygiene sowie die Einhaltung der Husten- und Nies-Etikette – entweder in ein Einmaltaschentuch, das dann weggeworfen wird, oder zur Not in die Armbeuge, nicht aber in die Handfläche. Abstand zu anderen Menschen wird ebenfalls empfohlen.

Wer in Kontakt zu einem Verdachtsfall stehe, solle – wie auch bei Grippe- oder Erkältungspatienten möglichst ein bis zwei Meter Sicherheitsabstand – halten. Dies gelte umso mehr, solange nicht klar sei, ob die betreffende Person tatsächlich das Corona-Virus habe. Die Barmer-Krankenkasse hat eine kostenlose Hotline mit Experten unter Telefon 0800/ 848 41 11 eingerichtet.

Wie die Diözese Rottenburg-Stuttgart mitteilt, soll bis auf Weiteres in den Gottesdiensten auf das gegenseitige Händereichen als Friedensgruß verzichtet werden. Da auch der Kommunionempfang durch den Mund Gefahren berge, empfiehlt die Diözese derzeit ausschließlich die Handkommunion. Auf die Kelchkommunion mit der Gemeinde sollte ebenfalls verzichtet werden. Was ansonsten nur am Karfreitag in der Kirche üblich ist, werden die Gläubigen in nächster Zeit als Normalfall haben: ein leeres Weihwasserbecken. Auch dies ist eine Vorsichtsmaßnahme gegen die momentan erhöhte Ansteckungsgefahr.

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