Foto: Mopic – stock.adobe.com

Neue Maßnahmen zum Klimaschutz ergreifen, auch während der Pandemie – dieser großen Aufgabe widmen sich zwölf Unternehmen aus der Region im Rahmen des KLIMAfit-Projekts des Landkreises Calw.

Kreis Calw - Das Projekt setzt sich aus vier halbtägigen Online-Workshops und drei Beratungsterminen vor Ort in den Betrieben zusammen. Am Dienstag erfolgte mit der Auftaktveranstaltung und dem ersten Workshop der Startschuss für KLIMAfit.

Frank Wiehe, Erster Landesbeamter des Landkreises Calw, richtete zunächst einige Grußworte und eine Danksagung an die zwölf teilnehmenden Unternehmen. Er sei insbesondere in der heutigen Zeit froh, wenn sich Unternehmen neben dem Infektionsschutz auch noch mit anderen wichtigen Themen wie dem Klimaschutz auseinandersetzen. "Klimaschutz war vor der Pandemie in aller Munde und wird es danach auch wieder sein", betonte Wiehe. Es sei eine der größten Herausforderungen, die es gemeinsam als Gesellschaft zu lösen gelte. Die Politik alleine komme damit nur schwer zurecht. Er hoffe deshalb, dass auch der Landkreis Calw einen großen Beitrag dazu leisten werde.

Tobias Haußmann, Wirtschaftsförderer des Landkreises Calw, lobte ebenfalls die Bereitschaft der Unternehmen, ungeachtet der Corona-Pandemie "einen Kopf für den Klimaschutz zu haben". Denn dieser sei "eines der dringlichsten Themen unserer Zeit". Man werde mit diesem Projekt zwar nicht den Klimawandel stoppen und die Welt retten können, allerdings gelte das Motto "Global denken – regional handeln". Er beobachte bei den Unternehmen aus der Region ein zunehmendes Bewusstsein für den Klimaschutz. Haußmann freute sich zudem, "die komplette Bandbreite der Wirtschaft aus der Region" und ein "hochkarätig besetztes Teilnehmerfeld" beim KLIMAfit-Programm begrüßen zu dürfen. Er sei stolz, dass Calw der erste Landkreis ist, der dieses Projekt umsetzt. Es habe daran zwar auch Kritik gegeben – allerdings sei es wichtig, im Bezug auf den Klimaschutz immer wieder Impulse zu geben und neue Akzente zu setzen. Das werde sich für die Betriebe in Zukunft auch betriebswirtschaftlich lohnen, versichert Haußmann.

Engagement von möglichst Vielen

Anschließend stellte Ute Kessler, die zusammen mit Franziska Lüke das Projekt leitet, das Programm von KLIMAfit vor. Die Beiden dienen als Ansprechpartnerinnen der Arqum GmbH, die als Projektpartner dient. Die Arqum GmbH ist verantwortlich für die Durchführung und Nachbereitung des Workshops und betreut die Betriebe vor Ort. Für jedes Unternehmen soll dabei eine individuelle Klimaleitlinie erarbeitet werden, über die auch alle Mitarbeiter informiert werden sollen.

Zudem soll jedes Unternehmen ein Klimateam bilden sowie einen Klimabeauftragten ernennen. Anschließend wird die Treibhausgas-Bilanz erarbeitet, um daraus Maßnahmen zur Reduktion von Emissionen und damit auch zur Kosteneinsparung abzuleiten. Bei KLIMAfit handle es sich zudem um ein "Netzwerkprojekt", betont Kessler. Der Erfahrungsaustausch der unterschiedlich großen Unternehmen – von acht bis 8000 Mitarbeitern – aus verschiedenen Branchen stehe im Vordergrund. Am Ende des Projekts erhalten die teilnehmenden Unternehmen dann eine Auszeichnung als "KLIMAfit-Betrieb".

Mit Roland Schestag nahm zudem auch ein Vertreter des Umweltministeriums Baden-Württemberg, welches das Projekt fördert, an der Online-Veranstaltung teil. Schestag betonte, dass der Klimaschutz "ganz oben auf der Agenda des Landes" stehe. Auch im Koalitionsvertrag, der momentan ausgehandelt wird, spiele das Thema eine prominente Rolle.

Auf Landesebene gebe es zudem seit rund einem halben Jahr eine Klimaschutzstrategie. KLIMAfit sei dabei eines der Elemente, um Unternehmen den Klimaschutz näher zu bringen, erklärte Schestag. Er freue sich über eine "tolle Teilnehmerzahl" bei dem Workshop. Es gebe unter den Teilnehmern einige Betriebe, die im Bereich Umweltmanagement schon sehr weit sind, während andere gerade erst beginnen würden, sich mit der Thematik zu befassen. Diese Diversität sei für das Projekt hilfreich, denn sie fördere den Austausch zwischen den Unternehmen, betont er. Sein Fazit: "Um Klimaschutz in der Gesellschaft zu verankern, braucht es das Engagement von möglichst Vielen."

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: