Ein Krankenhaus ist ein lebendiger Organismus. Viele Berufsgruppen kümmern sich um die Patienten.
Krankenhaus – das ist mehr als Medizin und Pflege. Hier spielen viele Berufsgruppen zusammen. Das sind nicht nur Chirurgen und Internisten, Gynäkologen und Neurologen sowie, je nach Struktur, noch andere Fachärzte. Neben den Pflegekräften kommen Physiotherapeuten und Apotheker, Laboranten und Köche sowie Sozialdienste und Seelsorger hinzu. Dass zeigt, welch ein lebendiger Organismus ein Krankenhaus ist.
20 Jahre Klinikverbund
Mit der Gründung des Klinikverbunds Südwest 2006 haben sich für das Krankenhaus Calw viele Veränderungen ergeben. Das war zwangsläufig und logisch. Denn schon damals war der Kostendruck groß. Durch den Zusammenschluss mit den Krankenhäusern im Landkreis Böblingen wollte man sich im Gesundheitsmarkt behaupten.
Denn die Klinik in der Hesse-Stadt war Anfang des Jahrtausends in ihrer Existenz gefährdet. Das Gutachten von Oberender und Partner der Universität Bayreuth hatte vorgesehen, die vollstationäre Chirurgie nach Nagold zu verlegen. Dann, so befürchteten die Calwer Bürger, wäre das Krankenhaus nicht überlebensfähig gewesen. Das zeigten auch die rund 1600 Menschen, die sich in der Stammheimer Halle bei der Vorstellung des Gutachtens zusammengefunden hatten. Zur Umsetzung ist es dann nicht gekommen.
Hoffen auf Synergieeffekte
Mit dem Klinikverbund kam die Zentralisierung. Man hoffte auf die Synergieeffekte, die sich aus Zusammenschlüssen ergeben sollen. Die Krankenhausapotheke in Calw wurde aufgegeben und in Sindelfingen zentralisiert. Vom Labor verblieb nur ein Basislabor in Calw. Die Sozialdienste wurden zusammengefasst. Auf dem Stammheimer Feld baute das Versorgungszentrum der Service GmbH Schwarzwald eine Großküche, die alle Kliniken sowie weitere externe Kunden versorgte. Die Physiotherapie wurde in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert. Das alles sollte für Einsparungen sorgen.
Eigenverantwortung geschmälert
Es hat aber auch dazu geführt, dass die Eigenverantwortung und Selbstständigkeit der einzelnen Häuser geschmälert wurde. So haben es jedenfalls viele Mitarbeiter in Calw und sicher auch in den anderen Kliniken des Verbunds empfunden. Die Arbeit in einem Organismus, in dem alle Berufsgruppen zusammenspielen, wurde erschwert. Und dennoch war stets zu spüren, dass alle Beschäftigten bemüht waren, die Identität des Calwer Hauses zu bewahren und die Klinik als Markenzeichen zu etablieren. Dazu gehört vor allem ein größtmögliches Engagement in der Patientenversorgung.
Geriatrischer Schwerpunkt
Und sie sind ja noch da, die Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden, um für eine rasche Genesung der Patienten zu sorgen. Gerade diese drei Bereiche wurden zu einem geriatrischen Schwerpunkt zusammengefasst, zumal durch die demografische Entwicklung die Versorgung ältere Menschen weiter zunehmen wird.
Dabei spielt der 1975 eingerichtete Sozialdienst eine wichtige Rolle. Die Mitarbeiter helfen Patienten, die aufgrund ihrer Erkrankung persönliche und soziale Probleme haben. Sie helfen bei der Vermittlung von Anschlussbehandlungen, in Pflegeeinrichtungen genauso wie in häusliche Pflege und informieren über Selbsthilfegruppen sowie psychosoziale Beratungsdienste.
Aufgaben des Fördervereins
Eine besondere Rolle spielt in diesem Zusammenhang der Förderverein Calwer Krankenhaus „ganz nah“. Er hat, gegründet im Februar 2008, wesentlich dazu beigetragen, das Krankenhaus Calw in seinen gewachsenen Strukturen zu erhalten. Zu den Aufgaben gehören die Betreuung der Patienten und ihrer Angehörigen durch ehrenamtliche Mitarbeiter und die finanzielle Unterstützung für die Ausstattung von Räumen. Auch Feste, kulturelle Veranstaltungen und Fortbildungen organisiert „ganz nah“.