Die beiden „Brustzentren“ am Klinikum in Lahr und in Offenburg erhielten vor genau 20 Jahren erstmals ihre Zertifizierung durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) – und erfüllen die Anforderungen dafür seither. Beide Einrichtungen verzeichnen mehr als 400 Erstbehandlungen pro Jahr.
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Jede achte bis zehnte Frau in Deutschland erkrankt im Laufe ihres Lebens daran, informiert das Ortenau-Klinikum. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko. Seit der Gründung der beiden Brustzentren in der Ortenau hat sich die Diagnostik und Therapie von Brustkrebs wesentlich weiterentwickelt. Mit der Einführung und Etablierung des Mammografiescreenings vor ebenfalls rund 20 Jahren ist die Zahl der Früherkennungen deutlich gestiegen. „Erfreulicherweise erkranken immer weniger Frauen an fortgeschrittenen Tumoren“, erklärt Juliane Farthmann, Leiterin des Lahrer Brustzentrums. „Je früher die Krankheit entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen.“
Gleichzeitig haben sich die Therapien weiter ausdifferenziert und können im Rahmen einer „personalisierten Medizin“ vermehrt individuell auf die Patientinnen abgestimmt werden. „Wir arbeiten an unseren Brustzentren nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Dadurch stehen uns zielgenauere und häufig weniger belastende Methoden zur Verfügung als noch vor wenigen Jahren“, betont Karsten Münstedt, Leiter des Offenburger Brustzentrums.
Brustzentren am Klinikum werden 2003 gegründet
„Unsere beiden zertifizierten Brustzentren in Lahr und Offenburg sind eine wichtige Säule im medizinischen Versorgungsangebot der Region. Das 20-jährige Bestehen zeugt von einem sehr hohen Engagement der Teams aus erfahrenen Experten in Medizin und Pflege. Allen Beteiligten gilt unser Dank für die über viele Jahre geleistete hervorragende Arbeit“, betont Peter Kraemer, Medizinischer Vorstand des Klinikums.
Gegründet wurden die beiden Brustzentren in der Ortenau 2003 von den ehemaligen Chefärzten Jan Willem Siebers (Offenburg) und Axel Göppinger (Lahr). „Damit war der Grundstein für die enge Vernetzung aller an der Brustkrebsbehandlung beteiligen Kooperationspartner wie Onkologen, Radiologen, Pathologen und Strahlentherapeuten sowie Psychoonkologen, Physiotherapeuten, des Sozialdienstes, aber auch der niedergelassenen Praxen bis hin zu Selbsthilfegruppen gelegt“, so das Klinikum.
Nach langjähriger Zusammenarbeit mit dem Brustzentrum des Uni-Klinikums Freiburg wird das Brustzentrum Lahr seit Jahresbeginn 2022 als eigenständiges Krebszentrum im Verbund des Ortenau-Klinikums geführt. „Im Rahmen einer turnusmäßigen Zertifizierung konnten wir aufzeigen, dass wir alle Anforderungen und Qualitätsvorgaben an ein eigenständiges Zentrum erfüllen“, so Farthmann. Seitdem haben beide Brustzentren ihre Zusammenarbeit im Klinikverbund weiter gestärkt.
Mediziner ziehen positive Bilanz aus 20 Jahren
„Für unsere Patientinnen aus der gesamten Ortenau hat eine enge Kooperation unserer Zentren viele Vorteile“, betonen die beiden Zentren-Leiter. Mit weit mehr als 400 Erstbehandlungen pro Jahr an den beiden Brustzentren stehe eine „außerordentliche Expertise“ zur Verfügung. Nach 20 Jahren Zertifizierung ziehen die beiden Mediziner eine positive Bilanz: „Daten der Deutschen Krebsgesellschaft zeigen, dass die Behandlung in zertifizierten Zentren im Vergleich zur Behandlung in nicht-zertifizierten Einrichtungen zu deutlichen Überlebensvorteilen der Betroffenen führt.“ Bei Patientinnen mit Brustkrebs würde dieser Vorteil bis zu 23 Prozent betragen. Die Früherkennung, der medizinische Fortschritt und die langjährige Expertise sorgten dafür, dass die Heilungschancen in der Regel sehr gut seien.
Info-Veranstaltung
Anlässlich des 20-jährigen Bestehens laden die beiden Brustzentren zu einer Info-Veranstaltung zum Thema Brustkrebs am Samstag, 15. Juli, von 11 bis 15 Uhr in die Feldscheune in Kehl ein. Auf dem Programm steht unter anderem ein Vortrag über „Ernährung und Sport bei Krebs“. An verschiedenen Infoständen stellen sich Sport- und Selbsthilfegruppen vor. Für Speisen und Getränke während der Veranstaltung ist gesorgt. Die Teilnehme ist kostenfrei.