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Kreis Calw Klimaschutzmanager darf weitermachen

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Elias Weigel ist seit 2018 Klimaschutzmanager des Landkreises Calw. Foto: Geideck

Kreis Calw - Elias Weigel kann weitermachen: Der Umweltausschuss des Kreistags hat sich dafür ausgesprochen, den Klimaschutzmanager des Landkreises weitere zwei Jahre zu beschäftigen. Die Fraktionen sehen Potenzial, einzig die AfD ist skeptisch.

Für kleinere und mittlere Kommunen wie im Kreis Calw ist es oft nicht einfach, mit ihrem Personal die Klimaschutzziele von Bund und Land zu bearbeiten und umzusetzen. Oft fehlt die Zeit, um sich einen Überblick im Dschungel der Fördergelder zu verschaffen.

Seit April 2018 beschäftigt der Landkreis daher mit Elias Weigel einen Klimaschutzmanager, der den Kommunen unter die Arme greift und verschiedene Projekte initiiert hat. Dazu gehören unter anderem das Stadtradeln, Workshops an Schulen, das Projekt Recup, mit dem die Zahl an Einweg-Kaffeebechern reduziert werden soll, und der Leitstern Energieeffizienz, an dem der Kreis erfolgreich teilnahm.

"Klimaschutz lohnt sich auf finanziell"

Das Bundesumweltministerium hatte es dem Landkreis schmackhaft gemacht, 2018 die Stelle eines Klimaschutzmanagers zu schaffen, denn Berlin bezahlt die Stelle zu 65 Prozent - allerdings befristet auf drei Jahre. Im Frühjahr 2021 endet die Förderung der Stelle. Das Bundesumweltministerium gewährt zwar eine Anschlussfinanzierung für weitere zwei Jahre, dann werden aber nur noch 40 Prozent der Kosten übernommen. Den Kreis Calw kostet der Klimaschutzmanager die zwei Jahre dann 75.000 Euro. Der Umweltausschuss des Kreistags stimmte dennoch mehrheitlich dafür.

Vor dem Ausschuss zeigte Weigel auf, seit seinem Antritt im April 2018 Einnahmen in Höhe von knapp 260.000 Euro akquiriert zu haben, die für den Klimaschutz in den Kreis Calw geflossen sind. Neben den rund 140.000 Euro, die vom Bundesumweltministerium für seine Stelle aufgebracht wurden, zählten dazu die Förderprogramme Klimaschutz Plus mit knapp 60.000 Euro und Eco-Fit mit knapp 20.000 Euro. Weigel: "Klimaschutz lohnt sich auch finanziell."

Und der Calwer Klimaschutzmanager hat bereits eine Agenda für die kommenden zwei Jahre: Derzeit bewirbt sich der Kreis etwa für den European Energy Award, der laut Weigel "aktuell das große Klimaschutzprojekt" sei. Auch im Photovoltaik-Netzwerk Nordschwarzwald sehe er viel Potenzial. Zudem will der Kreis Calw Wasserstoff-Modellregion werden, also Strom aus erneuerbaren Energien gewinnen und aus diesem "grünen Wasserstoff" gewinnen. Mit Hilfe des Wasserstoffes kann die Energie gespeichert und transportiert werden und Industrie und Verbraucher in der Modellregion mit Energie versorgen.

AfD kritisiert den Kostenpunkt

In puncto Klimaschutz gilt auch für Landrat Helmut Riegger (CDU): "Wir steigen da größer ein." Im Umweltausschuss des Kreistags sieht man das nicht anders. Volker Schuler (Freie Wähler) unterstreicht: "Das kann man richtig was machen. Da sehen wir Potenzial." Der Bürgermeister von Ebhausen setzte dabei vor allem auf die Wirtschaft als Kooperationspartner.

Für SPD-Kreisrat Dieter Dannenmann steht fest: "In den drei Jahren wurde gute Aufbauarbeit geleistet und viel auf den Weg gebracht. Die Stelle jetzt auslaufen zu lassen, wäre falsch."

Jochen Borg (CDU) betonte: "Es war eine gute Entscheidung, die wir 2018 getroffen haben." Mit Blick auf das Vorhaben, Wasserstoff-Modellregion zu werden, sagte der Kreisrat aus Bad Wildbad: "Das wäre ein schönes Aushängeschild für unseren Landkreis."

Andreas Kubesch (Grüne) zitierte einen Satz aus der Sitzungsvorlage, der es auf den Punkt bringe: "Klimaschutz ist kein Projekt, welches zeitnah abgeschlossen ist, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der eines zentralen Ansprechpartners bedarf."

Kritik kam einzig von der AfD. Günther Schöttle, der gegen die Verlängerung mit Klimaschutzmanager stimmte, stellte die Kosten in den Vordergrund, die die Stelle verursacht: "Stadtradeln und Recup, da kann man schon etwas mehr verlangen. Mich beeindruckt das nicht so sehr."

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