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Kreis Freudenstadt Banken wollen Unternehmen in Coronakrise helfen

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In zahlreichen Schaufenstern rund um den Freudenstädter Marktplatz hängen Hinweise wie dieser aus. Von kommendem Montag an sind auch die Filialen der Kreissparkasse geschlossen. Foto: Rath

Kreis Freudenstadt - Die Kreissparkasse Freudenstadt sowie die Volks- und Raiffeisenbanken im Landkreis sehen Handlungsbedarf, um den örtlichen Unternehmen in der Coronakrise zu helfen – aber auch den privaten Haushalten, die schnell finanziell in die Klemme kommen könnten.

Hotels zu, Restaurants zu, Einzelhandelsgeschäfte zu, und auch großen Teilen der Industrie brechen die Aufträge weg. Wie könnten die Betriebe flüssig oder gar über Wasser gehalten werden? Wir baten Werner Loser, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Freudenstadt, und Dieter Walz, Sprecher der Volks- und Raiffeisenbanken im Landkreis, um eine Lageeinschätzung und fragten nach, wie die Institute auf die Lage reagieren.

Lieferketten sind unterbrochen

"Die wirtschaftliche Situation im Landkreis ist aufgrund der Verbreitung des Coronavirus tatsächlich sehr besorgniserregend", so Werner Loser. Nicht nur der Einzelhandel und der Tourismus seien extrem betroffen, auch das produzierende Gewerbe gerate immer mehr an seine Grenzen, weil Lieferketten unterbrochen und fertige Ware nicht ausgeliefert werden könne. "Täglich erreichen uns viele Anfragen besorgter Geschäftskunden, die schnell und unbürokratisch Hilfe benötigen", so der Vorstandsvorsitzende.

Belastend sei vor allem, dass aus heutiger Sicht niemand sagen könne, wie lange dieser Zustand anhalten werde. Sehr viele Unternehmen und Freiberufler kämen durch den faktischen Stillstand des öffentlichen Lebens sehr bald an die Grenzen ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. "Die wichtigste Aufgabe von Sparkassen und Landesbanken ist es, diesen Unternehmen und Freiberuflern durch dieses tiefe Tal zu helfen und sie vor einem wirtschaftlichen Absturz zu bewahren."

Das von der Bundesregierung aufgelegte Programm für Liquiditäts- und Kredithilfen sei dafür "eine gute und notwendige Grundlage". Es geht darum, auch solchen Unternehmen und Einzelpersonen Unterstützung zu geben, die unter normalen Umständen keinen Zugang zu Krediten bekommen könnten. Nur Sparkassen und Genossenschaftsbanken seien in der Lage, ein "solches Programm flächendeckend in Deutschland umzusetzen". Der Sparkassen- und Giroverband spreche derzeit mit der Förderbank KfW über die genauen Modalitäten.

"Nach unseren Informationen sollen ab Freitag die Bedingungen klar sein", so Loser. Ab kommendem Montag sollen Anträge auf den üblichen Wegen möglich sein. Die Berater der Kreissparkasse würden die Kunden auch direkt ansprechen.

"Das sind jetzt außergewöhnliche Zeiten, die besondere Maßnahmen erfordern. Es darf nicht gezögert werden. Bisher bekannte Verfahren sind zu langsam", so Werner Loser. Die Kreissparkasse Freudenstadt stehe bereit, den betroffenen Unternehmen "sehr schnell Hilfen anzubieten und damit eine breite wirtschaftliche Talfahrt zu verhindern".

Allle Branchen leiden unter Kriese

Dieter Walz stuft die Situation derzeit so ein: "Ein Abschätzen von Dimensionen und künftigen Folgewirkungen ist derzeit unmöglich." Die von der Regierung angeordneten Einschränkungen, so "hart" sie seien, seien notwendig, um ein "Implodieren" der Systeme wie Gesundheitssektor, Infrastruktur, Versorgung und Wirtschaft zu vermeiden. Die finanziellen Folgen für Bevölkerung und der Betriebe auch im Kreis Freudenstadt seien "beispiellos" in den zurückliegenden Jahrzehnten. "Ich persönlich meine, dass es im Endeffekt nicht nur um Überbrückungskredite für Geschäfte gehen wird", so Walz. Auch für Privathaushalte gebe es "Handlungs- und Beratungsbedarf", da sie etwa aufgrund von Kurzarbeit ebenfalls betroffen seien.

Im westlichen Teil des Landkreises sei die Tourismus- und Kulturregion kurzfristig besonders hart von den Folgen der Anordnungen betroffen. Bezogen auf den ganzen Kreis litten praktisch alle Branchen, weil Messen und Hausmessen abgesagt, internationaler Transfer eingeschränkt und Produktionen großer Konzerne teils stillgelegt seien. Das treffe auch die Zulieferer aus dem Mittelstand.

"Die aktuelle Situation löst verständlicherweise große und vielfältige Verunsicherung bei Kunden, Klienten, Patienten, Lieferanten und anderen. aus, ebenso bei unserer eigenen Mitarbeiterschaft", so Walz. Leichtfertig- und Sorglosigkeit seien jetzt genau so gefährlich wie Egoismus, überbordende Sorge oder gar Panik. "Wir sind gut beraten, wenn wir Ursache, Wirkung und Ziel analysieren und vorerst nur auf Sicht fahren", so Walz. Zunächst gehe es darum zu klären, was in der jetzigen Lage die größte Notwendigkeit habe, und dann "konsequent zu handeln".

Die Banken seien als systemrelevant eingestuft und daher von Restriktionen wie Schließungen ausdrücklich ausgenommen. Den von Politik, Regulatorik und Aufsicht "so oft gescholtenen regionalen Kreditinstituten kann jetzt eine ganz besondere Rolle in der Krisensituation" zukommen. Weder leichtfertiges noch defensives Handeln seien ratsam. Beides bringe niemanden weiter, weil es die Existenz eines Instituts in Gefahr bringe. "Als Genossenschaftsbank sind wir gerade jetzt unseren Mitgliedern – die grundsätzlich auch unsere Kunden sind – besonders verpflichtet, um deren wirtschaftliche Situation zu stärken", so Dieter Walz.

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