Die Deutsche Krebsgesellschaft sieht die Krankenhausreform kritisch. Zum Tag der Krebsvorsorge gibt unsere Redaktion einen Überblick zu dem Thema.
Weißer Hautkrebs war unter den Versicherten der AOK Baden-Württemberg im Jahr 2023 die häufigste Krebserkrankung. Darauf folgte Brust- und Prostatakrebs.
Unsere Redaktion gibt daher zum Tag der Krebsvorsorge am Freitag, 28. November, einen Überblick. Dabei geht es um die Vorsorge, Vorbeugung und warum die Deutsche Krebsgesellschaft negative Folgen für Patienten durch die Änderung der Krankenhausreform sieht.
Durch drei Bereiche könne das Risiko von Krebs deutlich gesenkt werden: gezielte Vorsorge, ein gesunder Lebensstil und das bewusste Vermeiden bekannter Risikofaktoren. Das berichtet Nina Lägel, Pressesprecherin der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg.
Verschiedene Programme zur Früherkennung
Vorsorge sei deshalb so wichtig, weil die Chancen auf eine Heilung in frühen Stadien der Krankheit höher seien. Regelmäßige Untersuchungen können daher helfen.
Für gesetzlich Versicherte in Deutschland stünden alters- und geschlechtsspezifische Früherkennungs-Programme zur Verfügung wie etwa das Hautkrebsscreening oder Früherkennungsangebote für Darmkrebs. Außerdem senke die Wahrnehmung der HPV-Impfung beispielsweise das Risiko von Gebärmutterhalskrebs.
Der Vorsorge-O-Mat der AOK könne dabei helfen. Er ist ein kostenloses Online-Tool und könne je nach Alter und Geschlecht eine Übersicht der möglichen Vorsorgeuntersuchungen aufzeigen, so Lägel. Auch eine gesunde Ernährung mit Bewegung, genügend Schlaf, maßvollem Umgang mit Alkohol und dem Verzicht auf Tabakwaren könnten das Krebsrisiko senken.
Krankenhausreform soll nachjustiert werden
Auch die Helios Klinik in Rottweil rät zu einem gesunden Lebensstil und Vorsorgeuntersuchungen, um den Krebs bestmöglich zu bekämpfen oder zu prävenieren. Die Helios Klinik habe sich auf die Behandlung von Darm- und Brustkrebs spezialisiert, so Pressesprecherin Julia Stapel.
Doch ein solcher Vorsorgetermin beim Arzt muss erst mal gemacht werden. Im Kreis Rottweil gar nicht so leicht. Ärztemangel ist hier ein großes Thema. 40 Prozent der angesiedelten Ärzte seien älter als 60 Jahre, wurde neulich im Kreistag deutlich. Und 80 Prozent der Praxen seien nicht zukunftsfähig.
Versorgung dürfe nicht „verwässert“ werden
Die Krankenhausreform soll nun das Gesundheitssystem entlasten. Die Nachjustierung der Krankenhausreform soll den Bundesländern mehr Freiraum geben. Dabei soll es mehr Ausnahmen bei den strengen Qualitäts- und Personalregeln geben.
Doch genau das kritisiert die Deutsche Krebsgesellschaft. Patienten sollten unabhängig von ihrem Wohnort dieselben Standards in ihrer Behandlung erhalten, findet sie. Gerade in der Onkologie, die sich durch ihre Spezialisierung auszeichne, sei die Reform ein Rückschritt.
Nina Lägel ist ebenfalls der Meinung, dass durch die Reform die Qualität nicht verwässert werden dürfe. Medizinische Standards müssten Vorrang haben. Bislang seien die Auswirkungen in Baden-Württemberg und somit auch für den Landkreis Rottweil noch unklar. Der Krankenhausplan für Baden-Württemberg sei noch nicht fertiggestellt.
Helios Klinik sieht Vorteile in Spezialisierung
Im Vergleich begrüßt die Helios Klinik die geplante Reform. Entscheidend sei, dass die Versorgung der Patienten im Mittelpunkt stehe und eine Struktur entstehe, auf die Verlass sei, so Pressesprecherin Julia Stapel. Durch die engere Vernetzung von Kliniken, Fachabteilungen und ambulanten Partnern, würde Expertise gebündelt und somit der Zugang zu spezialisierten Leistungen verbessert werden, sagt Stapel. Das würde auch den Patienten in Rottweil zu Gute kommen.