Aktuelle Daten aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis geben Einblick in die Verbreitung der koronaren Herzkrankheit und zeigen, warum Vorsorge eine zentrale Rolle spielt.
Die koronare Herzkrankheit zählt in den Industrieländern zu den häufigsten Todesursachen. Im Schwarzwald-Baar-Kreis waren im Jahr 2024 rund 5,1 Prozent aller AOK-Versicherten wegen dieser Erkrankung in ärztlicher Behandlung – rund 5370 Menschen.
Männer leiden häufiger unter der koronaren Herzkrankheit als Frauen. In der Region ist die Zahl der Erkrankten zwischen 2020 und 2024 im Schnitt um 0,42 Prozent pro Jahr gesunken. Dieser Trend zeigt sich auch bei den AOK-Versicherten in ganz Baden-Württemberg: Der Rückgang im Land betrug durchschnittlich 0,37 Prozent pro Jahr.
Bei der koronaren Herzkrankheit sind die Herzkranzgefäße durch Ablagerungen verengt. Diese Verengungen können zu einer Unterversorgung des Herzens mit Sauerstoff bis hin zu einem Herzinfarkt führen.
„In mehr als der Hälfte der Fälle äußert sich eine koronare Herzkrankheit zunächst als Angina pectoris, für die Schmerzen hinter dem Brustbein, die durch körperliche oder psychische Belastung ausgelöst werden, typisch sind“, erläutert Ariane Chaudhuri, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg.
Die Hauptrisikofaktoren
Zu den Hauptrisikofaktoren für die Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen zählen unter anderem Tabakkonsum, körperliche Inaktivität, Übergewicht und Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck. „Diese Faktoren können in Kombination miteinander und auch im Zusammenspiel mit weiteren Risiken wie zum Beispiel der genetischen Veranlagung und Stress dazu führen, dass sich Ablagerungen an den Wänden der Blutgefäße bilden“, so die Ärztin.
Wesentliche Bausteine zur Senkung des Risikos für Herz-Kreislauferkrankungen sind eine fettarme und ballaststoffreiche Ernährung sowie regelmäßige und ausreichende körperliche Bewegung. „Zur Vorbeugung können zudem Nichtrauchen, Normalisierung des Körpergewichts, Stressbewältigung und Entspannung sowie regelmäßige Grippeimpfungen beitragen“, so Chaudhuri.
Präventionsprogramme
Mit Blick auf die anstehende Landtagswahl betont Harald Rettenmaier, Geschäftsführer der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg, die Wichtigkeit effektiver Präventionsprogramme: „Prävention und Gesundheitsförderung müssen stärker in den öffentlichen Fokus rücken und als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden. Sie müssen dort ansetzen, wo Menschen leben, lernen und arbeiten.“
Dazu gehören die Förderung von Wissen über gesunde Ernährung sowie strukturelle Maßnahmen. „Andere Länder gehen hier mit gutem Beispiel voran – beispielsweise mit einer verpflichtenden sichtbaren Lebensmittelkennzeichnung oder einer Besteuerung stark gezuckerter Lebensmittel“, so Rettenmaier.
Wer gesetzlich krankenversichert ist, hat ab dem 35. Lebensjahr alle drei Jahre Anspruch auf einen Gesundheits-Checkup in der Hausarztpraxis, der dazu dienen soll, Anzeichen für häufige Erkrankungen wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen frühzeitig zu entdecken.
Positive Auswirkungen
Dazu wird unter anderem auch eine Blutprobe entnommen, die im Labor zum Beispiel auf den Cholesterin- und Zuckergehalt untersucht wird. Das Haus- und FacharztProgramm der AOK Baden-Württemberg bietet insbesondere chronisch kranken Menschen eine intensivere und besser koordinierte Versorgung mit positiven Auswirkungen auf die Gesundheit.
So zeigt auch die jüngste Evaluation durch die Universität Frankfurt und das Universitätsklinikum Heidelberg, dass es bei Teilnehmenden an Haus- und FacharztProgramm seltener zu potenziell vermeidbaren Krankenhausaufnahmen kommt und bei chronisch kranken Menschen seltener schwerwiegende Komplikationen auftreten.