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Kreis Calw Kreis ist Hochburg für Enkeltrick

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Sandra Zarges ist leitende Kriminaldirektorin der Kripo Calw. Foto: Kunert

Kreis Calw - Auch wenn das neue Polizeipräsidium den Zusatz "Pforzheim" (PPP) und nicht "Nordschwarzwald" trägt – gerade im Calwer Kreistag ist man ziemlich stolz darauf, die Reform der Polizeireform zugunsten der Region durchgesetzt zu haben. "Da haben wir lange drum gekämpft", erinnerte Landrat Helmut Riegger.

Desto größer wohl die Enttäuschung bei Verwaltung und Kreisräten, dass Polizeipräsident Wolfgang Tritsch seinen allerersten Besuch im Calwer Kreistag zu dessen jüngster Sitzung in der Gemeindehalle Ebhausen ziemlich kurzfristig absagen musste. Was aber Landrat und vor allem Kreisrat Thomas Blenke (CDU) nicht davon abhielt, sich für den politischen Erfolg bei der Neustrukturierung der Präsidien noch einmal ordentlich auf die Schulter zu klopfen.

Eines der sicherersten Polizeipräsidien im Land

Was Blenke selbst zum Anlass nahm, auch noch mal alle weiteren Vorteile wie etwa durch die Ansiedlung der neuen Kriminalpolizeidirektion in Calw mit ihren 130 Planstellen ausdrücklich hervorzuheben. Ihn erreichten Rückmeldungen der dortigen Führungskräfte, die sehr zufrieden seien mit der neuen Konstellation.

Aber Sandra Zarges, leitende Kriminaldirektorin eben jener Kripo in Calw, die ihren Polizeipräsidenten vor dem Kreistag vertreten sollte, hörte die lobenden und so wohlwollenden Worte sicher gerne. Und revanchierte sich dafür auch gleich mit größtenteils ziemlich positiven Zahlen für den Kreis Calw aus der aktuellen Kriminalstatistik – als kleiner Rechenschafts-Bericht nach genau 293 Tagen "PPP". Erstes Resümee: Man sei zwar das aktuell kleinste der Polizeipräsidien im Land, aber auch das sicherste. Wobei der Enzkreis noch ein bisschen sicherer sei als der Kreis Calw, der auf Platz zwei der sichersten Landkreise liege.

Allerdings: Vermutlich Corona-bedingt verzeichne man im aktuellem Jahr einen deutlichen Anstieg bei den Körperverletzungen und Diebstählen – je 100 Fälle mehr im Vergleich zum Vorjahr seien bereits jetzt aktenkundig. Wo der Kreis Calw besonders "negativ" herausrage, sei bei den so genannten Fälschungs- und Vermögensdelikten, zu denen auch "falsche Polizeibeamte" und der "Enkeltrick" gehörten: Nahezu 500 Fälle mehr als gegenüber dem Vorjahr habe man hier bisher verzeichnet, wenngleich, so Zarges, viele dieser Taten bereits "im Versuchsstadium" stecken blieben. Aber wenn gerade der Enkeltrick doch bei den Opfern zündete, seien die Schadenssummen auch immer gleich ziemlich hoch: "Dann räumen die richtig ab!" Aktuell habe man allein hier eine Gesamtschadenssumme von 250.000 Euro zu verzeichnen.

Zahl der Wohnungseinbrüche rückläufig

Im Vergleich dazu sei aber die Zahl der Wohnungseinbrüche wiederum im Kreis "deutlich rückläufig", aktuell gar im zweistelligen Prozentbereich. Allerdings beginne auch gerade erst "die dunkle Jahreszeit", die besonders gerne zwielichtige Gestalten anlocke. Weshalb man bei der Kripo Calw präventiv "einen eigenen Arbeitsbereich eingerichtet" habe, um hier auf mögliche negative Entwicklungen die kommenden Monate direkt reagieren zu können. Sorgen bereits jetzt auch der Bereich Kinderpornografie, wo es ebenfalls "enorme Fallzahlen" geben.

Ein Blick von Zarges auch auf die aktuelle Verkehrsstatistik: Zwar gebe es derzeit einen Rückgang bei den Unfällen mit Personenschäden von 0,5 Prozent, aber dafür steige der Anteil der Fahrradunfälle, namentlich der unter Beteiligung von Pedelecs, überproportional an – derzeit mit einem Plus von 55 Prozent.

Ähnlich gravierend die Entwicklung bei den Motorradunfällen, wo die Zahlen innerhalb Jahresfrist um ebenfalls 52 Prozent zulegten. Und auch die Zahl der "Unfälle unter Alkoholeinfluss" weist einen Zuwachs von knapp 50 Prozent auf.

Auf Nachfrage von Kreisrat Simon Klass (CDU) berichtete Zarges auch "von einem leichten Zuwachs" bei der Zahl der aufgeklärten Fälle im Bereich des PP Pforzheim: "Das sieht im Moment nicht schlecht aus". Allerdings könnte auch hier die bevorstehende dunkle Jahreszeit die Bilanz wieder verhageln.

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