Der Borkenkäfer könnte sich rasant vermehren. Das Forstamt gibt Empfehlungen an die Waldbesitzer. (Symbolbild) Foto: pixabay

Saison des Schädlings beginnt deutlich früher. Corona bremst Abverkauf des Holzes.

Kreis Freudenstadt - Die Borkenkäfer-Saison geht im Kreis Freudenstadt früher als gewöhnlich los. Eine schnelle Aufarbeitung des Sturmholzes und wöchentliche Kontrolle der Nadelholzbestände sind deshalb notwendig. Das Kreisforstamt sagt Waldbesitzern Unterstützung zu.

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Darauf weist das Landratsamt hin. Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass die Folgen der Corona-Krise die Vermarktung der Schadhölzer bremst. Einige Sägewerke sind geschlossen. Ein Großteil des Holzes landet zwischenzeitlich in Nasslagern.

Das für die Jahreszeit zu warme und zu trockene Wetter verhilft dem Borkenkäfer zu einem Frühstart. Die in hoher Anzahl überwinternden Borkenkäfer haben laut Forstamt unter den aktuellen Witterungsbedingungen ihre Überwinterungsbäume verlassen und sind ausgeschwärmt, um sich neue Fichten und Tannen als Brutbäume zu suchen.

Auch Kontrollen auf frischen Käferbefall notwendig

Daher heiße es ab sofort für alle Waldbesitzer: Neben der Aufarbeitung der Sturmhölzer seien auch Kontrollen und die Suche nach frischem Käferbefall notwendig. Bei Fichte und Weißtanne seien Anzeichen dafür Harztröpfchen am Kronenansatz, braunes Bohrmehl am Stammfuß oder an Rindenschuppen oder gar Spechtabhiebe. Aber auch sich schnell verfärbende Kronen an Fichten und Weißtannen deuteten darauf hin, dass sich die Schädlinge eingenistet hätten.

Nicht jeder Fichten- oder Tannenbestand sei gleichmäßig befallen. Insbesondere müssten in diesem Jahr die Schäden der beiden Winterstürme "Sabine" und "Bianca" aufgearbeitet und kontrolliert werden, denn sie seien optimale Brutstätte für den Borkenkäfer. Besonderes Augenmerk sollte auch auf Beständen liegen, die schon im vergangen Jahr vom Borkenkäfer befallen waren, sowie lockere und besonnte Nadelwälder. Zudem seien die Bäume von vergangenen Hitzesommern geschwächt. Der Niederschlag im Winter sei in der Region zwar üppig ausgefallen, die Monate März und April jedoch zu trocken gewesen. Auch dieser Umstand biete optimale Bedingungen für die kleinen Käfer, die in sehr hoher Zahl überwintert hätten und eine sehr hohe Vermehrungsrate aufwiesen. Aus einem Käfer können sich innerhalb eines Jahres drei Generationen mit bis zu 8000 Nachkommen entwickeln.

Zum Schutz des Waldbestandes helfe nur eine zügige Aufarbeitung von Sturm- und Käferhölzern. Deswegen habe die untere Forstbehörde Freudenstadt zum Schutz des Waldes einen für alle Waldbesitzer geltenden forstrechtlichen Hinweis zur Borkenkäferbekämpfung auf der Internetseite des Landratsamts unter den öffentlichen Bekanntmachungen eingestellt.

Weitere Informationen: www.landkreis-freudenstadt.de

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