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Kreis Calw Jugendhilfe greift früher ein als bisher

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Die Jugendhilfe im Kreis Calw hat mehr zu tun. Foto: Jörn Steiner - stockadobe.com

Kreis Calw - Die Jugendhilfe hatte 2017 einen eklatanten Anstieg der Fallzahlen zu verzeichnen. Norbert Weiser, Jugendhilfe-Dezernent, hat für einen Teil der Fälle eine plausible Erklärung: Durch die jüngst bekannt gewordenen Fälle des Kindesmissbrauchs sei die Sensibilität bei den Menschen gestiegen.

Streng genommen ist es also keine so schlechte Nachricht, dass die Jugendhilfe sich um mehr Fälle kümmern muss. Denn dann können Geschehnisse, wie die in Lenzkirch, wo der dreijährige Alessio 2014 von seinem Stiefvater zu Tode geprügelt wurde, in Zukunft vielleicht verhindert werden. "Wir bekommen jetzt häufiger Hinweise aus der Nachbarschaft, dass man mal bei einer Familie nach dem Rechten sehen soll", berichtete Weiser in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Kreistags.

Zweiter Grund für die steigenden Zahlen: Kinder, die in Heimen leben und deren Familien in den Landkreis ziehen, werden sofort in hiesige Heime übernommen. Und das war immerhin zwölfmal der Fall. "Wir haben viele Zuzüge in den vergangenen Jahren, weil wir hier noch bezahlbaren Wohnraum haben", erklärte der Jugendhilfe-Dezernent. Wegzüge hingegen gebe es kaum Gerade einmal 36 seit 1997. Demgegenüber stehen 98 Zuzüge.

Aber auch die Zahl der Inobutnahmen, also die Fälle, in denen "in eigener Zuständigkeit" wegen akuter Kindswohlgefährdung eingegriffen werden musste, haben sich 2017 nahezu verdoppelt. "So einen Anstieg hatten wir bisher noch nicht", sagt Weiser.

Landrat zeigt sich schockiert ob einiger Vorfälle

Natürlich sind durch die Fallzahlanstiege auch die Kosten für den Landkreis massiv in die Höhe geschossen. Der Zuschussbedarf ist um 16 Prozent auf elf Millionen Euro gestiegen. "Aber wir wollen, wenn Gefahr besteht, lieber den sicheren Weg gehen", betonte Weiser. Und in manchen Fällen bedeute das eben, die Kinder aus den Familien zu nehmen. Entweder in Vollzeitpflege, also in Pflegefamilien, oder – wenn es nicht anders geht – in Heimen. "Wir sind da gut aufgestellt", sagte Landrat Helmut Riegger. "Aber wir müssen natürlich schauen, dass uns der Haushalt nicht davonrennt."

Anderes Thema, ähnliche Zahlen: die Tagespflege. Dieser Bereich, der das Angebot der Kindertagesbetreuung komplettieren soll, hat sogar den steilsten Anstieg zu verzeichnen. 125 Fälle kamen 2017 hinzu, das macht 47 Prozent aus. Die Tagespflege soll Familien und Alleinerziehenden helfen, einer Beschäftigung nachgehen zu können und ihr Kind dennoch in sicheren Händen bei Tageseltern zu wissen. Gerade, wenn es zeitlich nicht möglich ist, das Kind in einer Tagesstätte oder im Kindergarten unterzubringen. "Fallzahlenanstiege sind hier durchaus gewollt", heißt es dazu in der Sitzungsvorlage.

Zurück zu den Problemfällen: Sind die Zahlen nur im Landkreis Calw so exorbitant gestiegen oder ist das überall der Fall? "Wir haben solche Steigerungen in jedem Landkreis", betonte Weiser. "Durch die Sensibilisierung greift man früher ein als bisher. Das sind Sachen, die man nicht unter den Teppich kehren darf."

Denn: "Das Wichtigste ist, das Leben der Kinder zu schützen", fügte Riegger hinzu. Es schockiere ihn, welches Ausmaß manche Fälle erreichen. Gerade diejenigen, die in den Medien kursieren. "Das ist ein Abbild der Gesellschaft, da kann man nur den Kopf schütteln."

Gerade damit so etwas nicht passiert, sei die Prävention im Kreis Calw so wichtig. "Ein großes Lob an die Mitarbeiter, denn das ist keine leichte Aufgabe."

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Calw

Ralf Klormann

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