Marienkäfer bringen bekanntlich Glück und bei der Villingerin scheint es zu stimmen. Mit ihrem ersten Kinderbuch begeistert sie gleich zwei Verlage. In einem Interview erklärt sie, wie es dazu kam und welches Abenteuer der kleine Marienkäfer erlebt.
Wo liegt eigentlich der Märchenwald? Tja, das fragte sich der kleine Marienkäfer Coccinella von klein auf – und da war er noch nicht einmal geschlüpft.
In Helga Mücks erstem Kinderbuch begibt sich der kleine Marienkäfer auf die Suche nach diesem zauberhaftem Ort an Weihnachten. Auf dieser Reise, begegnet er den unterschiedlichsten Tieren, mit ganz individuellen Charakteren.
So begegnet Coccinella zum Beispiel einem grantigen Frosch, einem Schnecken-Pärchen, dass Herausforderungen liebt und einem hilfsbereiten Hirsch, der ihr auf der Suche nach dem Weg hilft. Was den Marienkäfer im Märchenwald erwartet? Das bleibt ein Geheimnis der Leser.
Charaktere inspiriert an unserer Gesellschaft
Die Autorin aus Villingen ließ sich bei den Persönlichkeiten stets an der Gesellschaft inspirieren und übertrug Eigenschaften in ihr Buch. Das mache sie gerne, erklärt sie bei einem Gespräch in unserer Redaktion. Doch wie kommt es, dass die bereits im Ruhestand verweilende Fotografin nun ein Kinderbuch schreibt und sogar selbst mitillustriert?
Geschichtenerzählerin seit vielen Jahren
Um zu diesem Punkt in ihrem Leben zu gelangen, musste die Geschichtenerzählerin ein paar Jahrzehnte zurückblicken. Als ihre Kinder noch klein gewesen waren, wollte sie, dass sie ihnen Geschichten erzählte und nicht vorlas. Und so musste die Mutter sich etwas einfallen lassen. Was zunächst frei aus dem Kopf erzählt wurde, hatte schon bald System. Vor der Gutenachtgeschichte machte sich Helga Mück bereits Gedanken, um was es in der neuen Erzählung gehen könnte, denn es sollte sich ja auch nichts doppeln. Mit einem Zettel und einigen Stichworten entwickelten sich die buntesten Erlebnisse.
Alltagssituationen bringen Ideen
Auch jetzt, wo ihre Kinder bereits erwachsen sind, fallen ihr immer wieder neue Geschichten ein, welche sie in Kurzgeschichten aufs Papier bringt. Das Schreiben sei inzwischen ein Hobby von ihr. Kleinigkeiten aus dem Alltag, wie ein Eichhörnchen, dass über die Straße rennt oder das gemeinsame Abendessen, sind hierbei Auslöser ihrer Kreativität.
Sogar in ihrem Nachttisch liegt ein Blattpapier und ein Stift für Geistesblitze. „Weil nachher ist es weg“, erklärt sie dabei lachend.
Ihre Tochter Sabine und auch Freunde und Verwandte ermutigten sie dann schließlich, ihre Geschichten an einen Verlag zu senden. Sie selber habe diesen Gedanken nie gehabt. Für sie sei es nur ein Hobby nebenher gewesen, wie sie aufzeigt.
Verlage waren begeistert von Geschichte
Doch warum eigentlich nicht? Einen Versuch ist es wert. Und dieser Versuch war direkt ein Erfolg, wie sich herausstellte. Mit ersten Skizzen ihrer Tochter und dem Skript für „Die abenteuerliche Reise des Marienkäferchens Coccinella“ schickte Helga Mück ihren Entwurf ihres ersten Kinderbuchs an zwei Verlage und beide waren begeistert.
Von diesem Ergebnis war sie selbst sehr überrascht. „Ich dachte, die nehmen das bestimmt nicht“, verrät sie unserer Redaktion gegenüber. Und dann ging die Arbeit erst richtig los. An der Sprache der Geschichte wurde gefeilt und es ging so richtig an die Gestaltung. Viele Entscheidungen mussten getroffen werden. Wie groß soll die Schrift sein? Wie sieht das Format aus?
Tochter hilft bei Bildgestaltung
Besonders bei der Gestaltung der Bilder, half ihre Tochter tatkräftig mit. Die gelernte Modedesignerin zeichnete hierbei meist die großen Elemente. „Ich war eher für die Kleinigkeiten und Blüten zuständig“, zeigt sie unserer Mitarbeiterin stolz in ihrem Kinderbuch in der Hand.
Viele kleine Details vollendeten die liebevoll gestalteten Seiten. Mit speziellen Buntstiften wurde die Geschichte zum Leben erweckt. „Ich habe dabei an meine Kinder gedacht. Die wollten immer viel sehen. Es sollte was schönes sein, das man aufhebt.“
Etwa zwei Jahre hat es gedauert, bis der Text und die Bilder ihren Vorstellungen entsprachen. Das wichtigste sei natürlich, dass man selbst damit zufrieden ist. Seit etwa Mitte Juli ist das Buch auf dem Markt.
Ansprüche an das Buch
Das Buch sei für Kinder in der ersten und zweiten Klasse geeignet, die ihre ersten eigenen Bücher lesen möchten. Ihre Kriterien waren hierfür klar. Das Buch sollte kindlich sein, aber nicht kindisch und sollte einen gewissen Anspruch haben und nicht zu geschwollen. Hierfür stellte sie sich vor, sie wäre selbst der Marienkäfer.
Mit Witz werden die Tiere auf der Reise und ihr Verhalten erklärt. Die Grundidee der Geschichte kam dabei von ihrer Tochter, die ihr ein Stichwort als Anreiz gab.
Weitere Neuerscheinungen stehen noch in den Sternen
Ob es in den kommenden Jahren weitere Neuerscheinungen von Helga Mück geben wird, bleibt bislang ein Rätsel. „Es ist nur ein Hobby. Ich mache es dann, wenn ich Lust darauf habe“, nimmt sie es gelassen. Spaß gemacht habe ihr der Prozess vom Zeichnen und Schreiben, bis zum in den Händen halten. An Ideen mangelt es der Geschichtenerzählerin auf jeden Fall nicht. Aber als kleiner Hinweis: Vielleicht hat die nächste Geschichte etwas mit Elfen zu tun. Das bleibt aber vorerst ein Geheimnis.
Erhältlichkeit
Verkauf
Das Buch ist in der Buchhandlung Osiander für 22 Euro erhältlich und über Flyer von Helga Mück. Außerdem wird das Buch bei der Buchmesse in Frankfurt und Leipzig mit der Liste an Neuerscheinungen vom Verlag R.G. Fischer Kiddy präsentiert.