Seit Anfang dieses Jahres ist die Wäldercard der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG) erhältlich. Foto: Hochschwarzwald Tourismus GmbH

Seit Anfang des Jahres gibt es die Wäldercard der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG), mit der Einheimische touristische Attraktionen der Region nutzen können. Doch was bietet die Karte – vor allem für jene, die am Rand des HTG-Gebiets wohnen?

Die eigene Heimat neu erleben – mit diesem Versprechen wirbt die Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG) für die neue Wäldercard. Erstmals lädt das Angebot in diesem Jahr Einheimische ein, „die vielfältigen Ausflugsziele und Freizeitmöglichkeiten im Hochschwarzwald“ zu entdecken. Wer in St. Georgen, Schonach, Schönwald oder Furtwangen lebt, hat die Option, eine Wäldercard zu kaufen, da die vier Kommunen zu den 20 Städten und Gemeinden gehören, auf die sich das Gebiet der HTG erstreckt.

 

Die Wäldercard ist das Äquivalent zur bereits seit Längerem bestehenden Gästekarte der HTG, der Hochschwarzwaldcard, mit der Übernachtungsgäste im Hochschwarzwald in den Genuss von Inklusivleistungen kommen. Rund 100 Attraktionen und Angebote können deshalb mit der Wäldercard „im Jahresverlauf jeweils einmal besucht oder in Anspruch genommen werden, ohne dass vor Ort zusätzliche Kosten für Eintritt, Teilnahme- oder Ausleihgebühren anfallen“, erklärt die HTG in einer Mitteilung. Einsetzbar ist die Karte an ausgewählten Stellen im gesamten HTG-Gebiet. Doch lohnt sich die Wäldercard für Menschen, die ganz am nördlichen Rand der Tourismusregion Hochschwarzwald leben? Ein Überblick über Preis und Leistung.

Wer kann die Wäldercard nutzen?

Die Wäldercard ist als Angebot für Einheimische gedacht – deshalb können sie nur Menschen nutzen, die einen Erst- oder Zweitwohnsitz in einer der 20 Mitgliedsgemeinden der HTG haben. Die Wäldercard kann auch verschenkt werden, wobei der Schenker nicht unbedingt im HTG-Gebiet leben muss – der Empfänger hingegen schon.

Was kostet die Wäldercard?

Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren erhalten die Wäldercard für 89 Euro. Für Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 15 Jahren kostet sie 69 Euro. Für Kinder von drei bis einschließlich fünf Jahren werden zehn Euro fällig.

Wie laufen Bestellung und Nutzung der Wäldercard ab?

Die Wäldercard kann ausschließlich online unter www.hochschwarzwald.de/waeldercard gekauft werden. Auch die Nutzung läuft komplett digital über einen personalisierten QR-Code, den sich Inhaber der Wäldercard zum Beispiel auf ihr Handy laden können. Der QR-Code „wird an den Einlasskontrollen der teilnehmenden Freizeitbetriebe gescannt und öffnet so die Türen zu vielfältigen Erlebnissen“, erläutert die HTG das Vorgehen.

Gut zu wissen: Mit dem Kauf ist die Wäldercard noch nicht automatisch aktiv. Aktiviert werden kann die digitale Karte „zu jedem beliebigen Termin“, erklärt die HTG. Ab dem Zeitpunkt der Aktivierung ist die Wäldercard dann genau 365 Tage lang gültig. Es empfiehlt sich also, die Karte erst kurz vor der ersten Nutzung zu aktivieren.

Sind alle Angebote kostenlos?

Nicht ganz. Nicht kostenfrei ist zum Beispiel ein Angebot am Feldberg: Inhaber der Wäldercard haben hier Zugriff auf das Feldberg-Erlebnis-Skiticket „3 in 5 Tagen“, das 99 Euro kostet. Damit können die Liftanlagen im Skigebiet Feldberg drei Tage lang genutzt werden. Diese drei Tage können innerhalb einer Spanne von fünf aufeinanderfolgenden Tagen gewählt werden.

