Die Besucher des Bernecker Marktes kamen nicht nur des Angebots der Händler wegen. Viele nutzten die Gelegenheit zu einem Schwätzchen bei Kaffee, Kuchen und anderen Leckereien. Foto: Manfred Köncke

Viele Besucher, gute Umsätze, ein kleines, aber feines Unterhaltungsprogramm und herrliches Spätsommer-Wetter: Der einmal im Jahr am ersten Samstag im September stattfindende Krämermarkt in Berneck erfüllte auch diesmal alle Erwartungen.

15 fahrende Händler hatten sich beim neuen Ortsvorsteher Patrick Krahe angemeldet – der letzte erst kurz vor Schluss. Einige trafen bereits am frühen Morgen auf dem Marktplatz am Dorfbrunnen ein, sortierten letzte Tüten mit Gewürzen, stapelten Socken und hängten Hüte auf .

 

Anja Feeß aus Nagold bot in ihrem Verkaufswagen Magenbrot, Erdnüsse, selbstgebrannte Mandeln, Zuckerwatte und Süßigkeiten an. Am kommenden Dienstag, 10. September, sind ihre Eltern von 8 bis 18 Uhr auf dem Krämermarkt in Altensteig.

Früh aufgestanden ist das Ehepaar Kleinknecht aus Riedlingen an der Donau. Nach 104 Kilometern waren sie am Samstag um 7 Uhr in Berneck und steuerten ihr Fahrzeug auf den gleichen Standplatz wie in den Vorjahren. Verkauft wurden jede Menge Haushaltswaren, von Sicherheitsnadeln über Nähgarn bis zu Pflasterstreifen, Knöpfen und Zestenreißern zum Schälen von Zitronen und Orangen, aber auch Bürsten und Hosenträger. Auf dem Krämermarkt in Berneck könnten sie viele Stammkunden begrüßen.

Im Alb-Donau-Kreis klingelt früh der Wecker

Beim Ehepaar Heidi und Reiner Lautenbach aus Schelklingen (Alb-Donau-Kreis) musste der Wecker ebenfalls früh klingeln, um nicht zu spät in Berneck einzutreffen. Auf der Auslage des zehn Meter langen Verkaufswagens reihten sich Tüte an Tüte mit Kräutern, Gewürzen ohne Geschmacksverstärker und 320 Teesorten, außerdem Gläser mit Soßen und Suppen.

Andrea Enri Weber verwandelte sich in Schneewittchen. Foto: Manfred Köncke

Karl Bux vom mobilen Schärfdienst Horb hatte sich trotz seines vorgerückten Alters von 76 Jahren eingefunden und war mit dem Schleifen stumpf gewordener Messer, Scheren, Beile und anderer Werkzeuge beschäftigt.

Produkte aus der Seifenmanufaktur

Bei Holztechniker Wolfgang Schulte fiel der Blick auf Klappkämme und Massagebürsten aus heimischen Hölzern sowie Windspiele mit beweglichen Figuren und einer „Trickkiste“. Nebenan verkauft Sonja Pross aus Schellbronn bei Pforzheim handgesiedete Seifen, Gewürzsalze, Wildkräutern und spezielle Senfsorten. Sie betreibt in ihrem Heimatort eine Seifenmanufaktur.

Emma Wolf hingegen wohnt praktisch direkt um die Ecke. Gläser mit eingelegten Gurken und Tomaten, Weißkrautsalat und Paprikasoßen warteten auf Abnehmer.

Brände aus Spielberg

Nicht fehlen dürfen beim Bernecker Krämermarkt Obst- und Kleinbrenner Fritz Kalmbach aus Spielberg mit Bränden aus reinen Birnen- und Apfelsorten aus Streuobstwiesen und die „Pusteblume“ von Tanja Wahl. Die Herbstkränze und andere Geschenkartikel wurden in der einen Steinwurf weit entfernten Werkstatt angefertigt.

Fritz Greule unterhielt die Besucher mit Akkordeonmusik. Foto: Manfred Köncke

Zum ersten Mal dabei war Khawar Mahmood, der erst am Vortag mitbekam, dass in Berneck kein Standgeld erhoben wird und durch das Unterhaltungsprogramm viel Publikum anzutreffen sei. Deshalb habe er spontan umdisponiert. Im Angebot hatte er Lederwaren und Spielartikel.

Kinder basteln

Unterhalten wurden die Besucher vom heimischen Männerchor unter Leitung von Joel Mutschler mit insgesamt acht Liedern, darunter „Des Jägers Abschied“ und „Mein Berneck lass dich grüßen“. Musik erklang auch von Fritz Greule auf seinem Akkordeon. Kirsten Fuchs und Assistentin Doreen bastelten mit Kindern.

Schauspielerin Andrea Enri Weber verwandelte sich im obersten Stock des Rathauses in „Schneewittchen“ und bezog Kinder in das Märchenstück an einigen Stellen in die Handlung ein. Im Erdgeschoss der Ortsverwaltung konnte man an zahlreichen Fotografien aus dem Nachlass von Gastwirt Heinz Frey einiges über „Berneck einst und heute“ erfahren.

Ortsvorsteher Krahe ist zufrieden

Bewirtet wurden die Marktbesucher von Mitgliedern der Spielvereinigung Berneck/Zwerenberg und am Stand des Kindergartens Berneck/Hornberg, der 20 Kuchen und Torten bereit hielt und zusammen mit frischem Kaffee auf einer der Bänke unter schattenspendenden Bäumen servierte.

Am Samstagabend zog Ortsvorsteher Krahe eine erfreuliche Bilanz und geht davon aus, dass der Bernecker Krämermarkt auch im Jahr 2025 stattfindet.