Quote geht um 0,1 Prozent zurück. Grippejahr 2018 war härter als erstes Halbjahr 2020.

Kreis Freudenstadt - Der Krankenstand im Landkreis Freudenstadt ist im ersten Halbjahr 2020 gesunken - trotz oder gerade wegen der Corona-Pandemie. Er sank im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozentpunkte.

Mit 3,0 Prozent gab es in der Region einen niedrigeren Krankenstand als im Landesdurchschnitt (3,5 Prozent). Das geht aus dem DAK-Gesundheitsreport hervor. Damit waren an jedem Tag des ersten Halbjahrs von 1000 Arbeitnehmern statistisch 30 krank geschrieben. 2019 hatte der Krankenstand im Landkreis 3,1 Prozent betragen.

Fehlzeiten bei Atemwegserkrankungen nehmen zu

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für den Landkreis Freudenstadt mache deutlich, wie sich die Anzahl und Dauer der Krankschreibungen während der Corona-Krise in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres verändert hätten. Die Fehltage bei Muskel-Skelett-Erkrankungen sanken am stärksten von allen Diagnosen um fast 73 Prozent. Weniger Fehlzeiten entfielen auch auf Verletzungen. Sie gingen um rund 42 Prozent zurück. Ein Rückgang der Ausfalltage um knapp 23 Prozent wurde zudem bei psychischen Erkrankungen verzeichnet.

Besonders im Blickfeld stünden die Atemwegserkrankungen aufgrund der Regelung des Gemeinsamen Bundesausschusses, wonach sich Patienten mit leichten Erkältungssymptomen von März bis Ende Mai telefonisch krankschreiben lassen konnten. Die Auswertung des Gesundheitsreports im Landkreis Freudenstadt zeige, dass die Fehlzeiten bei Atemwegserkrankungen im Vergleich zum Vorjahr zwar um 61 Prozent zugenommen hätten, aber immer noch unterhalb des Werts aus dem Grippejahr 2018 lägen.

"Aus unserer Sicht ist das ein klarer Beleg dafür, dass einfache Lösungen für das Krankschreibungs-Geschehen sehr sinnvoll sind", so Jörg Gericke von der DAK-Gesundheit in Freudenstadt. "Wir müssen nicht nur bei Covid-19, sondern bei vielen Erkrankungen generell die Ansteckungsgefahr für das Praxispersonal und für andere Patienten mit bedenken." Wenn neue Formen der Kommunikation die persönliche Begegnung in der Arztpraxis ersetzen, sei das ein wichtiger Fortschritt.

Drei Krankheitsarten

Die Vollauswertung des gesamten Jahres 2019 zeige, dass sich mehr als die Hälfte aller Fehltage auf drei Krankheitsarten zurückführen lassen. An erster Stelle stehen Muskel- Skelett-Probleme, etwa Rückenschmerzen. Sie sind für beinahe jeden dritten Fehltag von Beschäftigten der Region verantwortlich. Danach folgen mit 15 Prozentpsychische Erkrankungen wie Depressionen. An dritter Stelle stehen Atemwegserkrankungen wie Bronchitis oder Sinusitis mit zwölf Prozent, schreibt die DAK.

"Mit unseren Analysen zum Krankenstand im Landkreis Freudenstadt setzen wir gezielt beim betrieblichen Gesundheitsmanagement an und bieten Arbeitgebern konkrete Hilfe", so Gericke. Die DAK erweitere außerdem Online-Angebote für Beschäftigte und biete Firmen im Kreis Freudenstadt Schulungen für ihre Mitarbeiter an, die gesundes Arbeiten im Heimbüro unterstützen.

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