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Kreis Calw Hesse-Bahn: Zweckverband gründet sich

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So stellen sich die Planer den für die Hesse-Bahn umgestalteten Haltepunkt am ZOB in Calw vor. Foto: Bugenings Eisenbeis Ingenieure

Kreis Calw - Aller Steine zum Trotz, die der Hesse-Bahn aktuell so in den Weg gelegt werden, schafft man im Calwer Landratsamt weiter Fakten. Jetzt hat man ganz offiziell den Zweckverband für das Zukunftsprojekt aus der Taufe gehoben – und gleich noch eine unmissverständliche Botschaft geschickt.

Noch bevor irgendeine Formalie erledigt war, noch bevor irgendein Posten besetzt war, demonstrierte der Calwer Landrat Helmut Riegger erneut seine unbedingte Entschlossenheit, das Projekt Hermann-Hesse-Bahn umzusetzen: "Wir werden die Hesse-Bahn allen Unkenrufen zum Trotz umsetzen", sagte er am Dienstag Abend vor den Männern und Frauen, die die Verbandsversammlung des Zweckverbands Hesse-Bahn bilden. "Die Steine, die uns in den Weg gelegt werden, die werden uns nicht stoppen. Wir werden sie entweder wegräumen oder drumherum fahren", machte er klar. Für eine Umsetzung seien die Voraussetzungen "hervorragend", so Riegger weiter, zumal auch von vielen Seiten Unterstützung komme. So habe sich etwa die Karlsruher Regierungspräsidentin Nicolette Kressl im persönlichen Gespräch voll hinter das 49-Millionen-Projekt gestellt, berichtete der Kreischef. Selbst bei einem Treffen aller vier baden-württembergischen Regierungspräsidien sei die Hesse-Bahn ein Thema gewesen.

Zudem hob Riegger das gute Miteinander mit den beteiligten Bürgermeistern – Ralf Eggert aus Calw, Clemens Götz aus Althengstett und Jürgen Fuchs aus Ostelsheim – hervor. Vertreter aus den Gemeinderäten dieser Kommunen sowie aus dem Kreistag bilden die 20-köpfige Verbandsversammlung (siehe Info).

Nach dieser kraftvollen Ouvertüre schritten die Mitglieder der Verbandsversammlung zur Tat und wählten Landrat Helmut Riegger zum Vorsitzenden, den Calwer Oberbürgermeister Ralf Eggert zu seinem Stellvertreter.

Die Geschäftsführung des neuen Zweckverbands solle so schlank wie möglich aufgestellt werden, hob der eben zum Vorsitzenden gewählte Helmut Riegger hervor.

Deshalb werden die Mitarbeiter des Landratsamts, die bisher in Form eines Projektbüros innerhalb der Behörde die Hesse-Bahn vorangetrieben haben, dies künftig im Namen des Zweckverbands tun. Und so wählte die Versammlung den bisherigen Projektverantwortlichen Michael Stierle zum Verbandsgeschäftsführer, Holger Schwolow aus Stierles Team wird sein Stellvertreter beim Zweckverband.

Kreis Calw. Frisch ins Amt des Geschäftsführers des Zweckverbands Hermann-Hesse-Bahn gewählt, brachte Michael Stierle die Mitglieder der Versammlung, die auf einem unterschiedlichen Informationsstand waren, auf den aktuellsten Stand der Dinge bei der Umsetzung des 49-Millionen-Projekts. Zunächst schilderte er das Konzept, nach dem die Hesse-Bahn einmal fahren soll. Geplant ist auf der Strecke von Calw über Weil der Stadt nach Renningen wochentags zwischen 5 und 20 Uhr ein Halbstunden-Takt. Nach 20 Uhr und am Wochenende soll ein Stundentakt gelten.

Bei den Fahrzeiten kalkulieren die Planer mit 24 Minuten für die Strecke Calw - Renningen. Die Fahrt von Calw nach Sindelfingen soll – inklusive Umsteigen – 42 Minuten dauern. Für die Reise von Calw zum Stuttgarter Hauptbahnhof geben die Macher eine Gesamtfahrzeit von einer Stunde an.

Zwei Brücken könnte man schon jetzt bauen

Als Fahrzeuge sind zunächst die gleichen vorgesehen wie sie aktuell auf der Strecke der Kulturbahn im Nagoldtal verkehren. Danach ist geplant, Fahrzeuge mit Brennstoffzellen-Antrieb einzusetzen. Stierle und Calws Landrat Helmut Riegger betonten, dass es sich bei den Brennstoffzellen-Fahrzeugen nicht um Zukunftsmusik handle. 2018 gingen sie bereits in den realen Testbetrieb auf Strecken in der Nähe des Sitzes des Herstellers bei Salzgitter, so Stierle.

Stierle gab darüber hinaus auch eine Übersicht, für welche neuen Bauwerke denn schon Planungsrecht besteht. Demnach könnten rein formell die Brücke über die B 294 bei Calw-Heumaden und der Lückenschluss bei Weil der Stadt schon gebaut werden. Im Fall des Letzteren war die Stadt Weil der Stadt mit einer Klage gescheitert.

Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat zudem für den Neubautunnel am Hacksberg und den zweigleisigen Ausbau bei Ostelsheim einen Planfeststellungsbeschluss gefasst. Dieser Beschluss ist es, gegen den der Naturschutzbund Baden-Württemberg Klage eingereicht hat. Deshalb sei auch nicht der Kreis Calw der Beklagte in diesem Verfahren, sondern das Land Baden-Württemberg, stellte Stierle in der Sitzung klar.

Weitere Planfeststellungsverfahren laufen dagegen noch, so etwa für die baulichen Veränderung für den Streckenabschnitt "Im Hau" zwischen Calw-Heumaden und Althengstett und für die Erweiterung des Bahnhofs Renningen. Eröffnet werden noch zwei weitere solcher Verfahren: für den Bereich östlich des Forsttunnels sowie ein Sammelverfahren, das den Neubau von zwei Bahnübergängen, die Verlegung der Haltepunkte Calw-Heumaden und Althengstett und den Neubau des Bahnhofs am ZOB in Calw umfasst.

Großen Raum, besonders in der Öffentlichkeit, hat der Punkt Artenschutz in der Arbeit der Planer eingenommen. Und das nicht nur im Fall der Fledermäuse, bei denen man nach aufwändigen Maßnahmen auf einen Komplettbestand von rund 1000 Tieren in den beiden bestehenden Tunneln gekommen ist. Auch die Umsiedlung einer Population von Steinkrebsen hielt das Landratsamt bis dato in Atem. Für die Umsiedlung kundschaftete man 180 in Frage kommende Gewässer aus, fand fünf geeignete und siedelte eine kleine Gruppe probeweise um. Nachdem diese Aktion von Erfolg gekrönt war, will man die Umsiedlung der Tiere in diesem Jahr abschließen.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Calw

Ralf Klormann

Fax: 07051 20077

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