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Krankenhaus Freudenstadt KLF-Mitarbeiter kritisiert Test-Praxis

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Einem Mitarbeiter der KLF reicht es: Er fordert, dass die Mitarbeiter regelmäßig auf das Coronavirus getestet werden sollen. Die Geschäftsführung bezieht Stellung zu den Vorwürfen. (Symbolbild) Foto: Freepik

"Wir kämpfen hier an vorderster Front und werden selbst nicht einmal getestet". Ein Mitarbeiter der Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt (KLF) fordert von der Geschäftsführung, dass das Personal wöchentlich auf das Coronavirus getestet werden soll - das sei bislang nämlich nicht der Fall. Die Geschäftsführung bezieht Stellung zu dem Vorwurf. Die ganze Geschichte lesen Sie in unserem (SB+)Artikel. 

Kreis Freudenstadt - Der Mitarbeiter - der anonym bleiben möchte -  ist fassungslos: "Seit März haben wir Corona-Fälle und wir KLF-Mitarbeiter wurden nie getestet". Er findet das nicht in Ordnung. "Viele, die Corona haben, sind ja symptomlos. Dann kann es ja auch sein, dass wir Mitarbeiter uns infizieren, es aber gar nicht bemerken und andere Patienten anstecken." 

"Auch wir haben den Schutz verdient"

Für ihn sei es nicht verständlich, dass zwar Patienten getestet werden, die Mitarbeiter aber nicht. Da vor allem Ärzte und Pflegekräfte oft auch sehr engen Kontakt zu den Patienten haben, sei es nicht akzeptabel, dass das gesamte Personal nicht regelmäßig durchgetestet werde. Beim kleinsten Nieser der Patienten müssten Pflegekräfte sich ja schon darüber Gedanken machen, ob sie sich jetzt mit dem Coronavirus infiziert haben. 

"Wir kämpfen hier an vorderster Front und werden selbst nicht einmal getestet. Und das, obwohl die Covid-Patienten ganze Stationen belegen. Ich verstehe das nicht", sagt er. Eine Vermutung, warum die KLF-Geschäftsführung die Testung der Mitarbeiter vermeiden möchte, hat er aber auch: "Weil sie Angst haben, dass bei vielen positiven Test-Ergebnissen viel Personal ausfällt. Das wäre fatal, dann würde der komplette Dienstplan zusammenbrechen und das, obwohl das Personal sowieso schon sehr knapp ist. Aber auch wir haben den Schutz verdient."

KLF-Geschäftsführer verwundert über Vorwurf

Matthias Meier, Geschäftsführer der KLF, reagiert verwundert: "Es ist dem Mitarbeiter offensichtlich entgangen, dass wir seit Beginn der Pandemie nach Möglichkeiten der Testung von Mitarbeitern gesucht haben und, nachdem diese über die PCR-Tests vorhanden waren, diese auch schnell in die betriebliche Praxis integriert haben, indem wir unter anderem in ein eigenes PCR-Analysegerät investiert haben", teilt der Geschäftsführer in einer schriftlichen Stellungnahme mit. 

Lesen Sie auch: Lage in Krankenhäusern Freudenstadt und Horb spitzt sich zu

Den Mitarbeitern sei frühzeitig ein über das vom Robert-Koch-Institut (RKI) geforderte Maß hinaus gehendes Angebot auf Testungen zu Verfügung gestellt worden. Die Mitarbeiter könnten dieses Angebot bei Symptomen, die auf das Coronavirus schließen lassen, aber auch bei zweifelhaften Kontakten nutzen, erklärt Meier weiter. 

Außerdem erklärt der KLF-Geschäftsführer, dass es seit November eine wöchentliche Reihentestung der Stationen gebe, auf denen Covid-19-Patienten behandelt werden. Ab Januar 2021 solle diese Reihentestung außerdem auf alle Stationen ausgeweitet werden. "Maßgeblich für die im Hause getroffenen Vorkehrungen war und ist immer die jeweilige RKI-Empfehlung", so Meier. Außerdem weist der Geschäftsführer darauf hin, dass es hausinterne Veröffentlichungen und Hinweise von der Geschäftsführung sowie den leitenden Ärzten gebe, mit denen die Mitarbeiter auf die aktuellen Maßnahmen im Hause aufgrund der Pandemiesituation - beziehungsweise der Situation im Haus - informiert werden. 

"Symptomlose müssen rausgefischt werden"

"Natürlich kann ich mich von Montag bis Freitag jederzeit im Krankenhaus testen lassen", meint der Mitarbeiter zur Stellungnahme der Geschäftsführung: "Aber das kann ich ja auch bei meinem Hausarzt, wenn ich Corona-Symptome habe oder Kontakt zu einem Infizierten hatte. Das ist ja nicht der Punkt". Es gehe ihm darum, dass bislang eben nicht alle Mitarbeiter in einem wöchentlichen Rhythmus getestet werden, obwohl dies wichtig und sinnvoll sei: "Es können nur so diejenigen rausgefischt werden, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, aber symptomlos sind."

Außerdem habe er bislang nichts davon gewusst, dass ab Januar alle Stationen wöchentlich getestet werden sollen. "Es wurde außerdem kommuniziert, dass man sich nicht zur Sicherheit testen lassen soll, sondern nur dann, wenn man Kontakt zu einem Infizierten hatte oder Symptome hat", sagt der Mitarbeiter. "Ich erwarte aber von den Krankenhäusern, dass alle Mitarbeiter - egal, ob es die von der Verwaltung sind oder ob es das Pflegepersonal ist - wöchentlich getestet werden."

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