2018 waren 224 Menschen mit der Krankheit in Behandlung. (Symbolfoto) Foto: Vennenbernd

Fallzahlen im Kreis gestiegen. Kinder eher betroffen. Auf Hygiene achten. Bei konsequenter Behandlung vollständige Heilung.

Kreis Freudenstadt - Die Impetigo contagiosa ist eine hochinfektiöse bakterielle Hautinfektion, deren Fallzahlen wieder steigen. Sie tritt hauptsächlich bei Kindern auf und wird auch "Eiterflechte" oder "Schmierflechte" genannt.

Laut einer Fünfjahresauswertung der AOK Nordschwarzwald ist die Anzahl der Versicherten, die sich wegen dieser Krankheit in ärztlicher Behandlung befanden, in der Region Freudenstadt von 251 Betroffenen (2014) auf 208 Betroffene (2017) gesunken. Für 2018 verzeichnet die AOK allerdings wieder einen Anstieg auf 224 Betroffene.

Bei feucht-warmem Klima sowie mangelnder Hygiene könne sich die hochansteckende Erkrankung epidemisch ausbreiten. Sie werde durch Schmierinfektion bei direktem Kontakt mit Erkrankten oder kontaminierten Gegenständen übertragen, so die AOK in einer Pressemitteilung. In Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen und unter Geschwistern bestehe deshalb eine erhöhte Ansteckungsgefahr.

Bakterien als Ursache

Die Ursache der Erkrankung sind Bakterien, die sich in der Haut ausbreiten und das Gewebe zerstören. Das auffallendste Merkmal von Impetigo contagiosa sind die "honiggelben" Krusten auf rotem Grund.

"Es wird zwischen einer kleinblasigen und einer großblasigen Variante unterschieden. Beide Formen beginnen zunächst mit roten Flecken überwiegend im Gesicht. Auf den Flecken bilden sich rasch mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, die anschließend platzen und verkrusten", erklärt Hautärztin Gudula Kirtschig. Kinder zwischen einem und neun Jahren seien aufgrund ihrer zarten Haut und einer erhöhten Anfälligkeit für Verletzungen am häufigsten betroffen.

Neben Kindern sind besonders Menschen mit einer vorgeschädigten Haut empfänglich für die Bakterien. "Kratzen sollte unbedingt vermieden werden, da die Bakterien ansonsten weiterverbreitet werden", rät die AOK-Ärztin. Sie empfiehlt auf die Hygiene zu achten, die Hände regelmäßig zu waschen und Fingernägel kurz zu schneiden. Kleidung und Handtücher sollten nur vom Betroffenen genutzt und nach Gebrauch heiß gewaschen werden.

Bei konsequenter Behandlung heilt die Impetigo contagiosa in der Regel folgenlos aus. Um eine Verbreitung zu verhindern, bestehen laut Infektionsschutzgesetz besondere Regeln für Erkrankte in öffentlichen Einrichtungen. Demnach müssen die Leitungen von Gemeinschaftseinrichtungen das zuständige Gesundheitsamt unverzüglich benachrichtigen, wenn in ihrer Einrichtung betreute Personen oder Beschäftigte an Impetigo contagiosa erkrankt sind oder der Verdacht besteht.

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