Foto: Tina Pflumm

Asyl-Serie: Mammutaufgabe Flüchtlinge verteilt sich auf viele Schultern. Prognose für 2016 geht aktuell von 3.000 Flüchtlingen aus.

Kreis Calw - Die Aufnahme und Betreuung der Flüchtlinge ist auch im Landkreis Calw eine Mammutaufgabe. Doch wer sind die Flüchtlinge, wie viele sind es, wo kommen sie her, wer sind die Helfer, wie wird geholfen? In einer Serie versucht der Schwarzwälder Bote Antworten auf Fragen wie diese zu geben.

Vor vier Jahren war das Thema Flüchtlinge im Kreis Calw so gut wie nicht existent. 100 Flüchtlinge führt da die Statistik für das Jahr 2011 auf. Noch vergangenes Jahr waren es nur 400. Inzwischen sind die Zahlen explodiert. Im laufenden Jahr rechnet man im Landratsamt mit 1800 neu ankommenden Flüchtlingen. Die Prognose für 2016 geht aktuell von 3000 Flüchtlingen aus.

Diese Zahlen kann man im Landkreis Calw nicht beeinflussen. Denn wie viele Flüchtlinge in einen Landkreis kommen, das ist festgelegt – durch den so genannten "Königssteiner Schlüssel". Der besagt, dass Baden-Württemberg 12,9 Prozent der Asylbewerber aufnehmen muss. Von diesen muss der Landkreis Calw 1,5 Prozent aufnehmen.

Die dem Landkreis aus den Landeserstaufnahmestellen (LEA) zugewiesenen Flüchtlinge wohnen im Kreis zunächst in der so genannten vorläufigen Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften. Davon gibt es im Kreis aktuell elf Stück. Jüngsten Zahlen aus dem Landratsamt zufolge leben in fünf Gemeinschaftsunterkünften in Calw 512 Flüchtlinge, in einer großen Unterkunft in Nagold sind es derzeit 175 Flüchtlinge, in Wildbad, wo sich zwei Unterkünfte finden, sind es 201. In Bad Liebenzell hat der Landkreis eine Unterkunft, die mit 169 Menschen belegt ist. In zwei Unterkünften in Gechingen leben derzeit 69 Flüchtlinge. Jedem der Bewohner stehen dabei von Gesetzes wegen 4,5 Quadratmeter Wohnfläche zu.

Was die Herkunft der Flüchtlinge angeht, kommt die größte Gruppe mit 215 aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Dann folgt schon die 140 Menschen starke Gruppe aus dem sicheren Herkunftsland Albanien. Zu den Menschen aus sicheren Herkunftsländern gehören auch Gruppen aus Serbien (51 Menschen), Mazedonien (45) und dem Kosovo (42). Aus Afrika verzeichnet man 42 Flüchtlinge aus Eritrea, 39 aus Gambia und 40 aus Nigeria.

Insgesamt sind 183 Flüchtlinge aus Afrika im Kreis Calw registriert, 308 aus Asien und 294 aus Europa.

Hauptamtlich betreut werden diese Menschen von den Fachkräften des Asylbewerbersozialdienstes des Landkreises. Dazu haben sich in fast jeder Kommune des Kreises Asyl-Arbeitskreise etabliert, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingsbetreuung engagieren.

Deren Arbeit beschränkt sich jedoch nicht auf die großen Gemeinschaftsunterkünfte sondern erstreckt sich auch auf die darauf folgende so genannte "Anschlussunterbringung". Die greift, sobald das Asylverfahren abgeschlossen ist, spätestens aber nach zwei Jahren. Für die Unterbringung dieser Menschen sind dann die einzelnen Kommunen zuständig – mit Ausnahme von Calw, Nagold, Bad Wildbad und Gechingen, wo es Gemeinschaftsunterkünfte gibt.

Bad Herrenalb hat 86 Personen in der der Anschlussunterbringung, Dobel 17, Höfen 14, Schömberg 57, Oberreichenbach 23, Unterreichenbach 17, Bad Liebenzell 24, Simmozheim 23, Althengstett 57, Ostelsheim 18, Bad Teinach-Zavelstein 22, Neubulach 17, Wildberg 75, Ebhausen 36, Rohrdorf elf, Haiterbach 41, Egenhausen 15, Altensteig 25, Neuweiler 26, Simmersfeld 13, und Enzklösterle 17.