Sechs Schulen und ihre Schulleiter vereinbarten eine enge Kooperation (von links): Reinhard Maier (Gewerbliche Schule Nagold), Klaus Ramsaier (Realschule Altensteig), Karin Ascher-Gollmar (Kaufmännische Schule Nagold), Andreas Kuhn (Christiane-Herzog-Realschule Nagold), Siegfried Schönthaler (Realschule Wildberg) und Regine Michel (Annemarie-Lindner-Schule Nagold). Foto: Bernklau

Realschulen aus Nagold, Altensteig und Wildberg unterzeichnen Kooperationsvereinbarung mit drei Berufsschulen.

Kreis Calw - In einer sich stark verändernden Bildungslandschaft mit immer weniger Schülern und Fachkräften versuchen sich Schulen für die Zukunft aufzustellen – besonders die im ländlichen Raum. Um für die Zukunft vorzubauen, sind drei Realschulen nun eine Kooperation mit drei Berufsschulen in Nagold eingegangen.Es ist eine großflächige Partnerschaft, die da in den Räumlichkeiten des Nagolder Berufsschulzentrums von sechs Schulleitern besiegelt wurde. Sie umfasst das gesamte Obere Nagoldtal.

 

Ihre Unterschrift unter die Kooperationsvereinbarung setzten die Leiter der Christiane-Herzog-Realschule Nagold (Andreas Kuhn), der Realschule Wildberg (Siegfried Schönthaler) und der Realschule Altensteig (Klaus Ramsaier). Für die Berufsschulen unterzeichneten Karin Ascher-Gollmar (Kaufmännische Schule), Reinhard Maier (Gewerbliche Schule) und Regine Michel für die Annemarie-Lindner-Schule.

Dass diese Zusammenarbeit nicht irgendeine Kooperation ist, sondern "etwas ganz Besonderes", wie es Karin Ascher-Gollmar zu Beginn der Unterzeichnungsfeierlichkeiten sagte, zeigte auch die Tatsache, dass das Kultusministerium mit Gerda Windey eine prominente Vertreterin nach Nagold geschickt hatte, die den Beteiligten zu diesem Schritt gratulierte und besonders die Realschulen lobte: "Sie müssen sich weiterentwickeln und nehmen diese Herausforderung an." Die Grundlage der Kooperation mit den Berufsschulen sei gelegt, jetzt müsse sie mit Leben gefüllt werden, sagte Windey.

Frank Wiehe, Stellvertreter des Landrats, hatte als Vertreter des Schulträgers zunächst nur Worte des Dankes an das Kultusministerium: für das im nächsten Schuljahr startende Wirtschaftsgymnasium in Nagold ebenso wie für die Wertschätzung der Kooperation der Real- und Berufsschulen. Damit war es mit den freundlichen Worten auch schon vorbei. Wiehe forderte das Ministerium auf, dem Trend der Urbanisierung auch in der Bildungspolitik entgegenzutreten. Auch in der Schulpolitik seien es immer die Ballungsräume, die profitierten. "Und der ländliche Raum fällt immer hinten runter", monierte der Landratsvize auch mit Blick auf mögliche Schulschließungen in der Zukunft. Freilich müsse man auch die eigenen Hausaufgaben machen, so Wiehe. Dass man im Kreis Calw viel Engagement zeige und gute Ideen habe, um die Bildungsregion zu sichern, zeige diese Kooperation, zeigten engagierte Schulleiter und Bürgermeister, lobte der zweite Mann im Calwer Landratsamt.

Dass der ländliche Raum auch im Bildungssektor zu kämpfen hat, bestätigte Klaus Ramsaier von der Realschule Altensteig. "An manchen Tagen steht manchen Schulen das Wasser bis zum Hals", so Ramsaier. Dass die Realschulen, die auch in Konkurrenz zueinander stünden, kooperieren, sei ein Zeichen für die Schulform und eine Stärkung des regionalen Miteinanders zum Wohl der Schüler. "Das ist ein Signal für die Region, die solche Signale nötig hat", konstatierte der Altensteiger Schulleiter.