So sehen Sieger aus: Der Meister der Kreisklasse A Staffel 2, die SG Nagold-Platte Foto: sissis.de

Das Fusionsteam aus Schwarzenberg, Unterreichenbach und Bad Liebenzell hat sich nach nur drei Jahren ins Oberhaus gespielt. Das hat Gründe.

Der Wechsel in den badischen Fußballverband und der Beitritt zur Spielgemeinschaft TSV Schwarzenberg/FC Unterreichenbach hat sich für den SV Bad Liebenzell gelohnt. Nachdem die SG Nagold-Platte 2021/2022 noch den Aufstieg in die Kreisliga Pforzheim in der Relegation verpasst hat, geht sie am Ende der Saison 2022/23 als Meister der Kreisklasse A Staffel 2 Pforzheim nach oben.

 

Immer besser geworden

Noch ist der Name SG Nagold-Platte, der als Spielgemeinschaft die Vereine TSV Schwarzenberg, SV Bad Liebenzell und den FC Unterreichenbach angehören, nicht jedermann geläufig. Das dürfte sich jedoch mit der Zeit ändern, zumal die SG Nagold-Platte in der kommenden Runde als Teil der Kreisliga Pforzheim (vergleichbar mit der Bezirksliga Böblingen/Calw) viel mehr Aufmerksamkeit erfahren wird.

„Auch im Nachhinein betrachtet war diese Entscheidung der richtige Schritt“, steht Ekkehard Häberle auch drei Jahre nach dem Verbandswechsel voll hinter der Entscheidung. Häberle, der selbst lange Jahre im Badischen gekickt hatte, und sein Spielleiter Andreas Schanz verstehen sich mit ihren Kollegen Achim Renner (Vorsitzender TSV Schwarzenberg) und Nino Theurer (Spielleiter) prächtig.

Die Zuschauer strömen

„Wir hatten in der Kreisklasse A Staffel 2 sehr viele Derbys bei geringen Entfernungen“, erklärt Häberle und ergänzt: „Im badischen Verband hatten wir bei den Derbys mehr Zuschauer, die halten den Vereinen besser die Treue.“

Andreas Schanz konnte das bei einem Blick auf die Zahlen in der Vorrunde (wurde in Bad Liebenzell gespielt) und die Rückrunde (komplett in Schwarzenberg) nur bestätigen. „Wir hatten in Bad Liebenzell unseren Stamm; als sich abzeichnete, dass wir ganz vorne mitspielen können, war es in Schwarzenberg richtig gut.“ Einziger Wehrmutstropfen: Der FC Unterreichenbach stellt derzeit keine Spieler und ist so nur „formal“ Mitglied in der Spielgemeinschaft.

Riesenfeier am letzten Spieltag

Die konnte am letzten Spieltag auf der Anlage des FC Schellbronn richtig „abfeiern“. „Klar, das Ergebnis von 4:4 hat richtig gepasst, wir waren ja schon vor dem Spiel mit 73 Punkte Meister“, stellen Schanz und Häberle übereinstimmend fest.

Maximilano Oliveira de Olivereira macht Treffer Nummer 100

In Schellbronn wuchs das Konto in der Tabelle noch um einen Zähler auf 74 Punkte, die Torbilanz steigerte sich auf 103:26 – der zweitbeste Angriff hinter Vizemeister TSV Schömberg (118 Tore) hatte 103 Tore erzielt, aber mit lediglich 26 Gegentore die beste Abwehr gestellt. Auch ein Verdienst des Ex-Nagolders Maximilano Oliveira de Olivereira, dem beim Führungstreffer zum 1:0 das 100. Saisontor gelungen war. Den Schlusspunkt setzte Silas Grözinger mit seinem 36. Saisontreffer. Der Dennjacher belegt damit Rang zwei in der Torjägerliste hinter dem Schömberger Rico Kugele (38).

„Olivereira war in der Innenverteidigung eine Bank“, aber auch unser Kapitän Yannick Limp, der aus der A Jugend gekommene Außenstürmer Leon Rehm oder Manuel Lampert als „Sechser“ haben sich positiv entwickelt“, hebt Andreas Schanz neben Torjäger Silas Grözinger und Torhüter Niklas Maletsch weitere Spieler hervor.

Die Jugendarbeit ist spitze

Dazu zählt er auch Abwehrspieler Patrick Stahl sowie Onur Köymen, der vom Türk. SV Calw zur SG Nagold-Platte zurückgekehrt war. „Ich glaube, wir müssen uns an dieser Stelle auch bei unserer Jugendabteilung unter der Leitung von Andreas Scholz bedanken, die zuletzt mit Jannik Huber, Leon Rehm, Marcel Almeida und Jerome Lehr gute Spieler für die SG ausgebildet hat“, erklärt Ekke Häberle. Dass es derzeit rundläuft, belegt der Spielerbogen des letzten Auftritts in Schellbronn, auf dem mit Tobias Renner (gleichzeitig Torwarttrainer), Julian und Manuel Pfrommer, Simone Guarieri, Jonas Maletsch, Samuel Köhle, Sahbi Touibi, Jerome Lehr, Jannik Huber und Robin Schleeh gleich zehn Spieler aufgeführt waren.

Der Dank der Verantwortlichen ging aber auch an die Liebenzeller Mission, die immer wieder einen oder zwei Spieler einbringt, die in Bad Liebenzell ihr Praktikum machen oder studieren.

Silas Grözinger der Top-Torjäger

Torjäger Silas Grözinger hatte am 22. August 2022 mit seinem ersten Saisontor beim TSV Weiler den Grundstein zum Aufstieg gelegt, Onur Köymen war in Schellbronn mit dem 103. Tor der Abschluss gelungen. Auf dieser langen Wegstrecke war das Team von Trainer Erdogan Aysoy in den 30 Spielen bei 22 Siege und acht Unentschieden ungeschlagen geblieben.

Die Vorfreude auf die neue Liga ist groß

Dass dieses „Tempo“ in der Kreisliga den einen oder anderen „Zwischenstopp“ bekommen dürfte, ist dem Duo Häberle/Schanz zwar klar, mindert jedoch nicht ihren Optimismus und die Vorfreude auf die neue Herausforderung. Wo die von den Zuschauern zu sehen sein wird – zuerst in Bad Liebenzell oder zunächst in Schwarzenberg – ist noch offen.