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Kreis Calw Kommt Herrmann-Hesse-Bahn bis 2020?

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Können mithilfe einer Zwei-Kammer-Lösung die Fledermäuse in dem alten Bahntunnel geschützt werden? Erste Ergebnisse eines Versuchs mit Erdbeertunneln, wie sie in der Landwirtschaft eingesetzt werden, stimmen die Fachleute optimistisch. Foto: Landratsamt

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Kreis Calw - Im März 2014 strotzte der Calwer Landrat Helmut Riegger noch vor Optimismus. Im Sommer 2015, so glaubte er, könne mit dem Bau der Hermann-Hesse-Bahn (HHB) begonnen werden. Es kam anders: Klagen von Anrainergemeinden und Naturschützern machten alle Planungen zunichte. Jetzt scheint zumindest eine Lösung in der Fledermausfrage gefunden – aber ist sie auch bezahlbar?

Nach all den Erfahrungen vor Gerichten und in langen Verhandlungsrunden geht die Politik heute vorsichtiger mit Prognosen um, wann Calw denn nun endgültig den Anschluss ans Stuttgarter S-Bahnnetz feiern kann? Auf solche "typischen Journalistenfragen" wollte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) bei seinem jüngsten Besuch im Calwer Landratsamt keine genaue Vorhersage abgeben. Aber immerhin: Die Hesse-Bahn soll kommen "solange ich im Amt bin." Gewählt wurde die grün-schwarze Landesregierung bis 2020. Und auch Michael Stierle, zuständiger Projektleiter im Calwer Landratsamt, tut sich mittlerweile "extrem schwer mit Jahreszahlen".

Ein Stolperstein weniger

Dabei vermeldete man bei dem Pressegespräch im Landratsamt, dass zumindest einer der Stolpersteine für das 50-Millionen-Euro-Projekt wohl beiseite geräumt werden kann: Eine Lösung zum Schutz der bedrohten Fledermauspopulation in den beiden alten Tunneln der Württembergischen Schwarzwaldbahn, für die der Naturschutzbund Nabu auch vor Gericht zog, scheint mit der Zwei-Kammer-Lösung gefunden.

Seit Ende Juli läuft ein Versuch mit Hilfe eines Erdbeertunnels, wie er herkömmlich in der Landwirtschaft verwendet wird. Diese Lösung soll die Bahn und den Lebensraum der Fledermäuse räumlich voneinander trennen. Die Frage war nur: Akzeptieren’s auch die Fledermäuse?

Die Ergebnisse sind vielversprechend. Gutachter Gunther Matthäus ist "guter Hoffnung". Winfried Hermann, in dessen Ministerium ein Mitarbeiter auf diese findige Lösung gekommen war, zeigte sich vorsichtig optimistisch: "Wir meinen, es könnte funktionieren."

Doch bislang gibt es nur Trends. Die Datensätze dieser ersten Untersuchungen, die laut dem Ersten Landesbeamten Zeno Danner eine mittlere fünfstellige Summe kosten werden, sind laut Gutachter "noch nicht belastbar". In diesem Jahr sei man mit der außergewöhnlichen Situation konfrontiert, so Matthäus, dass die Tiere später schwärmen: "Man weiß nur nicht, warum." Deswegen sollen die Versuche noch über einen längeren Zeitraum fortgesetzt werden.

Wenn diese Zwei-Kammer-Lösung tatsächlich funktionieren sollte, bleibt die Frage, wie sie am Ende technisch umgesetzt wird. Welche Materialien sollen für die Kammer verwendet werden? Wie sollen die Tiere akustisch vom Bahnbetrieb geschützt werden? Und wie muss die Lösung aussehen, damit die Diesel-Bahn, die anfangs aufs Gleis gesetzt wird, eines Tages trotz dieser Kammer elektrifiziert werden kann? Bislang gibt es laut den Fachleuten im Landratsamt nirgendwo vergleichbare Bauten.

Lösung muss "clever und kostengünstig" sein

Und neben der technischen tut sich auch eine pekuniäre Hürde auf: Das fast 1500 Meter lange Kammerbauwerk für die beiden Tunnel darf nicht zu teuer werden, sonst wird die Wirtschaftlichkeit des ganzen Projekts in Frage gestellt. Für Winfried Hermann muss die Lösung deswegen "clever und kostengünstig" zugleich sein. Denn: "Es gibt schon einen Puffer, aber allzugroß ist es auch nicht."

Auch wenn diese Hürde genommen werden sollte, bleiben noch die Querschüsse aus dem Nachbarkreis Böblingen. Anrainergemeinden und Bürger ziehen dort bekanntlich gegen das Projekt juristisch zu Felde. Dabei habe er, Hermann, mit den betroffenen Kommunalpolitikern eigentlich eine Einigung erzielt: Dass sie dann in den Gemeinderäten "den Eindruck vermittelten, als hätten sie damit nicht zu tun", habe ihn doch "ziemlich geärgert".

Der Minister verwies darauf, wie viel das Land beim Ausbau des Nahverkehrs im Kreis Böblingen in den vergangenen Jahren getan habe – vom Bau der S 60 nach Renningen bis zur bevorstehenden Elektrifizierung der Schönbuchbahn. Jetzt erwarte er von den Böblingern auch eine "gewisse Solidarität" für die Nachbarn in Calw.

 
 

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