Mit einem Neubau will das DRK den Krankentransport neu aufstellen. Die größte Wache des Landkreises entsteht im VS-Zentralbereich. Das sind die Hintergründe des Projekts.
Der Zentralbereich mausert sich immer mehr zum Zentrum für Medizin und Rettung – dafür sorgt nun auch ein großes Neubauprojekt des Deutschen Roten Kreuzes. Denn an der Albert-Schweitzer-Straße soll noch im Laufe des Jahres die größte Wache des Landkreises entstehen. Dass sie genau dort entsteht, hat gleich mehrere Gründe.
Das erklärt Stephan Niggemeier, DRK-Kreisgeschäftsführer und damit auch verantwortlich für die DRK-Rettungsdienst Schwarzwald-Baar gGmbH, die als Bauträger des millionenschweren Vorhabens fungiert. Der Neubau soll nicht nur als großer Standort für den Krankentransport des DRK dienen, sondern auch zentrale Lagermöglichkeiten bieten.
Ausschlaggebend für die Entscheidung, eine eigene Wache für den Krankentransport zu realisieren, sind die bisherigen Gegebenheiten. Die rund 15 Krankentransportfahrzeuge sind derzeit auf die DRK-Rettungswachen in Villingen und Schwenningen verteilt. Zudem habe man weitere Garagen anmieten müssen. Denn der Platz in den Wachen ist, auch aufgrund der alten Gebäudestruktur, begrenzt. Das gilt nicht nur mit Blick auf die Stellflächen, sondern auch für die Sozialräume.
„Es war deshalb zunächst die Frage, ob wir an den bestehenden Standorten erweitern oder ob wir den Krankentransport von der Notfallrettung loslösen“, so Niggemeier. Zweiteres sollte es schließlich werden – und das möglichst im Zentralbereich der Doppelstadt. „Das ist für uns nicht nur verkehrstechnisch geschickt, sondern soll auch symbolisch für das Zusammenwachsen der Stadt stehen“, erklärt der Kreisgeschäftsführer.
Feuerwehrzentrum und Klinikum in der Nähe
Dank der Unterstützung der Stadt fand das DRK schließlich im Gewerbegebiet Spitals Dreißig Jauchert eine geeignete Fläche an der Albert-Schweitzer-Straße – und damit in unmittelbarer Umgebung zum Schwarzwald-Baar-Klinikum. So spielt das Krankenhaus für den Krankentransport eine wichtige Rolle. Gleichzeitig siedelt sich in direkter Umgebung auch die Feuerwehr mit ihrem Ausbildungs- und Logistikzentrum an. Nachbar wird mit dem VIAS zudem der Standort des DRK-Simulationszentrums.
Der Villinger Architekt Joachim Müller ist mit dem Entwurf für den zukunftsträchtigen Bau betraut worden. Die Rahmenbedingungen sind klar: Auf dem rund 4200 Quadratmeter großen Grundstück entsteht eine Nutzfläche von fast 2000 Quadratmetern. Genug Platz für 20 Stellplätze, Sozialräume, ein zentrales Medizinproduktelager sowie ein Wäschelager für den gesamten Rettungsdienstbereich. Auch Ersatzfahrzeuge für den Rettungsdienst können dort untergebracht werden.
Mehr Platz in den Rettungswachen
So soll in den Rettungswachen in Schwenningen und Villingen Platz geschaffen werden, um die Notfallrettung möglicherweise zu erweitern und weitere Rettungswagen bereitzustellen. Dabei handle es sich zwar um eine Perspektivplanung, wie Niggemeier betont, rechtliche Vorgaben hinsichtlich der Hilfsfristen könnten aber ein Nachjustieren erforderlich machen.
Die Stadt ist nach Angaben des Kreisgeschäftsführers derzeit dabei, die Kaufverträge zu erstellen; das soll noch in diesem Jahr abgehakt werden. Gleichzeitig ist das Baugesuch gestellt – die Hoffnung ist groß, dass nach dem Winter mit dem Bau begonnen werden kann. Wenn alles gut läuft, sollen im Sommer 2027 die ersten Krankentransportwagen vom dortigen Hof fahren.
DRK möchte in diesen Zeiten „mutig investieren“
Die Investition in die Zukunft ist dem DRK 4,5 Millionen Euro wert, die von der Rettungsorganisation ohne Förderungen komplett selbst gestemmt werden. „Angesichts der gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen haben wir uns natürlich die Frage gestellt, ob dies der richtige Zeitpunkt ist“, erklärt Niggemeier. Insbesondere weil auch das DRK-Vorstandsteam hinter dem Weg und dem Projekt steht, habe man sich dazu entschieden, „mutig zu investieren“. Denn der Neubau und die strukturellen Verbesserungen würden perspektivisch Sinn machen, zudem wolle man den Mitarbeitern bestmögliche Rahmenbedingungen bieten.
Unabhängig davon hat der DRK-Rettungsdienst nach Angaben des Kreisgeschäftsführers, der vor viereinhalb Jahren das Ruder übernommen hat, in den vergangenen Jahren den kompletten Fuhrpark erneuert. Einzig die teils schwierige Verfügbarkeit seitens der Hersteller habe für Verzögerungen gesorgt. Insgesamt sieht Niggemeier den DRK-Rettungsdienst für die Zukunft gut aufgestellt – der Neubau der Krankentransportwache in VS sowie einer Rettungswache in Bad Dürrheim bilden hierfür wichtige Meilensteine, wie der Geschäftsführer betont.
Weitere Investitionen
Neubau Bad Dürrheim
Das Deutsche Rote Kreuz baut in Bad Dürrheim eine neue Rettungswache. Grund sind nicht mehr zeitgemäße Räumlichkeiten am bisherigen Standort. Entstehen soll der Neubau in der Salinenstraße nahe der Feuerwehr. Das Projekt kostet rund zwei Millionen Euro, wird überwiegend vom Land gefördert und soll bereits im Frühjahr 2027 den Betrieb aufnehmen.