Aus wirtschaftlichen und technischen Gründen wurde das Nahwärmekonzept in Bad Imnau nun für gescheitert erklärt und die vor einem Jahr gegründete Initiativgruppe aufgelöst.
Die Kosten und Risiken waren zu groß, die Gründung einer Genossenschaft gescheitert und ein möglicher Investor zog sich zurück – kurzum: Nach drei Projektjahren wurde das Bad Imnauer Nahwärmekonzept für gescheitert erklärt.
In der ersten Sitzung des Ortschaftsrates nach der Sommerpause informierte Ortsvorsteher Robert Wenz die Ratsmitglieder, dass die vor einem Jahr gegründete Initiativgruppe keine weiteren Anstrengungen diesbezüglich mehr unternehmen wird.
Das Interesse in Bad Imnau an dem Nahwärmekonzept war groß
Dabei hat alles sehr positiv für einen möglichen Bau eines Nahversorgungs-Netzes mit Unterstützung der Gemeinde und der Energieagentur Zollernalb mit guten Voraussetzungen begonnen.
Das Interesse der Bevölkerung waren nach der Auftaktveranstaltung 2022 sehr positiv. Mit den Großkunden Imnauer Mineralquellen und der Gemeinde sowie weiteren kleineren Betrieben wurden rund 50 Prozent der Abnehmer fix gemacht. Zudem wurde die erforderliche Anzahl der 220 möglichen Haushalte nach einer Umfrage erreicht.
Auch nach mehreren Aufrufen kam kein Vorstand für die Genossenschaft zustande
Unter diesen Gesichtspunkten wurde im Sommer 2024 beschlossen, eine Initiativgruppe zu gründen. Diese hatte die schwierige Aufgabe, eine mögliche Betreibergenossenschaft und die Finanzierung einer Machbarkeitsstudie zu prüfen.
Wenz zufolge wurden für eine Energie-Genossenschaft hierzu im Winter 2024 nach mehreren Aufrufen keine Vorstandsmitglieder gefunden. Auch die Finanzierung einer weiteren Machbarkeitsstudie zwischen 50 000 und 70 000 Euro an Kosten, mit einer möglichen Zusammenarbeit der Bioenergie Bittelbronn, scheiterte.
Nahwärme-Ausbau nach Dichte der Interessenten wurde in Aussicht gestellt
Danach holte Matthias Schlagenhauf von der Energieagentur Zollernalb mit der Firma GP Joule aus Geislingen/Steige einen möglichen Investor ins Boot. Dieser prüfte die bisherigen Daten und stellte den möglichen Ausbau des Nahwärmenetzes nach Dichte der Interessenten, diversen Kostenmodellen und der Mitfinanzierung des Hauptabnehmers – der Imnauer Mineralquellen – mit einem Millionenbetrag in Aussicht.
Beim nächsten Treffen wurden seitens der Stadt Haigerloch jedoch Bedenken geäußert, ob die geplante Wärmemenge nach der Schließung des Hallenbades noch benötigt wird.
Ohne die Großkunden nahm auch der Investor Abstand von dem Projekt
Geschäftsführer Jochen Ketterer von den Imnauer Mineralquellen betonte, dass die heute benötigte Wärmemenge in zehn Jahren sinken könnte, da der PET-Anteil gegenüber der Glasflasche aktuell wieder steige. Auch kann momentan in der hart umkämpften Mineralwasserbranche niemand sagen, wo die Reise hingeht.
Zudem konnte vom Investor nicht garantiert werden, ob das Nahwärmenetz die benötigten Temperaturen mit über 100 Grad Celsius Wassertemperatur zur Reinigung der Glasflaschen garantieren kann. Darüber hinaus kostet die zusätzliche Erwärmung des Brauchwassers hierfür immer noch eine große Summe.
Aus den genannten Gründen, den Risikofaktoren und der Planungsunsicherheit ist die Nahwärme für die Imnauer Mineralquellen derzeit nicht mehr interessant. Dazu erklärte die Firma GP Joule, ohne die beiden Großkunden ebenfalls Abstand von diesem Zukunftsprojekt zu nehmen. Die Wirtschaftlichkeit ist dadurch nicht mehr gegeben; die Initiativgruppe wurde nach den öffentlichen Erklärungen aufgelöst.