Gute Nachrichten für die Ortenauer: Das E-Werk Mittelbaden senkt in der Grundversorgung seine Preise. Der Energieversorger ist damit nicht alleine.
Der russische Angriffskrieg in der Ukraine hat in den vergangenen Jahren die Energiepreise in die Höhe getrieben – auch in der Region. Allerdings nicht überall in gleichem Maße, denn Stromkosten sind abhängig vom Wohnort. Im Vergleich zwischen 2024 und 2025 haben sich in Baden-Württemberg die Preise regional teilweise sehr unterschiedlich entwickelt. Dem Verbraucheratlas des Vergleichsportals Verivox (Stichtage 15. August 2024 und 15. August 2025) zufolge mussten Verbraucher in der Ortenau verhältnismäßig große Preissprünge in Kauf nehmen.
Lahr (Plus 7,6 Prozent) und Offenburg (8,2 Prozent) gehörten demnach zu den Städten in Baden-Württemberg mit den stärksten Preisanstiegen bei einem Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden. „Das E-Werk Mittelbaden hat seine Preise in der Grundversorgung seit 1. Juli 2023 nicht verändert. Zum 1. Januar 2026 werden die Preise gesenkt. Folglich kann sich die Aussage von Verivox nur auf Wettbewerber und deren Preise beziehen“, teilt der regionale Energieversorger auf Anfrage unserer Redaktion mit. Verivox hat eigenen Angaben zufolge sowohl die „Preise der regionalen Grundversorger als auch die der günstigsten überregionalen Anbieter berücksichtigt“.
Die Grundversorgung ist dabei Sache des E-Werks, seit fast zweieinhalb Jahren hat der Energieversorger seine Preise in der Grundversorgung eigenen Angaben zufolge nicht mehr verändert. Seit dem 1. Juli 2023 zahlen Kunden in der Grundversorgung 39,79 Cent pro Kilowattstunde, dazu kommen monatlich 14,53 Euro Grundpreis. Bis jetzt.
Knapp 2,50 Cent weniger pro Kilowattstunde
Zum Jahreswechsel wird das Unternehmen mit Hauptsitz in Lahr nun seine Preise ändern – zu Gunsten seiner Kunden. Das teilte das E-Werk auf Anfrage mit. Demnach kostet ab dem 1. Januar 2026 die Kilowattstunde 37,22 Cent und damit rund 2,50 Cent weniger als bisher. Dafür steigt der monatliche Grundpreis an – auf dann 16,03 Euro. Ein Haushalt, der 2500 Kilowattstunden pro Jahr verbraucht, zahlt somit laut Beispielrechnung des E-Werks jährlich etwa 50 Euro weniger (1120 statt 1170 Euro) für seinen Strom in der Grundversorgung.
Von genau diesen Zahlen wird ab dem 1. Januar rund die Hälfte der E-Werk-Kunden betroffen sein. Denn laut Angaben des Unternehmens ist etwa jeder zweite Kunde innerhalb der Grundversorgung. Außerhalb dieser bietet das E-Werk mehrere andere Tarife, die teilweise pro Jahr mehrere Hundert Euro günstiger sind als die der Grundversorgung. „Bei Sondertarifen geben wir zum Jahreswechsel die sich verändernden Netzentgelte, Steuern sowie gesetzliche Umlagen und Abgaben automatisch und direkt an unsere Kunden weiter. Vertraglich vereinbarte Konditionen variieren je nach Vertragslaufzeit und Preisgarantie unterjährig“, so das Unternehmen.
Der Verbrauchspreis des Stroms setzt sich aus drei Faktoren zusammen
Als Gründe für die niedrigeren Preise ab dem 1. Januar nennt der regionale Energieversorger zwei Faktoren. „Wir gehen von sinkenden Netzentgelten zum Jahreswechsel aus. Gekoppelt mit leicht sinkenden Energiebeschaffungskosten werden die Preise sinken“, so der Energieversorger. Der Verbrauchspreis des Unternehmens setzt sich demnach aus drei Faktoren zusammen: Beschaffung und Vertrieb (41 Prozent), Steuern und Abgaben (34 Prozent) sowie Netzentgelte, die ein Viertel des Preises ausmachen.
Auch die EnBW senkt die Preise
Das Unternehmen aus Lahr ist dabei nicht der einzige Energieversorger, der seine Preise zum Jahreswechsel senkt. So kündigte etwa die EnBW an, die Preise in der Grund- und Ersatzversorgung beim Haushaltsstrom, Wärmestrom und bei Gas deutlich um bis zu 14 Prozent“ zu senken.
Etwa auf dem Niveau von vor dem Krieg
Laut EnBW seien die Strompreise aktuell wieder in etwa „auf dem Niveau des Frühjahrs 2022 angekommen, als die Energiepreise bedingt durch den Beginn des Ukraine-Kriegs in die Höhe schossen“. Zudem führe der von der Bundesregierung für 2026 angekündigte Zuschuss für die Stromnetze zu einer Entlastung bei den Netznutzungsentgelten, heißt es von der EnBW.
Senkung der Stromsteuer verlängert
Der deutsche Bundestag hat am Donnerstagabend die Verlängerung der gesenkten Stromsteuer für rund 600 000 Unternehmen beschlossen. Der verabschiedete Gesetzentwurf gilt für das produzierende Gewerbe sowie die Land- und Forstwirtschaft, nicht jedoch für Privathaushalte. Zudem wurde vom Parlament ein Milliardenzuschuss für die Betreiber von Stromnetzen beschlossen. Dadurch sollen für Unternehmen und Privatleute die Netzentgelte sinken.