Sie ist neben dem OP-Bereich das Herzstück der klinischen Akutversorgung am Nagolder Krankenhaus: Die für 14 Millionen Euro modernisierte und erweiterte Intensivstation wurde jetzt ihrer Bestimmung übergeben. So ist die Intensivstation ausgestattet.
Es ist eines der Kernprojekte im Zug der Generalsanierung des Nagolder Krankenhauses. Und da wundert es nicht, dass die Freude über die Fertigstellung und Inbetriebnahme der neuen Intensivstation groß und intensiv ist – zumindest mal bei den politisch und medizinisch Verantwortlichen.
Calws Landrat Helmut Riegger, stellvertretender Aufsichtsrat des Klinikverbunds Südwest, sprach bei der Eröffnungszereomie von einem „Meilenstein“, sein Böblinger Amtskollege Roland Bernhard, zugleich Aufsichtsratschef des Klinikverbunds, von einem „Freudentag“. Klinikverbund-Geschäftsführer Alexander Schmidtke sprach von einem „universitären Standard“, den man mit der neuen Station erreicht habe. Immerhin stehen in dem Komplex für jedes Bett dann mehr als 34 Quadratmeter zur Verfügung.
Dimensionen Im Vollbetrieb hat die Station eine Nutzfläche von 700 Quadratmeter und hat bei Vollauslastung eine Kapazität von 20 Betten – inklusive Schlaganfalleinheit. Bis zu 900 Intensivpatienten können dort pro Jahr unter der Leitung der Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin behandelt werden. Alle Intensivzimmer sind Einzelzimmer und haben einen besonderen Fokus auf die Hygiene. Vier davon sind mit einer Schleuse zur besseren Isolation ausgestattet. In der neuen Station können intensivpflichtige Patienten aller Fachbereiche behandelt werden – von lebensbedrohlichen Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems über schwere Atemwegserkrankungen mit künstlicher Beatmung bis hin zur kontinuierlichen Nierenersatztherapie.
Umbau und Umzug Geschäftsführer Schmidtke rief in Erinnerung, dass der Umbau mitten im laufenden Betrieb die Mitarbeiter immens geschlaucht habe. Seit Wochen habe das Personal den Ein- und Umzug in die neuen Räumlichkeiten geplant – von den Chefärzten über die Pflege bis hin zu IT und Logistik. Dafür gelte besonders den Pflegekräften größter Dank. Nun aber sei man für den schrittweisen Start der neuen Station „bestens gerüstet“, so Schmidtke.
Interdisziplinär Hubert Mörk, Ärztlicher Direktor des Nagolder Klinikums, betonte, dass an dieser Stelle Menschen behandelt würden, deren Leben an einem seidenen Faden hänge. An dieser Stelle laufe deswegen die Kompetenz aus allen Disziplinen des Hauses zusammen. Das alles sei aber nicht nur kosten-, sondern auch personalintensiv, gab er zu bedenken. Der Erfolg der neuen Intensivstation hänge deshalb ganz erheblich vom Personal ab.
Strategische Entscheidung Calws Landrat Helmut Riegger zeigte sich hocherfreut über die planmäßige Fertigstellung des neuen Herzstücks der Nagolder Klinik. Damit sei man im Kreis Calw und im Klinikverbund einen wichtigen Schritt weiter. Riegger rief noch einmal in Erinnerung, dass man mit der Entscheidung für den Neubau in Calw und die Generalsanierung in Nagold für insgesamt rund 360 Millionen Euro eine strategische Entscheidung für die nächsten 50 Jahre getroffen habe.
Aus vier Krankenhäusern im Kreis Calw habe man dann irgendwann einmal zwei starke Kliniken gemacht: Die Paracelsus-Klinik Bad Liebenzell finde ihre Heimat im Calwer Campus. Und die inzwischen geschlossene Sana-Klinik in Bad Wildbad, die sich aktuell noch im Besitz des Landkreises befindet, werde man einer neuen Nutzung zuführen, blickte Riegger in die Zukunft und verteidigte die Entscheidung als Landkreis und Klinikverbund in die Offensive zu gehen: „Denn wenn wir uns auf diesem Sektor verstecken, dann verlieren wir“, ist er überzeugt.
Geständnis Roland Bernhard, Böblingens Landrat und Aufsichtsratschef des Klinikverbunds, musste einräumen, dass er nicht immer davon überzeugt gewesen sei, dass man das mit dem Umbau der Krankenhauslandschaft und der neuen Konzeption so hinbekommen würde. Dieser Weg führe dazu, dass die Grenzen zwischen den Kreisen Calw und Böblingen immer mehr schwinden. Auch aus diesem Grund sei der Tag der Eröffnung der neuen Nagolder Intensivstation ein echter „Freudentag“.