Pro Person darf nur eine Handvoll Bärlauch gepflückt werden. (Symbolbild) Foto: Scheer Sieglinde – stock.adobe.com

Der Frühling kommt und mit ihm auch der Bärlauch. Doch beim Sammeln ist Vorsicht geboten, denn es kann leicht zu einer Verwechslung mit giftigen Pflanzen kommen. Wir haben bei der Kräuterpädagogin Barbara Danner nachgefragt, worauf man achten muss.

Bärlauchrisotto, Bärlauchspaghetti, Bärlauchpesto oder auch einfach nur Bärlauch-Frischkäseaufstrich, die Einsatzmöglichkeiten des Krauts sind vielfältig. Inzwischen hat die Bärlauch-Saison begonnen, und bis etwa Ende April besteht die Möglichkeit, in den Wald zu gehen, um die nach Knoblauch schmeckende Pflanze zu pflücken.

 

Doch man sollte vorsichtig sein, denn es besteht Verwechslungsgefahr mit gleich mehreren giftigen Artgenossen: dem Maiglöckchen, den Herbstzeitlosen und dem eher unbekannten gefleckten Aronstab.

Kräuterpädagogin Barbara Danner aus Oberndorf erklärt uns, wodurch Bärlauch sich auszeichnet: „Die Blätter kommen meist einzeln aus der Erde und sind gestielt, zart und weich.“ Zudem seien sie längsnervig, das bedeutet, dass mehrere Nerven nebeneinander vom Blattgrund bis zur Blattspitze verlaufen.

Auch lanzettlich seien die Bärlauchblätter. Das bedeutet, dass die Blätter länglich, zugespitzt sind. Besonders hervorstechend sei der starke Duft nach Knoblauch beim Pflücken, meint die Kräuterpädagogin, die seit mehr als 15 Jahren Kurse und Exkursionen an der Volkshochschule Oberndorf anbietet.

Auf den Duft ist kein Verlass

Doch auf den allein dürfe man sich nicht verlassen. In einem Feld voller Pflanzen könnten auch die giftigen Zwillinge nach Bärlauch riechen, erläutert die Naturenthusiastin.

Beinahe zeitgleich wachsen die giftigen Maiglöckchen, diese verursachen Magen-Darm-Beschwerden beim Verzehr. Die Blätter haben eine starke Ähnlichkeit zu Bärlauchblättern, allerdings kommen sie übereinanderstehend aus einer „Blatthülse“ heraus und haben derbe, harte Blätter.

Weniger bekannt ist der gefleckte Aronstab. Beim Verzehr dieser Blätter bekommt man ebenfalls Magen-Darm-Beschwerden, und beim Kauen der Blätter beginnt die Zunge zu schmerzen.

Verwechslung kann tödlich enden

Ist der Aronstab ausgewachsen, sehen die Blätter ganz anders aus als Bärlauchblätter. Bei den jungen Blättern müsse man aber achtgeben, rät uns Barbara Danner. Ein wesentliches Erkennungsmerkmal für den Aronstab ist, dass die Blattnerven netzartig verlaufen.

Sehr gefährlich wird es, wenn man Herbstzeitlose anstatt Bärlauch isst. Diese Verwechslung kann tödlich enden. Die besonders giftige Pflanze habe große, breite und lanzettlich Blätter, ähnlich zu Tulpen, erläutert die Kräuterpädagogin. Zudem kämen sie aus einer Rosette, die Blätter wachsen also in einer dichten Anordnung.

Essenzielle Tipps zur Bärlauchernte

Barbara Danner gibt zwei essenzielle Tipps zur Bärlauchernte: Der Ort, an dem man Bärlauch pflückt, sollte das ganze Jahr über beobachtet werden, rät sie, da die giftigen Doppelgänger andere Blüten tragen, die sich deutlich von den Bärlauchblüten unterscheiden. Auch sei es enorm wichtig, dass die Blätter nicht abgeschnitten, sondern einzeln gepflückt werden, so dass man ihre Zartheit spürt.

Laut Bundesnaturschutzgesetz dürfen wildlebende Pflanzen wie Bärlauch nur in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf gesammelt werden, also nur etwa eine Handvoll. Um die Bestände zu schonen, sollte man pro Bärlauch-Pflanze auch möglichst immer nur ein Blatt ernten.