Im ehemaligen Narrenkeller entsteht mit der Kreativwerkbude in Deißlingen ein Ort für gemeinsames Werken, Basteln und kreative Begegnungen.
Wo früher die Narren tagten und es so kalt war, dass man ein Buffet als „kaltes Buffet“ bezeichnete, herrscht jetzt eine warme, kreative Atmosphäre.
Die Brückenbauer Deißlingen-Lauffen haben ihre langersehnte „Kreativwerkbude“ im ehemaligen Narrenkeller in der Pfarrgasse, offiziell eingeweiht. Zahlreiche Gäste, Helfer und Neugierige waren gekommen, um den bunten, frisch renovierten Raum zu besichtigen.
Bürgermeister Ralf Ulbrich eröffnete die Feier und zeigte sich begeistert von der Verwandlung des alten „Narrenkellers“. „Es brauchte ein bisschen Fantasie, sich das hier vorzustellen“, gab Ulbrich zu, „aber was hier entstanden ist, ist ein wunderbarer Ort, um Gemeinschaft zu erleben.“ Er betonte, dass die Einrichtung nicht nur für Deißlingen, sondern für die gesamte Gemeinde gedacht sei – ein Ort, an dem man nicht nur konsumiert, sondern ein „miteinander schafft“ und ins Gespräch kommt.
Einen Höhepunkt der Einweihung bildete die großzügige Geste der Bürgerstiftung Rottweil. Deren Präsident, Carsten Brüner, war persönlich erschienen, um die Vision der Brückenbauer zu würdigen. „Dieses Projekt ist genau der Kern dessen, was wir unterstützen möchten“, so Brüner. „Es ist Engagement von Menschen für Menschen, das direkt aus dem Ehrenamt heraus entsteht. Da geht uns das Herz auf.“ Als Starthilfe überreichte Carsten Brüner einen Scheck über 1500 Euro an das Team der Brückenbauer, vertreten durch den ersten Vorstand Eberhard Sinner und den „Kreativboss“ Thomas Zihsler. Das Geld wurde bereits in die Grundausstattung, unter anderem für Holzbearbeitungsmaschinen, investiert.
Die Gäste nutzten bei der Eröffnung die Gelegenheit, den neuen Raum zu erkunden und erste Wünsche und Ideen für zukünftige Projekte an den „Wunschbaum“ zu hängen.
Die ersten Projekte stehen in den Startlöchern
Die ersten Projekte in der „Kreativwerkbude“ sind schon geplant. Ingrid Litz bietet Textiles Werken an. Ihr erstes Projekt richtet sich an alle, die „eine Nähmaschine daheim haben, aber nicht mehr wissen, wie sie funktioniert“. Gemeinsam sollen die Maschinen „nähfertig“ gemacht werden.
Rudolf Hettich bietet eine Holzwerkstatt an. Der erfahrene Schreiner wird sich dem Werkstoff Holz widmen. Als erstes Projekt plant er die Herstellung einer kleinen Weihnachtsdekoration – eines stilvollen Tannenbaums aus Holz, den die Teilnehmer in wenigen Abenden fertigstellen können.
Bei Bernd Wagner dreht sich alles um Küche und Tradition: Er möchte „altes Wissen und Können bewahren und dokumentieren“. Sein erstes Projekt ist ein Klassiker der regionalen Küche: gemeinsam „Spätzle“ machen. Wagner betonte dabei einen besonderen Wunsch: Er hoffe, eine Brücke „über die Generationen und auch über die Nationen“ zu schlagen.
Er lud ausdrücklich auch ausländische Mitbürger ein, vorbeizukommen und ihre Speisen und Gebäcke vorzustellen.