Sybille Fleischmann will als Balinger Gemeinderätin kreative Lösungen finden. Foto: Jessica Müller

Die gebürtige Balingerin hat viele Themen, die ihr am Herzen liegen. Was sie als Gemeinderätin vorhat und wo sie Optimierungspotenzial sieht.

Beruflich ist die gebürtige Balingerin viel herumgekommen, hat internationale Digitalisierungsprojekte in Seattle, Haiti, Deutschland und der Ukraine geleitet. „Ich habe dabei immer wieder gemeinsam mit verschiedenen Menschen kreative Lösungen für ganz unterschiedliche Probleme gesucht und gefunden“, erzählt Sybille Fleischmann im Gespräch mit unserer Redaktion. „In dieser Zeit konnte ich viele Erfahrungen sammeln.“

 

Diese möchte die frisch gebackene Gemeinderätin nun bei ihrer Arbeit im Gremium einbringen. Angefangen bei der Mentalität: „Ich will anregen, dass wir uns mehr damit beschäftigen, wie wir etwas angehen können, statt damit, wie es nicht geht.“

Für Teilhabe und Inklusion

Besonders am Herzen liegen ihr die Teilhabe und Inklusion aller. „Ich möchte Politik verständlicher machen und andere dazu animieren, selbst aktiv zu werden“, sagt sie. „Viele denken, dass sie das alles nicht betrifft.“ Themen wie beispielsweise die Betreuungszeiten in Kindergärten, Straßenbau oder Wohn- und Gewerbegebiete werden aber nicht auf Bundesebene, sondern eben im Gemeinderat entschieden. „Hier möchte ich bestimmte Themen besser erklären und auch denen eine Stimme geben, die häufiger übergangen werden.“ Denn: „Oft nehmen diejenigen, die tatsächlich von etwas betroffen nicht an der Diskussion teil“, so Fleischmann weiter. „Ich denke, da besteht Optimierungspotenzial.“

Auf ihre Arbeit im Gremium hat sie sich bereits vorbereitet: „Ich habe einen Kurs für Quereinsteiger gemacht“, verrät sie. Anfangs will sie aber vor allem eines: zuhören. „Es sitzen viele erfahrene Gemeinderäte im Gremium von denen ich sicher noch einiges lernen kann“, meint sie. „Ich bin gespannt auf die unterschiedlichen Perspektiven meiner Kollegen.“ Dann will sie aber auch tiefer in die Themen einsteigen: „Vor allem auch bei den Dingen, die in den Ausschüssen diskutiert werden, in denen ich sitze.“

Für wichtig erachtet Fleischmann eine Vielzahl von Themen: „Im Bereich Kunst und Kultur würde ich mich als Gemeinderätin gerne auch dafür einsetzen, dass Projekte, die nur kleinere Beträge benötigen, unterstützt werden.“ Das gelte auch für Projekte und Initiativen wie das Frauennetzwerk, die Vesperkirche, die Mediothek und andere aus der Bürgerschaft herausorganisierte Projekte.

Eine Herausforderung sieht sie darin, Prioritäten im Sinne aller Bürger zu setzen. Jeder habe gute Gründe für sein Anliegen, aber nicht alles sei umsetzbar. „Das wird dann vermutlich manchmal schwierig. Aber das ist auch das Schöne daran. Man hat die Möglichkeit aktiv mitzugestalten.“

Angebote für Jung und Alt

Gerade auch im Gespräch mit jungen Balingern komme immer wieder das Thema bezahlbarer Wohnraum zur Sprache. „Auch hier möchte ich gerne Lösungen finden“, sagt sie entschlossen. „Viele wohnen derzeit noch daheim, oder ziehen dann weiter weg. Da muss etwas getan werden.“

Neben Jung hat sie auch ältere Menschen im Blick: „Nicht alle Ecken von Balingen sind für jeden problemlos zu erreichen“, weiß sie. „Auch hier gibt es bestimmt Möglichkeiten, mehr zu tun.“ Eine erste Idee: ein Shuttle-Service für bestimmte Veranstaltungen.

Da müsse das Rad nicht immer neu erfinden: „Im Zuge meiner Arbeit an der Kampagne ‚#Bürgermeisterin? Ich mach das!‘ habe ich bereits viel gesehen, das wir auch hier bei uns umsetzen könnten“, erzählt sie. „Wir können uns das ein oder andere von anderen Kommunen abschauen und für uns hier in Balingen anpassen.“

All diese Projekte und Ideen lässt sie sich bei ihren Spaziergängen über den Heuberg mit Hund und Katze durch den Kopf gehen. „Wir haben es hier so schön“, schwärmt sie.