Die Gebühren für die Kinderbetreuung in Waldachtal sollen zum neuen Kindergartenjahr steigen. Das sind die Gründe.
Die Verwaltung folgt damit den landesweiten Empfehlungen und reagiert auf steigende Kosten bei der Verpflegung.
In der öffentlichen Gemeinderatssitzung beriet das Gremium über eine Anhebung der Entgelte für Krippe, Kindergarten, Hort und die Schulkindbetreuung. Die Neuregelung soll für die kommenden zwei Schuljahre (2026/2027 und 2027/2028) gelten. Die geplante Erhöhung orientiert sich an den gemeinsamen Empfehlungen der Kirchen und der kommunalen Landesverbände.
Wie Bürgermeisterin Annick Grassi eingangs ausführte, werde damit seit vielen Jahren ein Kostendeckungsgrad von 20 Prozent angestrebt. Trotz der kontinuierlichen Erhöhungen der vergangenen Jahre ändere sich jedoch am Kostendeckungsgrad für die Gemeinde wenig. Nach wie vor liegt die Kommune bei der Kostendeckung zwischen 14 und 15 Prozent. Dies liege unter anderem an den Tariferhöhungen im Betreuungssektor. „Die Kommunen bereichern sich also nicht an den Eltern“, verdeutlichte Grassi.
Bürgermeisterin hält nichts von beitragsfreiem letzten Kindergartenjahr Sie halte ferner auch nichts von einem beitragsfreien letzten Kindergartenjahr, wie es beispielsweise in Bayern praktiziert werde. In Baden-Württemberg gebe es nämlich verschiedene Unterstützungsleistungen, die beantragt werden können. So können beispielsweise die Kosten vom Jugendamt teilweise oder komplett übernommen werden. Auch Kosten für das gemeinschaftliche Mittagessen in einer Kita können komplett über das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes erstattet werden. Die Einführung eines beitragsfreien, letzten Kindergartenjahres würde somit für die Kommunen nur zusätzlichen Aufwand und Bürokratie bedeuten.
Konkret schlug die Verwaltung vor, die Beiträge für das Kindergartenjahr 2026/2027 pauschal um 4,5 Prozent anzuheben. Im darauffolgenden Jahr 2027/2028 ist eine weitere Steigerung um 4 Prozent vorgesehen. Die Beitragserhöhungen in den Vorjahren lagen bei 7,5 und 7 Prozent. Besonderheiten gibt es weiterhin im Krippenbereich. Hier wird an der Unterscheidung zwischen den Altersstufen (0 bis 1 Jahre und 1bis 3 Jahre) festgehalten, da die Betreuung der Jüngsten einen deutlich höheren Aufwand erfordert.
Auch die Verpflegung wird teurer
Nicht nur die reine Betreuung, sondern auch die Verpflegung wird teurer. Da die Zulieferer ihre Preise erhöht haben, müssen auch die Kosten für das Mittagessen und das Frühstück angepasst werden. Die Mittagessen werden weiterhin nach den gebuchten Zeiten abgerechnet. Eine Ausnahme bildet die Gemeinschaftsschule, für die eine monatliche Pauschale von 42 Euro (ab 2026/27) und 44 Euro (ab 2027/28) empfohlen wird. Im Kinderhaus werde zusätzlich ein Frühstück angeboten.
Hierfür steigen die Kosten in der Krippe auf 0,90 Euro pro Tag, während im Ü3-Bereich eine monatliche Pauschale von 22 Euro vorgesehen ist. Um die Kosten für Eltern übersichtlicher zu gestalten, sollen künftig auch Essensgebühren und das sogenannte „Windelgeld“ direkt in den Entgelttabellen ausgewiesen werden. Das Windelgeld wird aufgrund gestiegener Sachkosten nach längerer Zeit ebenfalls angepasst.
Ferienbetreuung bleibt Positive Nachrichten gibt es für die Ferienbetreuung. Aufgrund der guten Resonanz im Vorjahr wird das Halbtagesangebot dauerhaft beibehalten. Laut Verwaltung habe sich dieses Modell besonders bei der „Kinderstadt“ bewährt und zu einem deutlichen Zuwachs an Anmeldungen geführt.
Mit nur einer Enthaltung stimmte der Gemeinderat dem Vorschlag der Verwaltung zu.