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Kreis Calw Kliniken droht die Überschuldung

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Die Kreiskliniken Calw/Nagold schreiben noch immer rote Zahlen. Foto: Fritsch

Kreis Calw - Die Kreiskliniken Calw kommen aus den Negativschlagzeilen nicht heraus: Die hohen Wellen, die eine Chefarztentlassung in Calw schlugen, sind mittlerweile verebbt, die Schließungsgerüchte um die Nagolder Geburtsklinik verstummt – und jetzt das: Den Kliniken droht 2013 die Überschuldung.

Was in solchen Fällen jeder Firma blüht, wurde gestern im Verwaltungsausschuss des Kreistags als Szenario an die Wand gemalt: die Insolvenz. Ein Wort, das in der Debatte über den Jahresabschluss der Kreiskliniken Calw mehrfach fiel und Landrat Helmut Riegger am liebsten aus dem Wortschatz des Zeitungschronisten gestrichen wissen wollte.

So viel steht fest: Die Kreiskliniken Calw gGmbH, in der die beiden Krankenhäuser in Nagold und Calw zusammengeschlossen sind, steckt tief in den roten Zahlen. Mehrere Jahre schrieb die Gesellschaft zwar eine schwarze Null, aber schon seit geraumer Zeit hält die wirtschaftliche Schieflage an. Im vergangenen Jahr summierten sich die Verluste auf 3,35 Millionen Euro, eine Million Euro mehr als im Jahr zuvor. Und die Aussichten sind düster: Schon jetzt prognostiziert man fürs laufende Jahr ein Minus von 4,85 Millionen Euro.

Das Problem daran: Die Kreiskliniken haben eine relativ geringe Eigenkapitalausstattung von fünf Millionen Euro. Der Verlust von 2011 kann damit gerade noch gedeckt werden, übrig blieben knappe 1,7 Millionen Euro. Spätestens nächstes Jahr, wenn die Bilanz noch schlechter ausfällt, wäre das Eigenkapital komplett aufgebraucht. Zur Insolvenz wird es freilich nicht kommen, weil der Landkreis als Gewährträger haften wird – quasi der Calwer Rettungsschirm.

Quer durch alle Fraktionen war man sich dem Ernst der Lage indes bewusst, zumal man schon vor Wochen bei einer Klausurtagung in Bad Herrenalb sich nichtöffentlich dieses brisanten Themas angenommen hatte und als einzige Lösung aus diesem Dilemma die so genannte »Einhäusigkeit« zum Ziel erklärte. Will heißen: An Stelle der beiden Krankenhäuser soll ein neues Klinikum gebaut werden, wobei der Standort noch völlig unklar ist.

Aber selbst über diese Einhäusigkeit besteht keine Einigkeit: Während SPD-Kreisrat Rainer Prewo drängte: »Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren«, plädierte sein CDU-Kollege Ulrich Kallfass, lieber »an mehreren Schrauben« zu drehen und sich nicht nur »auf die Einhäusigkeit zu stürzen«.

Kreischef Riegger betonte einmal mehr die medizinische Qualität der Kreiskliniken: »Wir haben zwei sehr gute Krankenhäuser. Was nicht stimmt, ist die Bezahlung der ärztlichen Leistungen.«

So paradox es klingt: Die Zahl der Patienten, die behandelt wurden, hat zugenommen, nämlich um 4,3 Prozent, und auch die Fallschwere, anhand derer die ärztliche Behandlung verrechnet wird, stieg. Aber die Mehreinnahmen wurden durch die Personalkosten, die um neun Prozent auf 41 Millionen Euro emporschnellten, und zudem durch höheren Materialaufwand mehr als aufgebraucht.
Eines war vor allem den Bürgermeistern im Ausschuss klar: Wenn man die medizinische Versorgung im Kreis Calw aufrecht erhalten will, dann ist das nur über den Kreishaushalt und ergo über eine höhere Kreisumlage möglich, die die Kommunen zu schultern hätten.

Mancher Schultes wie Altensteigs Bürgermeister Gerhard Feeß befürchtet indes, dass man damit die öffentlichen Haushalte überfordert: »Das werden wir nicht durchhalten.«
 

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Calw

Ralf Klormann

Fax: 07051 20077

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