Medikamente verabreichen ist nur eine von vielen Aufgaben einer Krankenpflegerin. (Symbolbild) Foto: Maass/peopleimages.com - stock.a

Unsere Leserin Elke Banholzer aus Horb beschreibt die Herausforderungen für Pflegekräfte und kritisiert das Gesundheitssystem.

Entweder hatte meine ehemalige Kollegin eine ruhige Schicht, oder es wurde wohl vergessen zu erwähnen, wie oft es klingelt, wie oft manchmal verwirrte Menschen schreien oder versuchen, nach Hause zu laufen, wie oft das Telefon klingelt, wie viele Patienten von hier nach da gefahren werden müssen, wie viel mal Angehörige da stehen und Fragen haben, wie viele Medikamente (in jeglicher Form) gerichtet, verteilt oder verabreicht werden müssen – und selbstverständlich darf dabei die Dokumentation nicht fehlen. Aber wer versorgt die hilfsbedürftigen Patienten?

 

Als ich vor knapp 35 Jahren meine Ausbildung in Oberndorf absolvierte, lag die oberste Priorität in der ganzheitlichen Patientenversorgung, und dass wir die Augen, Ohren und das Sprachrohr der Patienten sind. Unser Gesundheitssystem und der Fachkräftemangel lässt dies nicht mehr zu.

Die Regierung wirbt Gesundheits- und Krankenpfleger aus anderen Ländern an, was prinzipiell nicht schlecht ist, jedoch gibt es vielmals große Sprachbarrieren und somit auch Verständigungsprobleme.

Auf Grundversorgung reduziert

Das Verständnis füreinander fehlt meist auf beiden Seiten, und es wird nach einer deutschsprachigen Kollegin gesucht, jedoch hat auch diese ihre Arbeit zu verrichten. Es wird also auf eine medizinische Grundversorgung reduziert. Da kann nur gehofft werden, dass zur Unterstützung genügend Helfer da sind, welche verständnisvoll und zuverlässig die Patientenversorgung übernehmen. Leider sieht die Realität etwas anders aus, denn auch die Helfer sind rar.

Gute Nerven sind nötig

Ich bin mit meiner Berufswahl sehr glücklich, denn es ist interessant, abwechslungsreich, und ich komme mit vielen interessanten Menschen in Kontakt. Jeder Mensch, der ins Krankenhaus kommt, hat sein eigenes Schicksal. Dies bedeutet, dass man verständnisvoll sein sollte, flexibel ist, und auch bereit, manchmal länger zu arbeiten. Es verlangt körperlichen Einsatz sowie Kraft, Energie und gute Nerven. Allen die diesen Beruf ausüben oder lernen möchten, wünsche ich viel Freude, Kraft und ein menschliches Miteinander.

Elke Banholzer, Horb

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