Ein Schwimmbad ohne Wasser ist selten ein schöner Anblick: der Bad Imnauer Ortschaftsrat ist betrübt, dass Energiesparmaßnahmen der Stadt das Hallenbad im früheren Kurort getroffen hat – vor allem, weil er dazu vorher nicht angehört worden ist. Foto: Haid

Das Hallenbad in Bad Imnau bleibt wegen Maßnahmen zur Energieeinsparung für das Schuljahr 2022/23 geschlossen. Darüber zeigte sich der Ortschaftsrat enttäuscht.

Haigerloch-Bad Imnau - Das Gremium fühlte sich in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause im Bürgerzentrum etwas übergangen von der Entscheidung der Stadtverwaltung, die Bürgermeister Heinrich Götz noch vor der Sommerpause im Gemeinderat verkündet hatte.

Rat hätte gern mitdiskutiert

Nach Auffassung von Ortsvorsteher Robert Wenz hat der Ortschaftsrat gemäß Gemeindeordnung ein Mitentscheidungsrecht bei örtlichen Einrichtungen. Er bedauerte deshalb, dass in dieser wichtigen Angelegenheit keine Kompromisslösung diskutiert und gefunden werden konnte.

Bereits mit Beginn der Sommerpause wurden die Schwimmaktivitäten und Öffnungszeiten (immer dienstags und freitags) eingestellt und das Wasser abgelassen. In der Sitzung war die Rede davon, dass bei einer Schließung des Imnauer Hallenbades pro Jahr offenbar rund 40 000 Liter Heizöl eingespart werden können.

Bürgermeister antwortet

Robert Wenz hatte sich zudem schriftlich an Bürgermeister Heinrich Götz mit Fragen gewandt, wie die Besucherzahlen in den vergangenen beiden Jahren waren oder was mit bereits verkauften Eintrittskarten passiert. Bürgermeister Götz konnte ihm auf die Schnelle zwar keine Zahlen liefern, für ihn war das aber auch nicht das entscheidende Kriterium. Egal, wo, man müsse den Energieverbrauch massiv einschränken und sparen. Götz: "Die Energiekosten fressen uns auf."

Eintrittskarten gelten auch für Haigerloch

Ortsvorsteher Wenz argumentierte auch damit, dass das Schwimmbad wochentags gut ausgelastet ist. Neben den öffentlichen Nutzungszeiten und einer Wassergymnastikgruppe nutzen laut ihm die Grundschulen aus Gruol, Owingen und Trillfingen, die Grundschule Starzach sowie die Kindergärten aus Bad Imnau und Trillfingen teils wöchentlich mehrfach das 2003/04 mit hohem Kostenaufwand sanierte Lehrschwimmbecken für den Schwimmunterricht. Bürgermeister Götz vertritt in diesem Punkt die Auffassung, dass man alle Angebote im weiterhin geöffneten Hallenbad im Haigerlocher Schulzentrum unterbringen könne. Was bereits verkaufte Eintrittskarten betrifft, so würden sie laut ihm in beiden Bädern gelten.

Der Imnauer Ortschaftsrat will darauf hinzuwirken, dass das Becken im kommenden Schuljahr wieder geöffnet ist, um vor allem Kindern die Möglichkeit zu geben, das Schwimmen zu erlernen.