Die Spitzenköche stoßen auf den gelungenen Abend an (von links): Nico Sackmann, Alexandra Müller, Sven Hemmann, Heiko Antoniewicz, Andreas Laux und Jörg Sackmann. Foto: Kupferschmidt

Vier Gastköche, kontrastreiche Gerichte und eine musikalische Fassung von "Das kalte Herz" – die kulinarische Herbstnacht im Hotel Sackmann bot facettenreiche Eindrücke.

Baiersbronn-Schwarzenberg - Die Gäste sitzen in den Restaurants und genießen ihr Essen, leise Musik ist im Hintergrund zu hören. Im Weißdornzimmer richten die Gastköche akribisch die Gerichte an. In der Küche herrscht Hochbetrieb. Mitten im Geschehen ist Sternekoch Jörg Sackmann. Er organisiert, koordiniert und ist dennoch ein Ruhepol, begrüßt höflich einzelne Gäste und nimmt sich Zeit für Gespräche.

Unter dem Motto "Kulinarische Kontraste" fand am Freitag die Traditionsveranstaltung des Genusshotels Sackmann in Schwarzenberg, die kulinarische Herbstnacht, statt – mit 120 Gästen.

Vielfalt schon zum Auftakt

Bereits vor der Vorstellung der vier Gastköche ließen die vielfältigen Geschmackserlebnisse der Amuse-Bouches zu dem gereichten Champagner erahnen, was der Abend noch bringen wird. Die Servicekräfte servierten elf verschiedene Amuse-Bouches vom Green Egg Sellerie über Senfkrapfen mit Forellentatar bis hin zu Schwertmuscheln.

Jörg Sackmann stellte die Köche vor, einer hat selbst schon in Schwarzenberg gearbeitet: Sternekoch Sven Hemmann hat zwei Jahre im Hotel Sackmann gelernt. Jetzt hat er sein eigenes Restaurant, das Kesselhaus in Karlsruhe. Darauf, so Sackmann, sei auch er stolz. Ein Vorbild nannte der Gastgeber den gastronomischen Trendsetter und Kochbuchautoren Heiko Antoniewicz. Sein erstes Kochbuch wurde mit dem World Cookbook Award als "innovativstes Kochbuch der Welt" ausgezeichnet. Selbst seine Rinderkraftbrühe sei etwas ganz Besonderes, sagte Sackmann. "Ich koche sie aus Rindfleisch, Wasser – und Sojasoße", verriet Antoniewicz.

Aus Schweiz angereist

Alexandra Müller war aus der Schweiz angereist, sie hat einen Michelin-Stern. Die geborene Frankfurterin führt in der Schweiz ihr eigenes Restaurant, das Nova im Hotel L’Etoile. Und auch Gastkoch Andreas Laux ist mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Er ist Veranstaltungsleiter in Pistons Centro in Karlsruhe. Es war nicht das erste Mal, dass er im Hotel Sackmann einen Abend verbringt: Der Sternekoch hat dort geheiratet.

Märchen mit Musik

Eine musikalische Fassung des Märchens "Das kalte Herz" von Wilhelm Hauff präsentierten Sänger und Schauspieler Andrea Matthias Pagani und Kapellmeister Michael Falk vom Theater Hof. Sie waren dafür extra aus Oberfranken angereist und glänzten mit der packend inszenierten Geschichte des Köhlers Peter Munk.

Im Anschluss ging es zu Tisch. Zu jedem Gang gab es zwei Gläser Wein, die auf die Speisen abgestimmt waren. Fünf Winzer präsentieren ihre Weine und standen für Fragen zur Verfügung. Der aufmerksame Service servierte das Fünf-Gänge-Menü in entspannter Atmosphäre. Sehr kreativ war die Vorspeise Hemmanns: Hokkaido-Kürbis vom Big Green Egg mit Steinpilz, Buchweizen, Ziegenkäse und Soja-Ponzu-Vinaigrette.

Ebenso kontrastreiche Geschmacksnuancen präsentierte Antoniewicz mit seinen Black Cod. In der Küche fotografierte Sackmann das Gericht seines Kollegen. Es sei wie eine "Theateraufführung", die Zubereitung der Spitzenköche zu verfolgen. "Jedes Gericht ist heute Abend ein Highlight."

Laux kochte glasiertes Iberico Schweinekinn, und das Vater-Sohn-Duo Jörg und Nico Sackmann Rehrücken in Vogelbeersoße. Eine besonders positive Rückmeldung erhielt Sterneköchin Müller für ihr eigens für die Veranstaltung erschaffenes Dessert "Meine Schwarzwälder". Das Gericht sah aus wie ein Tannenzapfen, der mit Mousse au Chocolat gefüllt war. Ein weiterer Höhepunkt auf dem Teller war das Himbeereis. "Jedes Gericht war fantastisch", fasste ein Gast den Abend zusammen. Aber das Dessert sei sein Highlight gewesen.

Abschluss bei Pralinen

Zum Abschluss stießen die Gastköche mit Jörg und Nico Sackmann mit Champagner auf die Veranstaltung an. "Es war ein gelungener Abend", resümierte Nico Sackmann. Der Ablauf habe gut funktioniert, sein Vater und er seien zufrieden.

Um den Abend ausklingen zu lassen, konnten die Gäste in der Rheinholzbar zu später Stunde noch Kaffee und Pralinen genießen.