Spezialkräfte verhafteten den 36-Jährigen Hamad A. (Symbolbild). Foto: Becker

36-jähriger Syrer soll Sprengsätze für Al-Nusra-Front gebaut haben. Jahrelang für Terrormiliz gekämpft.

Kreis Calw/Karlsruhe - Wie viele Terror-Schergen verstecken sich noch im Nordschwarzwald? Das Landeskriminalamt hat im Kreis Calw einen Syrer verhaftet, der in seiner Heimat jahrelang für die Al-Nusra-Front gekämpft haben soll.

 

Bei der Miliz aus fanatischen Salafisten und selbst ernannten Gotteskriegern handelt es sich um den syrischen Al-Kaida-Ableger, die inzwischen unter dem Namen Fatah al-Scham auftritt.

Verdacht: Bomben für Terrornetzwerk produziert

Was die Verhaftung durch Spezialkräfte besonders brisant macht: Der 36 Jahre alte Hamad A. soll nach Angaben der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ab 2013 Sprengsätze für das Terrornetzwerk hergestellt haben. Nicht auszudenken, was er mit diesen Kenntnissen im Südwesten hätte anrichten können.

Später hat Hamad A. nach den Erkenntnissen der Ermittler als Leiter eines Scharia-Gremiums die Polizei- und Justizaufgaben in der Region Tabka bestimmt. Deren Ziel: die Einführung islamischen Rechts mit teils ebenso brutalen wie rigorosen Mitteln.

Verdächtiger in Untersuchungshaft

Vorgeworfen werden dem Syrer nicht nur die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung, sondern auch Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Zu seiner Standardausrüstung in Syrien gehörte ein Schnellfeuergewehr vom Typ Kalaschnikow.

Daneben soll er dringend tatverdächtig sein, im November 2013 an der Eroberung des Munitionsdepots in der Nähe der syrischen Kleinstadt Mahin beteiligt gewesen zu sein. Der Ermittlungsrichter ordnete deshalb umgehend Untersuchungshaft an. Zuvor hatten die Beamten des Landeskriminalamts seine Unterkunft im Kreis Calw eingehend auf den Kopf gestellt.