Die erste Beigeordnete Dilek Akdeníz (von links), Bürgermeister Matthias Winter und Krankenhaus-Geschäftsführerin Blerta Muqaku besuchen den Weihnachtsmarkt des SRH Krankenhauses. Foto: Greber

Die Krankenhausreform lässt in Oberndorf Fragen offen. Am SRH Krankenhaus sieht man sich den Möglichkeiten entsprechend gut vorbereitet.

In diesem Moment dürfen die Sorgen auch mal hinten anstehen: Der Freisitz des SRH Krankenhauses hat sich in einen Weihnachtsmarkt verwandelt.

 

Es gibt Dekorationsartikel, Imkerwaren, Kerzen, Gebäck und Laternen. Und natürlich kann man sich aus den Markthütten auch versorgen. Kräftige Suppe oder Rote Wurst? Oder doch lieber Süßes? Ganz wie’s beliebt.

Was „zukunftsfähig“ bedeutet

Diese Wahl hat Blerta Muqaku normalerweise nicht: Das SRH Krankenhaus Oberndorf ist ein kleines Haus. Das heißt: Was sich hier etabliert, muss zukunftsfähig sein. Und „zukunftsfähig“ heißt in diesem Fall nicht nur, dass das Angebot gebraucht wird, was man bei einem Haus dieser Größe unterstellen darf, sondern dass es auch in den großen Rahmen von Morgen passt.

Der Rahmen ist unklar

Da die Krankenhausleitungen derzeit noch gar nicht wissen, wie dieser definiert wird, nachdem die Krankenhausreform vergangenen Woche doch unerwartet rasch den Bundesrat passiert hat, planen sie ein Stück weit in Ungewissheit.

Ihre Antwort auf diese Herausforderung hatte Blerta Muqaku unlängst dem Oberndorfer Gemeinderat vorgetragen, als sie sich, wenige Monate, nachdem sie die Geschäftsführung am Oberndorfer Haus übernommen hat, dem Gremium vorstellte.

Drei medizinische Säulen

„Wir wollen auf Chirurgie und Internistik fokussiert bleiben“, erklärte sie. Dazu gehört als dritte medizinische Säule die Anästhesie. Damit geht das SRH Krankenhaus Oberndorf als eines der kleinsten Häuser in Baden-Württemberg ins Rennen. Dass es eine eigene Krankenpflegeschule gibt, deren Eingangsklassen 15 Auszubildende aufnehmen, ist in einer Zeit, in der Fachkräfte nach dem Übergang der Baby-Boomer in die Rente händeringend gesucht werden, ein gutes Argument. Und für Muqaku, die auch aus dem Pflegebereich kommt, ist es nach wie vor auch ein bisschen Herzensangelegenheit.

Verbunden mit dem Haus

Und ein bisschen gilt das für das ganze Haus. Muqaku schätzt die besondere Verbundenheit, die viele Menschen aus der Region zum Oberndorfer Krankenhaus haben. Die Chefin stellt ein hohes Maß an Identifikation mit der Einrichtung fest – nicht nur beim Personal. Das Oberdorfer Krankenhaus werde als „unser“ Krankenhaus wahrgenommen. Was zum Teil auch stimmt: Die Stadt Oberndorf ist Miteigentümerin.

Die Verbundenheit schlägt nicht zuletzt auch in der Diskussion um die Notfallpraxis durch. Mit dieser hat das SRH Krankenhaus zwar organisatorisch nichts zu tun, allerdings ist ihm Notfallpraxis räumlich zugeordnet. Und das Krankenhaus liegt auch nicht irgendwo an der Peripherie, sondern mitten in einem kleinteiligen Wohngebiet: Die Patienten fühlen sich hier nicht ausgeschlossen.

Apropos Patienten: Die 120 Betten auf den drei Stationen seien zu 80 bis 90 Prozent belegt, berichtet Muqaku. Die Gesamtzahl belaufe sich auf rund 8600 jährlich, davon etwa 5200 in stationärer Behandlung.

Der gute Ruf hilft

Damit das so bleiben kann, setzt Muqaku auf die drei genannten Säulen – sie würden vor Ort am ehesten zuverlässig nachgefragt. Dass das Haus einen hervorragenden Ruf genießt, unterstreicht Philipp Henn, Chef der Anästhesie und Ärztlicher Direktor, mit Blick auf die Nachfrage aus Fachpraxen im Landkreis. Und Muqaku setzt auf Menschen.

Weihnachtsmarkt für die Mitarbeiter

Deshalb gefällt ihr auch die Idee, die Assistentin Vanessa Greber auch dieses Jahr wieder umsetzt, besonders gut: Der Weihnachtsmarkt ist für die Mitarbeiter. Und von den Mitarbeitern. Auch die Azubis sind maßgeblich eingebunden. Und er ist an zwei Tagen, damit so viele wie möglich daran teilnehmen können – was bei einer Weihnachtsfeier im Krankenhaus mitunter schwierig ist, denn die Patienten wollen immer versorgt sein.