Katharina Haas gibt in jüngster Sitzung Auskunft zur laufenden Sanierung der Stammheimer Gemeindehalle. Foto: Jana Heer

Seit Jahren ist die Sanierung der Stammheimer Gemeindehalle Thema. Dabei waren die Kosten immer ein kritischer Punkt. Noch in diesem Jahr soll es zur Projektübergabe kommen.

Im September soll die Gemeindehalle in Stammheim wieder in Betrieb genommen werden. Nach mehr als 50 Jahren war eine Generalsanierung der Halle auch wirklich notwendig, denn die Zeit ging nicht spurlos an dem Gebäude vorbei.

 

Dabei war zu Beginn der Projektplanung nicht klar, ob die Kosten überhaupt gestemmt werden können.

Finanzierung war Problem

Bereits im September 2022 hatte der Gemeinderat die Abgabe einer Projektskizze für das BundesprogrammSanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ zur Förderung der Sanierung beschlossen.

Trotz einer Zuwendung in Höhe von 3 555 000 Millionen Euro schien eine Umsetzung zunächst nicht möglich. Denn in einer Machbarkeitsstudie wurden Kosten in Höhe von rund 11,5 Millionen Euro ermittelt. Selbst mit Förderung waren diese im Haushalt nicht darstellbar.

Einsparmaßnahmen und Generalübernehmer

Das Projekt aufgeben, wollte man aber auch nicht – so wurden die Kosten mittels verschiedener Einsparmaßnahmen auf neun Millionen Euro gedeckelt. Um die Risiken hinsichtlich der Kosten überschaubar zu halten, entschied sich der Gemeinderat im vergangenen Jahr für die Beauftragung eines Generalübernehmers mit Globalpauschalvertrag.

Auch wenn es ein gewisses Restrisiko für zusätzliche Kosten gibt, ist das Risiko geringer, da der Kostenrahmen und die dafür erbrachte Leistung fix ist, während etwaige Mehrkosten in Teilen von der Firma getragen werden. Im Großen und Ganzen ermöglicht das Verfahren eine Abwicklung mit weniger Aufwand.

Ende Januar 2025 wurde dann auch die Firma Goldbeck Süd GmbH zu einem Pauschalpreis von 8,33 Millionen Euro beauftragt.

Fokus auf nachhaltigem Bau

Bei dem Bauwerk aus den 1970er-Jahren müssen Förderrichtlinien beachtet werden. Diese beziehen sich auf Barrierefreiheit, kommende Naturgefahren wie Hitzesommer und Blitzschutz, sowie nachhaltiges Bauen, erklärt Katharina Haas von der KVL, dem Generalübernehmer (GÜ), im jüngsten Bauausschuss.

Insbesondere beim Thema Nachhaltigkeit galt es einiges zu stemmen. So sollte der Neubau auf EG 40 und der Bestandsbau auf EG 70 gebracht werden. Auch eine PV-Anlage soll auf dem Dach verbaut werden.

Wenig Verzögerung

Und seit dem Baustart im Juli, beziehungsweise mit wenigen Tagen Verzögerung Anfang August 2025, hat sich einiges getan. Nach den Entfernungs- und Abbrucharbeiten konnten die Baukonstruktionsarbeiten am Rohbau starten, führt Haas aus. Auch die Innenausbaumaßnahmen und der Trockenbau schreiten weiter voran.

Fortschritte bei Sanierung

In einer endlos wirkenden Liste zählt sie die Arbeiten auf, die bereits vollendet sind. Beispielsweise hat die Bestandshalle eine Fensterreihe erhalten und der Anbau ist nicht mehr ein-, sondern zweistöckig.

Aktuell würde unter anderem noch an der Holzverkleidung der Halle gearbeitet werden. Auch die Dacharbeiten auf dem Anbau Nord müssen noch restlich ausgeführt werden.

Haas zeigt sich zuversichtlich, dass die Halle im September zum neuen Schuljahr übergeben werden kann. „Es läuft wirklich sehr gut.“

Im August könnten die ersten Begehungen und Abnahmen stattfinden.

Anschließend Probebetrieb

Nach der Übergabe würde die Halle von September bis Anfang Dezember in den Probebetrieb gehen. Grund dafür ist die „relativ komplexe neue Lüftungsanlage“, erklärt Haas. Dadurch, dass es sich bei dem Gebäude nicht nur um eine Sport-, sondern um eine Mehrzweckhalle handelt, müssen die Lüftungs- sowie die gesamten haustechnischen Anlagen verschiedene Nutzungen abdecken können. In den zwölf Wochen würden alle möglichen Szenarien – Schulbetrieb, Sportvereinsnutzung, Halloweenparty – einmal gefahren werden, um zu prüfen, ob alles funktioniert.

Kosten bleiben im Rahmen

Auch mit Blick auf die Kosten bleibt Haas positiv. „Mehr- und Minderkosten halten sich die Waage.“ Im schlimmsten Fall kämen 60 000 Euro Kosten dazu – Grund sei mitunter der Ausbau eines Öltanks und der schlechte Zustand der Unterkonstruktion des Garagendachs.

Für alle kleineren und größeren Probleme sei eine Lösung gefunden worden.

Puffer könnte in Möblierung investiert werden

Die zu erwartenden Kosten lägen nun bei 8,85 Millionen Euro. Somit bleibt zu den angesetzten neun Millionen Euro noch immer ein Puffer von 150 000 Euro, so Haas zufrieden.

Oberbürgermeister Florian Kling merkt an, dass man diese in neue Möblierung, also Tische und Stühle, investieren könnte. Denn aufgrund ihres schlechten Zustandes wurden diese entsorgt.