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Kreis Freudenstadt Arzt warnt: Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei

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"Die Anzahl der Test ist dramatisch gesunken": Corona-Abstrich in der Tiefgarage der "Hausärzte am Spritzenhaus" in Baiersbronn. Foto: Archiv

Kreis Freudenstadt - Seit Tagen sind die Zahlen der aktiven Corona-Fälle im Kreis und die Sieben-Tage-Kurse der Neuinfektionen bei Null, die zentrale Fieber-Ambulanz in Dornstetten wird geschlossen. Ist der Spuk vorbei? Ganz klar nein, sagt der Arzt Wolfgang von Meißner von den Hausärzten am Spritzenhaus in Baiersbronn, in der sich die zentrale Corona-Abstrichpraxis für den Kreis befindet. Mehr dazu in unserem (SB+)Artikel. 

Herr von Meißner, als der Nullpunkt bei den aktiven Corona-Fällen im Kreis erreicht wurde, was haben Sie gedacht? Erst mal eine Flasche Sekt aufmachen?

Wir waren sehr froh darüber. Ein kleines Stück Richtung Normalität tut allen gut. Wir haben unsere Praxis wieder für reguläre Termine und Vorsorgen geöffnet. Allerdings gibt es kein Wartezimmer mehr.

Wie sieht dann der neue Alltag in der Praxis aus?

Unsere Patienten müssen pünktlich zum vereinbarten Termin kommen und werden direkt in ein Sprechzimmer gesetzt. Weiterhin werden alle Termine nur nach telefonischer Voranmeldung vergeben, und jeder Patient mit Infekt wird strikt von der Praxis getrennt in Schutzkleidung in unserer Tiefgarage untersucht.

Ist die Pandemie in Freudenstadt ausgestanden?

Ganz klar: nein. Die konsequent umgesetzten Maßnahmen haben Wirkung gezeigt. Wir dürfen jetzt aber nicht leichtsinnig werden und müssen uns weiterhin an die Regeln halten. Wenn wir die weltweite Entwicklung beobachten, dann müssen wir dankbar sein für unser gut funktionierendes Gesundheitssystem.

Wie würden Sie den aktuellen Zustand beschreiben?

Angespannte Ruhe. Zeit zum Verschnaufen.

Läuft der Betrieb in der zentralen Abstrichpraxis bei Ihnen weiter?

Selbstverständlich läuft der Betrieb weiter. Das bewährte Anmeldeverfahren über die Hausärzte funktioniert reibungslos. Bei Anmeldung montags bis freitags bis 12 Uhr können wir den Abstrich und gegebenenfalls auch weiter Untersuchungen und Blutabnahmen am Anmeldetag vornehmen. Das Testergebnis liegt am Folgeabend bereits vor. Die Patienten können das Ergebnis selbst über einen von uns ausgegebenen QR-Code im Internet abrufen. Jeder Getestete erhält auch Informationen zur Eingabe eines positiven Ergebnisses in die Corona-Warn-APP.

Die Ergebnisse der Massentests bei Bewohnern und Mitarbeitern in den Altenheimen im Landkreis flossen in Studien zum Thema Corona ein. Welche Schlüsse und Erkenntnisse über das Virus haben Sie dadurch gewonnen?

Leider hat sich die Befürchtung bestätigt, dass die meisten Menschen im Landkreis Freudenstadt die Krankheit noch nicht durchgemacht haben. Wir müssen also weiter wachsam sein und Ausbrüche schnell erkennen und dann richtig darauf reagieren. Wir stehen weiter in engem Kontakt mit dem Landratsamt und Gesundheitsamt.

Welche Möglichkeiten haben Behörden und Ärzteschaft, die Lage im Kreis im Blick zu behalten?

Testen, testen, testen. Die Anzahl der Test ist dramatisch gesunken. Wir bekommen aktuell zwischen zehn und 20 Anmeldungen am Tag. Montags nach dem Wochenende sind es meistens mehr. Nur wenn getestet wird, kann man auch neue Fälle finden. Bitte daher weiterhin auch bei den leichtesten Symptomen den Hausarzt telefonisch kontaktieren. Nicht nur bei Fieber, Husten, Halskratzen, sondern auch bei Geruchs- oder Geschmacksstörung und Durchfall muss man an Covid-19 denken. Wenn die Corona-Warn-APP Alarm gibt, ebenfalls über den Hausarzt zum Test anmelden. Bisher warten wir noch auf den ersten Corona-Warn-App-Fall.

Die zentrale Infektambulanz in Dornstetten ist geschlossen. Wie schnell kann der Kreis wieder hochfahren in den Krisenmodus, wenn das notwendig wäre?

Die ambulanten Strukturen können innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder hochgefahren werden. Die Abläufe sind alle etabliert und erprobt. Wir sind mit unseren Strukturen im Landkreis selbst in der Hochphase nicht an die Grenzen gestoßen. Allerdings war der Einsatz aller Kollegen sehr kräftezehrend. Alle haben jetzt eine Pause verdient.

Die Ferienzeit naht. Was bedeutet das für die Lage?

Wir müssen wachsam sein. Natürlich freuen wir uns auch über die ersten Gäste in unserer schönen Urlaubsregion. Aber gerade hier ist es wichtig, dass wir Ärzte im Erkrankungsfall bereit stehen. Mit der zunehmenden Mobilität steigt auch wieder das Risiko für einen Ausbruch bei uns.

Wie lautet Ihr ärztlicher Ratschlag für Urlauber?

So lange es keinen wirksamen Impfstoff gibt: Kontakte einschränken, Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Maske tragen und Corona-Warn-APP installieren.

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