Eines der Glanzlichter ist die Blackforestline bei Todtnauberg. Foto: Sabine Zoller

Was bietet die Wäldercard in der direkten Nachbarschaft?

In und um St. Georgen, Schonach, Schönwald und Furtwangen umfasst die Wäldercard insgesamt 17 Angebote. Dazu gehören vor allem kleinere Attraktionen wie Eintritte in Hallen- und Freibäder, zum Minigolf und ins Phonomuseum in der Bergstadt. Hinzu kommt je eine kostenfreie Tageskarte für die Skilifte Dobel in Schönwald, Dobel in Schonach und Kalte Herberge in Vöhrenbach. Bei Letzterem können auch Schlitten ausgeliehen werden. Die Skilifte in Oberkirnach listet die HTG nicht als Partner der Wäldercard. Bei der Tourist-Info in Schönwald können Inhaber der Wäldercard kostenfrei ein E-Bike für die Dauer von drei Stunden ausleihen. Der Golfclub Königsfeld erlässt Inhabern der Wäldercard einmalig die 18-Loch-Greenfee.

Auch zwei Erlebnisse in der virtuellen Realität (VR) erlaubt die Wäldercard: ein virtueller Skisprung auf der Langenwaldsprungschanze in Schonach ist genauso inklusive wie ein 25-minütiges VR-Erlebnis im Modicap-Showroom. Außerdem können Inhaber der Wäldercard kostenfrei die Escape-Wanderung „Annis Schwarzwaldgeheimnis“ unternehmen. Sie startet an der Tourist-Info in Schönwald.

Summiert man die Eintrittspreise, die ein Erwachsener für all diese Angebote zahlen würde, so lohnt sich die Wäldercard aus finanzieller Sicht. Wer alle Angebote in der näheren Umgebung nutzt, spart mit der Wäldercard ganz grob gut 200 Euro – finanziell gesehen also ein lohnendes Geschäft.

Welche Angebote gibt es in einem Umkreis von 50 Kilometern?

In der näheren Umgebung, im Umkreis von etwa 50 Kilometern, bietet die Wäldercard vieles, was auch in der direkten Nachbarschaft St. Georgens auf dem Programm steht: weitere Freibäder, einige Hallenbäder und noch mehr Skilifte. Ein kleines Glanzlicht für Wintersportbegeisterte dürfte eine Skilanglauftour mit der ehemaligen Leistungssportlerin Verena Möst sein. Startpunkt dafür ist St. Märgen. Einmalig freien Eintritt gewähren der Zoo und Freizeitpark Tatzmania in Löffingen sowie der Schwarzwaldzoo in Waldkirch.

Auch ein Blick in Richtung Titisee-Neustadt lohnt sich mit der Wäldercard: mit Alpaka-Wanderung, digitaler Schnitzeljagd und Rundfahrt auf dem Titisee sind hier einige Attraktionen kostenlos. Ein Ticket für das Theater im Kurhaus in Titisee bekommen Inhaber der Wäldercard ebenfalls – allerdings nur, wenn an der Abendkasse noch Karten verfügbar sind. Dasselbe gilt für das Schwarzwald Musikfestival, das von 3. bis 20. Mai stattfindet.

Und darüber hinaus: Welche Glanzlichter bietet die Wäldercard in der weiteren Umgebung?

Der Geltungsbereich der Wäldercard erstreckt sich – wie das Gebiet der HTG – von St. Georgen aus noch weit in Richtung Süden. Für viele Attraktionen, die inklusive sind, müssten Bergstädter also eine längere Anreise auf sich nehmen. Als Glanzlichter stechen hier ein Besuch der Blackforestline in Todtnauberg, des Fundorena in Feldberg und des Abenteuer-Golfparks in Lenzkirch-Kappel ins Auge. Auch verschiedene Museen sowie der Funny-World Vergnügungspark in Kappel-Grafenhausen und der Spaß-Park Hochschwarzwald in Schluchsee sind inklusive.