Salmendingen trifft das Wirtschaftssterben mit voller Wucht. Vereine wüssten im Zuge der Hallenerneuerung eine Lösung. Doch die muss erst geprüft werden.
Publikumsandrang in der jüngsten Sitzung des Salmendinger Ortschaftsrates. Auf der Tagesordnung stand das Thema Sanierung Kornbühlhalle. Angekündigt hatten sich aus dem städtischen Rathaus Bürgermeister Davide Licht, Katja Reck, Fachbereichsleiterin Zentrale Dienste, und Timo Fischer, Sachbearbeiter Bautechnik. Sie standen den Zuhörerinnen und Zuhörern für Fragen zur Verfügung.
Es wurde dann auch tatsächlich viel gefragt. Die Kornbühlhalle als die „gute Stube“ des Dorfes liegt den Salmendingern am Herzen. So ging es zunächst um die Sanierung, bis erst später das Problem angesprochen wurde, dass es in Salmendingen bald an einem geeigneten Raum für Hauptversammlungen oder Familienfeiern fehlt.
Kornbühlhalle Sitz mehrere Vereine
Wie weit sind die Baumaßnahmen an und in der Halle fortgeschritten, wollte man erfahren. Welche weiteren Schritte sind geplant? Vor allem aber: Wann sind die Arbeiten abgeschlossen? Hoffentlich schnellstmöglich. Die Kornbühlhalle ist nicht nur Ort von Veranstaltungen, sondern auch Sitz mehrerer Vereine, die, wie etwa die Kornbühlmusikanten, derzeit auswärts in Melchingen proben müssen – hieß es aus den Zuschauerreihen im Sitzungssaal des Salmendinger Rathauses.
607 000 Euro Fördermittel Weitere Frage: Hätte die Sanierung nicht bereits vor dem Herbst beginnen können? Nein, lautete die Antwort des Bürgermeisters, erst zu dem Zeitpunkt wurden die Fördermittel aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) freigegeben. Bei einem vorzeitigen Start wären sie verfallen – und mithin das gesamte Projekt. Die Kosten für die Sanierung sind mit 2,5 Millionen Euro veranschlagt, die Unterstützung aus dem Programm beläuft sich in Höhe von 607 000 Euro.
„Nach der Vergabe geht es Schlag auf Schlag“
Sachstand: Die Dacharbeiten mit Installation der Halter für eine Fotovoltaik-Anlage sind weitgehend erledigt. Mit der Entkernung der Halle ist aktuell der Bauhof beschäftigt. Hier Eigenleistungen vonseiten fleißiger Helfer aus der Dorfgemeinschaft einzubringen, war aus rechtlich-technischen Gründen nicht möglich. Wie Timo Fischer weiter sagte, werden in nächsten Wochen die Gewerke für Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro und die PV-Anlage ausgeschrieben. „Nach der Vergabe geht es Schlag auf Schlag“, versprach der Bautechniker.
Die Fassade erhält eine komplette Dämmung nach modernstem Standard. Schall- und kälte-isoliert werden auch die neuen Türen und Fenster sein. In den Saal wird ein „Sport“-Boden eingezogen, die Böden der Hallenbühne und die in den Räumen des Obergeschosses bleiben dagegen aufgrund ihrer fortdauernden Qualität und Wertigkeiten erhalten.
Änderung in der Raumaufteilung
Für den oberen Bereich außerdem vorgesehen sind: Schallschutzdecken und – wie im ganzen Gebäude – neue Heizkörper, die von einer Wärmepumpe versorgt werden. Änderungen der Raumaufteilung sind vorerst im Bereich der Küche geplant. Die Einrichtung bleibt. „Eine neue würde um die 100 000 Euro kosten.“
Ein neuer Veranstaltungsraum? Was die Raumaufteilung betrifft. Ein etwaiges Anliegen hatten für das Obergeschoss schon weit im Vorfeld der Sitzung Vereine, Bürger und die Ortsverwaltung an das Bauamt herangetragen. Zwei der Räume, so die Idee, könnten zu einem zusammengefasst werden. Auf diese Weise entstünde ein kleinerer Saal, der sich für Versammlungen ebenso wie für private Feiern nutzen ließe.
Versammlungsraum ist keine Dauerlösung
Ortsvorsteher Marcel Heimann konkretisierte: „Wenn das ,Lamm’ in diesem Jahr schließt, haben wir in Salmendingen keine einzige Wirtschaft mehr, in der Hauptversammlungen, Geburtstage oder Kommunionen gefeiert werden können.“
Entgegenkommen der Feuerwehr Bisher, erläuterte er weiter, finden solche Veranstaltungen teilweise im Versammlungsraum des Feuerwehrhauses statt, nachdem ihn die Abteilung freundlicherweise zur Verfügung stellt. Doch das sei keine Dauerlösung, meinte der Ortsvorsteher.
Timo Fischer wollte dem Dorfchef keine allzu großen Hoffnungen machen. Eine solche Veränderung zu einer „Versammlungsstätte“ ziehe Schutzbestimmungen und bürokratischen Aufwand für die jeweiligen Veranstalter nach sich. Es sei fraglich, ob man das haben wolle.
Termin Anfang 2027 realistischer
Wird nochmals geprüft Ganz vom Tisch ist der Vorschlag jedoch nicht, man werde das Anliegen nochmals in Zusammenarbeit mit der Ortsverwaltung und den Vereinen prüfen, sagte Fischer zu.
Eröffnung steht nicht fest Zum Zeitpunkt, wann Salmendingen die Wiedereröffnung der Kornbühlhalle im großen Stil feiern kann, gab es keine verbindliche Aussage. Das hängt natürlich ab, wie schnell die beauftragten Firmen arbeiten. Ein Termin Anfang 2027 dürfte realistischer sein als Ende 2026.
Ein Verlust: Das „Lamm“ schließt im Juni