Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Kreis Calw Landesweit geringstes Restmüll-Aufkommen

Von
Einmalig in Baden-Württemberg: Im Landkreis Calw wird das Altglas über die grüne Tonne direkt vom Bürger abgeholt. Das Foto entstand in Wildberg-Gültlingen. Foto: Geideck

Kreis Calw - Beim Restmüll ist der Kreis Calw Musterschüler: Nur 67 Kilogramm produziert jeder Einwohner jährlich - Rekord in Baden-Württemberg. Zunehmend Sorgen bereitet wilder Müll.

Gut gelaunt trat Christian Gmeiner vor den Umweltausschuss des Kreistags, um die Abfallbilanz 2019 vorzulegen. Der Geschäftsführer der Abfallwirtschaft im Kreis Calw (AWG) hatte dazu allen Grund, denn so gute Zahlen kann keiner seiner Kollegen im Land präsentieren: Mit nur 67 Kilo Restmüll pro Einwohner belegt der Kreis Calw den Spitzenplatz im Land. Der Durchschnitt im Südwesten liegt bei 140 Kilo.

Auch beim Sammeln von Wertstoffen ist die AWG vorne dabei: Ganze 199 Kilo hat sie im vergangenen Jahr pro Einwohner gesammelt - zweitbester Wert in Baden-Württemberg. Zum Vergleich: 1996 fielen im Kreis Calw noch stolze 117 Kilo Restmüll pro Einwohner an, während lediglich 158 Kilo Wertstoffe pro Einwohner gesammelt wurden.

Bei Biomüll im Mittelfeld

Nur im Mittelfeld liegt der Kreis Calw dagegen beim Biomüll. 2019 fielen 79 Kilo pro Einwohner an, zwei Kilo weniger als im Vorjahr. Das ist bloß der zehnte Platz in Baden-Württemberg. Gmeiner, der seit April 2015 Geschäftsführer der AWG ist, gestand: "Da könnten wir noch mehr machen und wissen nicht so genau, woran es liegt." Hauptgrund könnte sein, dass im Kreis Calw viel eigenkompostiert werde und so umso weniger in den insgesamt rund 36 600 Biotonnen landet. In der neuen Bioabfallvergärungssanlage der AWG in Oberhaugstett könnte man jedoch noch zusätzliche Mengen verwerten. Dort wird aus Bioabfall Strom erzeugt.

Leicht über dem Landesdurchschnitt liegt der Kreis Calw dagegen bei den Abfallgebühren. Ein Vier-Personen-Haushalt zahlt in Baden-Württemberg im Schnitt 165,38 Euro pro Jahr, bei der AWG sind es 175 Euro. Gmeiner verwies darauf, dass die Gebühren schwer zu vergleichen seien, weil die Leistungen in jedem Landkreis anders seien. "Es gibt Nachbarlandkreise, da müssen die Bürger viel häufiger auf den Wertstoffhof", unterstrich der AWG-Geschäftsführer und blickte nach Süden: "Von der Struktur her sind wir am ehesten mit dem Kreis Freudenstadt vergleichbar. Bei uns ist die Gebühr etwas höher, aber dort gibt es nicht den Service, dass das Altglas zu Hause abgeholt wird." Insgesamt reiche die Gebührenspanne für einen Vier-Personen-Haushalt in Baden-Württemberg von 87 bis 363 Euro pro Jahr.

Wilder Müll nimmt zu

Die Abfallbilanz 2019 sorgte im Umweltausschuss für zufriedene Gesichter. Volker Schuler (Freie Wähler) lobte: "Wir sind gut, und es ist nun die Herausforderung, gut zu bleiben. Wir hoffen, dass mit den guten Zahlen auch die Gebühren stabil bleiben." Günther Schöttle (AfD) sagte: "Die Entsorgung läuft bei uns hervorragend. Ich spreche ein Lob aus, wie das bei uns organisiert ist." Neben Andreas Kubesch (Grüne) würdige auch Dieter Dannenmann (SPD) die Arbeit der AWG. "Wir sollten zufrieden sein mit unserem Angebot im Kreis Calw", meinte Dannenmann. Andere Landkreise hätten da größere Probleme, zum Beispiel mit der Situation an den Altglascontainern.

CDU-Kreisrat Jochen Borg lobte zwar ebenfalls die Arbeit der AWG, hat von der Situation an den Standorten von Altglas- und Altkleidercontainern im Kreis Calw jedoch ein anderes Bild. "Es sieht schlimm aus. Die Leute entsorgen dort teilweise Sperrmüll", schimpfte Borg und stellte zur Diskussion, ob die Altglascontainer überhaupt notwendig seien.

Dass sie notwendig sind, unterstrich Gmeiner. Zwar habe man das in Baden-Württemberg einmalige System, Altglas über die grüne Tonne abzuholen. Dennoch könne man auf die 78 Standorte von Altglascontainern im Kreis Calw nicht verzichten. "Die grüne Tonne ist nur eine Ergänzung", verdeutlichte Gmeiner.

Auch den Eindruck, es sehe rund um die Altkleidercontainer schlimm aus, konnte Gmeiner so nicht bestätigen. Die Erlacher Höhe fahre jeden Standort einmal pro Woche an und müsse dies auch so bei der AWG protokollieren. Es gebe aber Leute, die genau wüssten, wann die Container geleert werden und würden sie kurz nach der Leerung wieder befüllen.

Gmeiner bestätigte allerdings, dass der wilde Müll weiter zunehme. "Das ist ein gesellschaftliches Problem", sagte er.

Artikel bewerten
2
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.