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Kreis Calw "Frei.Gänge" locken aus Corona-Pause

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Stellten jetzt die neuen "Frei.Gänge" vor: Kartograph Altan Cicek (von links) von der Agentur "Tour Konzept", die Leiterin der Tourismusinformation Calw, Manuela Röskamm, Neubulachs Hauptamtsleiterin Susan Mäder, die Leiterin in der Teinachtal-Touristik Franziska Bürkle sowie Neubulachs Bürgermeisterin Petra Schupp. Foto: Kunert

Kreis Calw - Sie heißen "Frei.Gänge". Insgesamt sechs neue Wanderrouten rund um Calw, das Teinachtal und hier insbesondere Neubulach. "Frei.Gänge" – richtig, klingt ein wenig so, als würde man in diesem Zeiten dem "Corona-Knast" entkommen. Und so ein bisschen ist das auch tatsächlich so gemeint.

Altan Cicek ist an diesem strahlenden Morgen richtig gut aufgelegter. Der diplomierte Kartograph von der Schonacher Agentur "Tour Konzept" hatte mit seinen Kollegen die ursprüngliche Idee zu diesem nagelneuen Wanderformat – und zwar mitten im massivsten Corona-Lockdown im April. "Als wir ja alle zum grundsätzlichen Zuhausebleiben verdonnert waren." Nur allein raus in die Natur durfte man. Vor die eigene Haustür. Zur Erholung, um Frischluft zu schnappen. Daraus wurden die "Frei.Gänge" geboren.

Weil’s eben eine tolle Assoziation bietet – neben dem griffigen Namen: man ist frei, abseits der bekannten Routen auf neu zusammengestellten Rundkursen "freie" sowie tolle Ausblicke in die Region zu erkunden. Wobei die verschiedenen Wegführungen auch unterschiedliche Lauflängen und Schwierigkeitsgrade bieten – von ganz leicht (auch mit Kinderwagen zu bewältigen) bis schon "echte Herausforderungen", wenn beispielsweise die herausragenden Aussichtpunkte rund um Calw auf Nagoldtal und Heckengäu auf einem 15,7 Kilometer-Weg erkundet werden.

Von krass bis leicht

Wer es nicht gar so krass mag – persönlicher Tipp von Petra Schupp, Bürgermeisterin von Neubulach: der "Frei.Gang auf sonniger Höhe über Neubulach". Auf 11,6 Kilometern (wenn man’s möchte) gibt’s in dem kinderwagentauglichen, mittelschweren Gelände auch hier unfassbar schöne Ausblicke – auf das "Neubulacher Entenglück" zum Beispiel. Man kann in Altbulach das Atelier von Bildhauer Albert Volz besichtigen (nach Voranmeldung), die pittoreske Neubulacher Altstadt erkunden und eben die viele Natur drumherum genießen. An diesem Morgen, bei Vorstellung der neuen Runde, ist die Luft hier oben tatsächlich kristallklar – was am tiefblauen Himmel erkennbar ist. "Dazu weht hier immer eine leichte, erfrischende Brise", erklärt die Bürgermeisterin, sodasss man hier selten wirklich ins Schwitzen gerät.

Druckfrisch hält sie auch den eigens produzierten Prospekt in den Händen, den die Kommunen Calw und Neubulach für die Teinachtal-Touristik gemeinsam für die neuen "Frei-Gänge" herausgebracht haben. In Rekordzeit – wenn man bedenkt, dass das neue Konzept ein echtes Kind des Corona-Lockdowns ist. Und damit – gerade rechtzeitig zum Beginn der großen Ferien in Baden-Württemberg – für die neue Sehnsucht der Menschen nach Entdeckung ihrer unmittelbaren Heimat herhalten kann.

Wandern sei als ultimatives Mittel der Naherholung schon vor Corona immer beliebter geworden – aber die Bedingungen durch die Pandemie mit den vielfachen Reisebeschränkungen hätten diesen "Mega-Trend" noch einmal verstärkt.

Engpässe kommen vor

Was nicht immer nur "positiv" für die Natur sei, wie die Touristiker in der Präsentations-Runde der neuen "Frei.Gänge" bestätigen. "Es kommt schon zu echten Engpässen" auf den besonders bekannten Wanderrouten, gerade an Wochenenden seien die Parkplätze an den jeweiligen Startpunkten "schon mal richtig überlaufen". Auch deshalb die große Geschwindigkeit, mit der Cicek und seine Kollegen – nachdem die Idee zu den Frei.Gängen einmal geboren und in Calw und Teinachtal auf so fruchtbaren Boden gefallen war – die Routen im Detail ausgearbeitet haben.

Und auch alle notwendigen Werbemittel dafür realisierten: Neben dem umfangreichen und erfreulich detailliertem Prospekt, gibt es (von manchen Wanderenthusiasten gerade aus der Region) auch eine noch ausführlichere Webpräsenz (www.frei-gang.org) – auf der auch alle Karten, Wegbeschreibungen und der Prospekt heruntergeladen werden können.

Die Hoffnung, die hinter diesem immensen Organisations-Einsatz steckt: "Mit den neuen, alternativen Routen der ›Frei.Gänge‹ soll auch die Situation auf den bekannten Wanderwegen der Region in den Spitzenzeiten etwas entzerrt werden." Denn – wir stecken alle nach wie vor in der Pandemie. Auch in der Natur, beim Wandern sind die 1,5 Meter Mindestabstand zu anderen Personen unbedingt einzuhalten – weshalb es gelte, die immer mehr Wanderlustigen, die auch immer jünger werden, in der Region "besser zu verteilen". Auch, um die aus der neuen Wanderwelle resultierenden "Herausforderungen" für die Menschen, die hier wohnen, auf ein erträgliches Maß zu halten. Es nütze ja nichts, wenn immer mehr Menschen zur Naherholung in den Nordschwarzwald kämen, wenn dadurch die Lebensqualität der Menschen, die hier jeden Tag lebten, leiden würde. Dann sei irgendwann die Erholung für alle gefährdet.

Noch ein Tipp der Tourismus-Profis: Vielleicht nicht unbedingt an einem Wochenende die neuen, tollen Routen erkunden – sondern "an einem freien Wochentag", wenn mutmaßlich der Andrang nicht gar so groß sein würde. Und eine unbedingte Bitte: Alles, was zu einer Wanderung in die Natur "mitgebracht" werde, auch immer unbedingt wieder mit nach Hause nehmen. "Damit auch die Nächsten sich über ihre ›Frei.Gänge‹ wirklich unbeschwert freuen können", heißt es.

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