Daniel Hofmeier (Mitte an der Kamera) bei Dreharbeiten. Er setzt auf Vernetzung und versucht die Kreativszene zusammenzubringen. Die IHK unterstützt dabei. Foto: Daniel Hofmeier

Bei dem Begriff Filmproduktion denkt man nicht unbedingt an die Region Schwarzwald-Baar – doch bewegte Bilder werden auch hier produziert. Die Kreativszene setzt dabei auf weitere Vernetzung.

Daniel Hofmeier stammt aus der Region, war zum Studium weg und kam zurück. Film war und ist seine Leidenschaft. Dafür gab es zwei Optionen, entweder in einer Werbeagentur zu arbeiten oder sich selbstständig machen. Nach einer Agenturphase wagte er den Sprung in die Selbstständigkeit unter anderem mit Image- und Werbefilm. Er fragte sich irgendwann: Gibt es denn noch andere, die das gleiche tun wie ich? Und: Wäre es nicht möglich, sich mit diesen zu vernetzen?

 

Netzwerk Gründe, ein Netzwerk der Kreativen und Filmschaffenden aufzubauen, gibt es einige. „Man muss einfach mit anderen Leuten, die einen verstehen, darüber reden“, erzählt Daniel Hofmeier, vor allem in Phasen, wenn man auf der Suche nach einer Problemlösung ist.

Kurz vor Corona ging er die Sache an und kam auf seiner Suche zur Runde der Filmkreativen am Bodensee, hinter denen die Filmcommission Bodensee steht, die wiederum ein Teil der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG) ist, die ihren Sitz in Stuttgart hat.

Regelmäßige Treffen Er war zunächst auf den Netzwerktreffen in Stuttgart. Dort hat er Filmschaffende aus der Region kennengelernt, er hatte die Idee für einen Stammtisch in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg und durch einen glücklichen Zufall kam die Kooperation mit den Kollegen aus Konstanz zustande. „Wenn ich das mache, dann regelmäßig“, war seine Devise und so ging es darum, Vorhandenes auszubauen. Denn zum Bodensee ist es nicht weit, und das regelmäßige hat mehrere Vorteile. Meist bildet sich ein harter Kern heraus und vor allem lernt man sich besser kennen und muss nicht jedes Mal in eine neue Vorstellungsrunde. Ein Mal im Vierteljahr waren die Treffen geplant – was dann erst einmal durch die Pandemie ausgebremst wurde. Im Schnitt sind rund 25 Personen dabei, immer mehr auch aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis.

Außerhalb Stuttgarts Mit dabei war man bei den Filmschauen Baden-Württemberg in der Landeshauptstadt, die vom Filmbüro Stuttgart ein Mal im Jahr organisiert werden. Daniel Hofmeier merkte sehr schnell: In Stuttgart gibt es ein gewisses Netzwerk, außerhalb reißen diese Kontakte jedoch schnell ab. Aber: „In einer globalisierten Welt macht es keinen Sinn nur über Landkreise zu reden“, ist er überzeugt.

Bei diesem Projekt ist viel Einsatz von der Organisatoren nötig. „Nach Corona darf man sich nicht der Illusion hingeben, dass mit einem Newsletter oder einem Termineintrag auf LinkedIn getan ist, da muss man schon idealistisch rangehen, um das voranzutreiben“, so Hofmeiers Erfahrung aus den vergangenen zwei Jahren.

Austausch wichtig Doch er ist zuversichtlich und er schwärmt von den Treffen mit seinen Branchenkollegen. Diese bringen viel Energie und Unterstützung und manchmal hilft es einfach, mit jemanden zu quatschen. Es bringt „neuen kreativen Input“. Deswegen möchte er die Treffen auch nicht mehr missen. „Ich sehe sie als großen Mehrwert.“ Und damit meint Hofmeier nicht einen, den man in Euro und Cent messen kann. Es kommt aber durchaus öfters vor, dass es irgendwann zu einer Empfehlung und einem Auftrag komme.

Anlaufstelle Was es auf jeden Fall benötige, ist mehr Standing der Kreativbranche und auch der hiesigen Filmbranche und eine bessere Vernetzung. Es geht um das Definieren von Problemen und um dessen Lösung. Das kann Verschiedenes sein. Als Beispiel nannte er ein solches Netzwerk als Anlaufstelle für junge Menschen, die in dieser Branche einsteigen wollen. Es geht hier um Informationsfluss. Dann kann er sich durchaus vorstellen, auch Auszubilden, aber: Sein Unternehmen sei hierfür zu klein. Er sieht jedoch Möglichkeiten, wenn sich zwei oder drei der Unternehmen zusammentun und der Auszubildende in allen Firmen abwechselnd arbeitet, um die Lerninhalte vermittelt zu bekommen. Denn jede der hiesigen Filmfirmen hätten einen anderen Schwerpunkt.

IHK unterstützt Unterstützung kommt seit neuestem auch von der IHK. Philipp Hilsenbek, Geschäftsbereichsleiter Netzwerk, und Alexander Kiock aus dem gleichen Fachbereich hatten kürzlich Vertreter der regionalen Kreativbranche in das Haus der Wirtschaft eingeladen, um mittelfristig ein Netzwerk ins Leben zu rufen, das aus den Kreativen der Region besteht. Anwesend waren an diesem Abend von Inhabern von Werbeagenturen, Filmschaffenden, Gamingproduzenten bis hin zu freiberuflichen Textern eine bunte Mischung.

Treffen Kreativwirtschaft Der nächste Termin steht seit kurzem nun auch fest. Am 19. Oktober, voraussichtlich um 17 Uhr trifft man sich im Haus der Wirtschaft, in der Albert-Schweitzer-Straße 7 in Villingen-Schwenningen. Mittelfristig stehen die Themen Exkursionen zu Veranstaltungen, in Firmen und Ausbildung in Kleinbetrieben und Bürokratieabbau auf der Agenda.

Die IHK bündelt die regionalen Kreativen in ihrem Arbeitskreis Kreativwirtschaft. Hierfür werden sowohl die drei Landkreise als auch die verschiedenen Teilbereiche, die die Kreativwirtschaft ausmachen eingebunden. Interessierte Unternehmen können sich melden bei Alexander Kiock, Telefon: 07721/92 21 56, E-Mail: alexander.kiock@vs.ihk.de.