Deutschlandweit leiden zurzeit etwa 4,9 Millionen Menschen an einer akuten Atemwegserkrankung. (Symbolfoto) Foto: PhotoPhantom - stock.adobe.com

Husten, Schupfen, Krankenschein: Zurzeit scheint es viele im Kreis Rottweil erwischt zu haben. Doch das Gesundheitsamt sagt: Der Höhepunkt kommt erst noch.

Der eine hustet, der andere schnäuzt sich die Nase, und wieder ein anderer klagt über Halsschmerzen: Es scheint, als würden sich viele aktuell mit einer Atemwegserkrankung plagen. Wir fragen beim Gesundheitsamt nach: Deckt sich der subjektive Eindruck mit den Zahlen?

 

Deutschlandweit leiden zurzeit etwa 4,9 Millionen Menschen an einer akuten Atemwegserkrankung, geht aus einem Bericht des Robert-Koch-Instituts hervor. Das entspricht rund 5800 Erkrankungen pro 100 000 Einwohner. Vergangenes Jahr um die selbe Zeit hatten rund sechs Millionen Menschen eine Atemwegserkrankung. Experten sprechen deshalb von einem niedrigen bis moderaten Niveau.

Nicht meldepflichtige Erkrankungen dominieren

Ein ähnliches Bild zeigt sich im Kreis Rottweil, wie wir auf Nachfrage erfahren. Der subjektive Eindruck decke sich nicht mit den Meldedaten im Gesundheitsamt, erklärt Olga Bär aus dem Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Landratsamt.

„Die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen liegt aktuell auf niedrigem bis moderatem Niveau. Das ARE-Geschehen (ARE steht für akute respiratorische Erkrankungen) wird momentan hauptsächlich durch Rhinoviren und SARS-CoV-2 sowie Parainfluenzaviren bestimmt“. Das bedeute, das aktuelle Geschehen werde von Krankheitserregern bestimmt, die zum Teil nicht meldepflichtig sind.

„Weder die Corona- noch die Influenza-Meldezahlen sind derzeit auffällig hoch. Es gibt vereinzelt Meldungen, auch vereinzelte Hospitalisierungen, aber nichts daran ist im Vergleich zu Vorjahren auffällig“, führt Olga Bär weiter aus.

Die Fallzahlen für Corona und Grippe

Von Januar bis Ende Oktober seien in diesem Jahr 107 Corona-Fälle registriert worden, im Vorjahr waren es im selben Zeitraum 251. Die Influenza Fallzahl liege dieses Jahr bei 407 bis Ende Oktober, im Vorjahr bei 335. Was das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) angeht, einen weit verbreiteten Erreger von akuten Atemwegserkrankungen, so lag die Fallzahl bei 44, im Vorjahr von Januar bis Ende Oktober bei 67.

Und welche Entwicklung ist zu erwarten? „Wir sind noch nicht auf dem Höhepunkt der Welle“, teilt Olga Bär dazu mit. Erfahrungsgemäß sei der Jahresbeginn die Zeit, in der die meldepflichtigen Erkrankungen – Corona, Influenza und RSV – ihren Höchststand erreichen. „Umso wichtiger ist es, dass sich die vom RKI empfohlenen Personengruppen nun impfen lassen“, heißt es.