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Kreis Freudenstadt Baiersbronn reißt aus Corona-Statistik aus

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In Baiersbronn sind besonders viele Menschen mit Covid-19 infiziert. (Symbolfoto) Foto: (dpa)

Kreis Freudenstadt - Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen im Kreis Freudenstadt steigt weiter – erwartungsgemäß. Ernsthafte Verläufe gibt es zur Stunde offenbar wenige. Das Landratsamt hat jetzt eine zentrale Auskunftsstelle eingerichtet, unter der sich Einwohner und Unternehmen mit Fragen melden können.

Stand Montagmittag kletterte die Zahl der bestätigten Fälle, die den Behörden überhaupt bekannt waren, im Kreis auf 177. Mittlerweile ist das Landratsamt dazu übergegangen, die Nachweise in den 16 Städten und Gemeinden des Kreises aufgeschlüsselt zu veröffentlichen.

Skiurlauber-Gruppe kann nichts dafür

Dabei sticht Baiersbronn heraus: Mit 55 Nachweisen ist die Zahl dort am höchsten, obwohl die Gemeinde mit rund 16.800 Einwohnern deutlich kleiner ist als Freudenstadt (rund 23.700 Einwohner, 28 Nachweise) und Horb (25.900 Einwohner, 40 Nachweise). Unbestätigten Informationen zufolge soll die große Infektzahl in Baiersbronn vor allem durch eine Busgruppe von Skiurlaubern herrühren, die in Ischgl war. Teilnehmer der Reisegruppe sollen im Anschluss eine Geburtstagsfeier besucht haben. Ein Vorwurf sei ihnen nicht zu machen. Sie hätten keine Anzeichen einer Erkrankung gehabt. Außerdem sei die Ausfahrt in den Wintersport-Partyort in Tirol zu einem Zeitpunkt erfolgt, als Ischgl noch nicht als Corona-Brennpunkt bekannt gewesen sei.

Laut Sabine Eisele, Pressesprecherin des Landratsamts, befinden sich derzeit elf Patienten mit Covid-19 stationär im Krankenhaus Freudenstadt. Es gebe bislang jedoch keine Fälle mit besonders schweren Verläufen. In einem Fall habe der Patient eine schwere Vorerkrankung gehabt. Die Person sei mit Sauerstoff-Maske – keine künstliche Beatmung – behandelt worden. Es gehe ihr bereits besser. Das Krankenhaus in Freudenstadt verfüge aktuell über zehn reguläre Plätze für Intensivmedizin, zehn weitere könnten bei Bedarf im Haus geschaffen werden, an denen Patienten auch künstlich beatmet werden könnten. Entlastet werde das Krankenhaus auch insofern, als dass ein Aufnahmestopp für alle Fälle verhängt worden sei, die nicht akut aufgenommen werden müssten. Aktuell sehen Landratsamt und Ärzteschaft keinen dringenden Bedarf, zusätzliche Betten für Coronapatienten zu schaffen, so Eisele. "Wir haben im Moment relativ viele freien Betten. Es gibt für den Bedarfsfall weitergehende Pläne, und wir führen auch Gespräche", sagt Eisele. Im Gegensatz zu umliegenden Landkreisen, die im Notfall teils Sporthallen zu Corona-Stationen umrüsten müssen, ist Freudenstadt in einer komfortablen Lage: "Zunächst können wir Rehakliniken belegen, die über Kapazitäten, Betten und vor allem das erforderliche Personal verfügen", so Eisele.

Darüber hinaus sei das Gesundheitsamt im Landratsamt an sieben Tage in der Woche im Einsatz, um das Virus möglichst einzudämmen. Der Mannschaft um Amtsleiter Axel Schneider sei es bislang gelungen, in allen bestätigten Coronafällen den Ursprung der Infektion zu ermitteln und das direkte Umfeld der Betroffenen zu recherchieren. Wer persönlichen Kontakt hatte, wird zunächst in häusliche Quarantäne geschickt. "In manchen Fällen waren das bis zu 90 Personen, die direkten Kontakt zum Infizierten hatten. In der Regel sind es allerdings weniger", so die Pressesprecherin des Landratsamts.

Arzt lobt Mut des Landratsamts

Ärzte und Behörden gehen davon aus, dass die Zahl der Nachweise weiter steigen wird. Am Montag wurden in der zentralen Abstrichpraxis in Baiersbronn weitere 200 Patienten untersucht. Aus Sicht des Arztes Wolfgang von Meißner, der dort zusammen mit seinen Kollegen die Abstrichproben nimmt, stehe der Landkreis im Augenblick vergleichsweise gut da im Kampf gegen die Pandemie. Dies sei auch dem entschlossenen Vorgehen des Landratamts zu verdanken. "Es war mutig von Landrat Klaus Michael Rückert, den ärztlichen Empfehlungen zu folgen und sämtliche Schulen vor rund zwei Wochen gleich am Montag zu schließen, nicht erst am Dienstag, wie die meisten anderen Kreise im Land. Und es war richtig", so von Meißner. Denn unter den "positiv" getesteten Patienten hätten sich "mindestens vier Lehrer" befunden. Wären die Schulen den einen Tag länger geöffnet gewesen, hätte das Risiko bestanden, dass sie ihre Klassen anstecken und die Zahl der Infizierten im Kreis deutlich höher wäre.

Das Landratsamt hat zur Bewältigung der Corona-Pandemie und ihrer Folgen bereits einige Umorganisationen vorgenommen und Kompetenzteams gebildet. Neben dem Team des Gesundheitsamts, das die Positiv-Meldungen der Labore entgegennimmt, Quarantäne anordnet, Kontaktpersonen ermittelt und anruft, gibt es ein weiteres Team, das die Anträge auf Entschädigung nach Paragraf 56 Infektionsschutzgesetz bearbeitet, teilt das Landratsamt mit. Das Team des Kommunalamts kümmere sich um die stetig neue Rechtslage und die zügige Information sowie die Beratung der Städte und Gemeinden. Geleitet würden alle Maßnahmen durch den Corona-Stab, der täglich die Entwicklungen bewerte und strategische Entscheidungen treffe.

In den vergangenen Tagen hat die Zahl der Anfragen weiter zugenommen, weshalb das Team der Bürger-Info trotz Vollbesetzung nicht alle eingehenden Telefonate abarbeiten könne. Deshalb wurden nun eine zentrale Infostelle für alle Anfragen rund um die Corona-Pandemie eingerichtet. Telefonische Anfragen sind unter der Hotline-Nummer 07441/9 20 77 77 und per E-Mail an corona@kreis-fds.de möglich. Fragen würden von diesem Team entweder direkt beantwortet oder an die im Haus jeweils zuständige Stelle weitergeleitet. Anfragen und Anträge von Arbeitgebern auf Ersatz der Lohnkosten von Mitarbeitern, die wegen einer Corona-Infektion in Quarantäne verwiesen wurden, werden per E-Mail an corona-entschaedigung@kreis-fds.de beantwortet und bearbeitet. Das Land-ratsamt bittet dabei um Geduld, auch bei allen Anfragen, die nicht die Corona-Pandemie betreffen. Als Vorsichtsmaßnahme sei in den Ämtern flächendeckend Schichtbetrieb eingeführt worden. Auch das Landratsamt ist von Erkrankungen und Quarantänefällen betroffen. Deshalb könne es derzeit auch in Bereichen, die nicht direkt mit der Corona-Bewältigung zu tun haben, zu Verzögerungen kommen, so Eisele.

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