Schließung der Notfallpraxis am Krankenhaus Neuenbürg: Die Anfrage der FWV-Kreistagsfraktion wurde nun von der Klinikgeschäftsführung beantwortet. Jetzt gibt es Infos dazu.
Bei der Schließung der Notfallpraxis Neuenbürg zum 1. April 2025 hat Bürgermeister und FWV-Kreisrat Fabian Bader laut Pressemitteilung der Stadt Neuenbürg bereits darauf verwiesen, dass durch die Reformpläne der KVBW (Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg) und die daraus resultierende Umstrukturierung bei den Notfallpraxen und deren Schließung am Standort Neuenbürg negative Auswirkungen auch für das Krankenhaus Neuenbürg entstehen können.
Detaillierte Erhebung
Die Freie Wählervereinigung (FWV) hat aus diesem Grund am 3. November 2025 im Kreistag einen Antrag eingebracht, wonach der Klinikgeschäftsführer der Enzkreis-Kliniken eine detaillierte Erhebung vornehmen soll, um die Auswirkungen der Schließung der Notfallpraxis am Krankenhaus Neuenbürg zu ermitteln. Insbesondere sollte dabei untersucht werden, ob die Schließung der Notfallpraxis negative finanzielle Auswirkungen mit sich bringen, die das Defizit der Klinik weiter erhöhen.
Bader sieht sich bestätigt
Seit Anfang Februar liegt nun die Beantwortung der Anfrage vor, wodurch sich der Neuenbürger Bürgermeister Bader bestätigt sieht. „Aus den stationären Leistungskennzahlen der Inneren Medizin am Standort Neuenbürg zeigt sich eine deutlich negative Fallzahlenentwicklung bei den Jahresvergleichen 2024 zu 2025 um insgesamt zwölf Prozent. Das entspricht rund 350 Fällen, die im Jahr 2025 weniger behandelt wurden, als noch im Jahr 2024, was eine wirtschaftlich relevante Entwicklung ist. Der Rückgang der Fallzahlen zeigt sich über das ganze Jahr verteilt, also auch schon in den Monaten Januar bis März, als die Notfallpraxis noch geöffnet war“, heißt es des Weiteren.
Besondere Bedeutung
Bürgermeister Bader sieht den Grund dafür darin, dass bereits im November und Dezember 2024 über die Schließung der Notfallpraxis diskutiert wurde und vermutlich Patienten bereits ab Anfang 2025 auf andere Notfallpraxen ausgewichen sind.
Von besonderer Bedeutung ist auch die Rückmeldung aus der Ärzteschaft des Krankenhauses, wonach niedergelassene hausärztliche Praxen teilweise davon ausgehen, dass mit der Schließung der Notfallpraxis auch die notfallmedizinische Versorgung am Standort Neuenbürg eingestellt worden sei. Ähnliche Rückmeldungen werden von Mitarbeitern des Krankenhauses auch aus Gesprächen mit der Bevölkerung berichtet.
Zudem wird mitgeteilt: „Hier ist es also noch einmal wichtig zu betonen, dass am 1. April 2025 lediglich die Notfallpraxis, also die Vertretung für den Hausarztbesuch, geschlossen wurde. Die Notaufnahme des Krankenhauses und der normale Krankenhausbetrieb laufen in gewohnter Form weiter!“
Negative Auswirkungen
Für Bürgermeister Bader ist klar, dass er die KVBW und auch die Landespolitik mit diesen wirtschaftlich negativen Auswirkungen für das Krankenhaus Neuenbürg konfrontieren wird. Schließlich hätte die Reform durch den Sozialminister, der die Rechtsaufsicht für die KVBW ist, auch verhindert werden können.
Unterstützung für das Krankenhaus Neuenbürg gibt es aktuell auch von Seiten des Neuenbürger Gemeinderates aus allen Fraktionen. Zusammen mit der Stadtverwaltung wurden zwei große Banner entworfen, die an zentralen Stellen (B294 und Kreisverkehr Wilhelmshöhe) für den Erhalt des Krankenhauses Neuenbürg werben.