Während seiner Arbeit in Griechenland hat Fuchtel viele Kontakte aufgebaut, etwa zu Thessalonikis einflussreichem Bürgermeister Giannis Boutaris. Foto: Guth

CDU-Direktkandidat Hans-Joachim Fuchtel und seine Arbeit in einer großen Koalition. Seit der Wahl keine freie Minute.

Kreis Calw/Kreis Freudenstadt - Ein Politiker muss Nerven haben. Auch wenn seine Zukunft im Moment offiziell unsicher ist. So geht es Hans-Joachim Fuchtel, dem Direktkandidaten des Wahlkreises Freudenstadt/Calw. Bleibt er parlamentarischer Staatssekretär und behält damit seinen Einfluss oder sitzt er in der Großen Koalition einfach auf der Abgeordnetenbank? Fuchtel: "Ich halte mich an mein Motto: Fuchtel startet durch."

Der CDU-Politiker denkt gar nicht daran, sein Büro im Ministerium von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vorzeitig zu räumen. Fuchtel: "Die Minister arbeiten geschäftsführend weiter. Jetzt führen wir unsere Sacharbeit fort. Seit der Wahl hatte ich keine freie Minute."

Jetzt wurde der Schwarzwälder in die Kommission "Arbeit und Soziales" berufen, wo er unter der Leitung von Ursula von der Leyen und Andrea Nahles (SPD) mit dabei ist, ein Konzept für die Große Koalition zu erarbeiten. Fuchtels wichtigste Anliegen dabei: "Wie geht es weiter mit der Reha, der Versorgung von Behinderten, der Grundsicherung? Da muss man sich extrem gut vorbereiten, damit die Schwerpunkte unseres Wahlprogramms und unser Sachverstand mit eingebracht werden."

Zu Weihnachten will Kanzlerin Angela Merkel die neue schwarz-rote Regierung unter Dach und Fach haben. Ist Fuchtel dann wieder in einflussreicher Position dabei? Fuchtel: "Wir besprechen alles, wenn klar ist, wie das Personal-Tableau aussieht." Und bis dahin will er auf jeden Fall seine Tätigkeit als "Fuchtelos" (so sein Spitzname in Griechenland) in Griechenland fortsetzen. Der Parlamentarische Staatssekretär: "Ich habe diese Sonderaufgabe von der Kanzlerin bekommen. Gerade habe ich in Nürnberg die Deutsch-Griechische Versammlung abgeschlossen. Mit der Vorbereitung waren meine Büros bis nachts um 24 Uhr beschäftigt. Eine Mega-Veranstaltung, bei der jeder fünfte Bürgermeister aus Griechenland und deutsche Kommunalpolitiker dabei waren", berichtet der Parlamentarier. "Ich habe das Gefühl, das Eis ist jetzt gebrochen. Und nach dem Zusammenführen von deutschen und griechischen Lokalpolitikern kommt jetzt die zweite Phase der Umsetzung."

Und bis zur Regierungsbildung will Fuchtel noch einmal nach Griechenland. Der Politiker: "Im November gehe ich voraussichtlich noch einmal. Die ersten beiden Berufsschulen in Athen und Kreta nehmen jetzt ihre Arbeit auf, die ersten Firmen fragen schon an. Deshalb will ich bei der Eröffnung dabei sein. Denn die Ausbildung nach dem dualen System von Deutschland sehe ich als eine Möglichkeit, die Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland zu bekämpfen." Falls der Fall eintritt und die Postenverteilung unter Schwarz-Rot dafür sorgt, dass Fuchtel nicht mehr "Fuchtelos" sein kann, was macht er dann? Der Politiker sagt: "Die Deutsch-Griechische Versammlung ist inzwischen so stabil, dass die Arbeit weiter gehen kann." Meint wohl, auch ohne ihn.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: