In der Grundschule Orschweier wird sich einiges ändern. Foto: Decoux

Die Einführung des neuen Modells für beide Schulen ist ein Kraftakt für die Verwaltung, der zugleich höhere Kosten bedeutet – für die Eltern wie für die Stadt.

Was Tanja Kopp von der Stadtverwaltung am Dienstag dem Ortschaftsrat Orschweier als Konzept für die Ganztagesbetreuung für Grundschulkinder und Schüler der Grundstufe an der Förderschule vorstellte, war umfangreich und ließ erahnen, wie viele Stunden mit Verantwortlichen an Schulen und in der Verwaltung in Konferenzen zugebracht wurden. Ein Überblick.

 

Das Betreuungsangebot: Bereits im Mai 2025 hatten sich Ortschaftsrat und Gemeinderat dafür ausgesprochen, den Rechtsanspruch auf Betreuung von Grundschulkindern kommunal zu organisieren – also nicht die verpflichtende Ganztagsschule einzuführen. Als Ziel war zudem ausgegeben worden, mit dem Betreuungskonzept den Grundschulstandort Orschweier als Außenstelle der Grundschule Mahlberg zu stärken. Dort wird eine erste und zweite Grundschulklasse unterrichtet. Überdies soll die Betreuung gemeinsam mit der Grundstufe der Förderschule organisiert werden.

In der Umsetzung soll nun während der Schulzeit das Betreuungsangebot an der Grundschule Mahlberg wie bisher fortgesetzt werden. Am Schulstandort Orschweier wird es ab dem Schuljahr 2026/27 ein Betreuungsangebot (Betreuung erste und sechste Stunde, Mittagessen und Hausaufgaben) für alle Grundschulklassen geben. Dort wird das Angebot also nicht stufenweise eingeführt, so wie es der Gesetzgeber vorsieht, sondern dieses gleich allen Grundschülern gemacht. Das gilt ebenso für die Grundstufe der Förderschule. Nach einer Elternbefragung werden 15 Kinder das Betreuungsangebot nutzen.

Für die Ferienzeit hat sich die Stadt am Schulstandort Orschweier eine stufenweise Einführung der Ganztagesbetreuung von acht Stunden vorgenommen. Sie wird demnach ab den Herbstferien 2026 zunächst nur die erste Klassenstufe an Grundschule und Förderschule bedienen. Im folgenden Schuljahr dann erste und zweite Klasse. Eine Ausnahmeregelung gibt es für Geschwisterkinder. In den Sommerferien wird an der Grundschule Mahlberg das bestehende Betreuungsangebot für alle Grundschulkinder von drei Wochen beibehalten. Es soll allerdings von sechseinhalb auf acht Stunden pro Tag ausgebaut werden. Die Ferienbetreuung soll grundsätzlich zentral in Mahlberg angeboten werden.

Der Personalaufwand: Grundsätzlich geht die Verwaltung davon aus, dass durch die Umsetzung ein Mehrbedarf an Personal von 2,7 Vollzeitstellen entstehe. Errechnet wird dieser mit zusätzlichen Stunden für Reinigung am Schulstandort Mahlberg, für eine Küchenkraft in Orschweier sowie zusätzlich anfallende Arbeitszeit in den Schulsekretariaten und für zusätzliches Betreuungspersonal für die Ferienbetreuung. Den Personalbedarf will die Stadt auch etwa durch das Angebot einer FSJ-Stelle decken. Nur rund 45 Prozent der zusätzlich entstehenden Personalkosten werden durch Elternbeiträge gedeckt werden können, weshalb die Verwaltung schon für die erste Stufe der Umsetzung mit einem Zuschussbedarf aus der Stadtkasse von rund 160 000 Euro rechnet.

Die Elternbeiträge: Laut Verwaltung werden Eltern für die Betreuung der Grundschulkinder vom Schuljahr 2026/27 an für die sogenannte verlässliche Grundschule (Betreuung in der ersten oder sechsten Stunden oder in beiden Randstunden) 50 Euro im Monat, für die Betreuung am Mittagstisch 40 Euro im Monat, für das Mittagessen 4,55 Euro pro Essen sowie für die Hausaufgabenbetreuung 48 Euro im Monat berappen müssen. Die Ferienbetreuung soll für 90 Euro in der Woche angeboten werden. Neu ist, dass Eltern für die Betreuung zur Mittagessenszeit (12.35 bis 14 Uhr) künftig bezahlen müssen. Die Betreuung war bisher im Preis fürs Mittagessen enthalten. Außerdem soll künftig die Anmeldung für ein Betreuungsmodul verbindlich für ein Schulhalbjahr sein. Kopp: „Tägliche Absagen etwa weil das Kind beim Mittagessen Brokkoli nicht mag wird es nicht mehr geben können. Davon ausgenommen ist natürlich der Krankheitsfall.“

Info – So geht es weiter

Das Konzept soll am heutigen Donnerstag vom Mahlberger Gemeinderat beschlossen werden. Sitzungsbeginn ist um 19 Uhr im Bürgersaal im Rathaus.