Auch im Gymnasium am Deutenberg in Schwenningen haben die Menschen in Villingen-Schwenningen ihr Wahlrecht genutzt. Foto: Marc Eich

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen sowohl im Wahlkreis als auch in der Stadt VS: Die Wähler setzen auf CDU, AfD und Grüne. Spitzenwerte gibt’s für einen neuen Landtagsabgeordneten.

Die Doppelstadt hat gewählt, und zwar erstmals mit zwei Stimmen bei einer Landtagswahl: Gemäß der Ergebnisse des Wahlkreises 54 kann der CDU-Kandidat und neuer Landtagsabgeordnete mit Direktmandat Andreas Braun auch in „Villingen-Schwenningen Stadt“ bei den Erststimmen die meisten Stimmen auf sich vereinigen.

 

Andreas Braun vorne

Er erzielt insgesamt 28,6 Prozent. In Rietheim etwa erhält der bisherige Unterkirnacher Bürgermeister sogar 41,6 Prozent.

Bei den Zweitstimmen legen die Christdemokraten gegenüber 2021 um 6,3 Prozent zu und erzielen mit 27,3 Prozent das beste Ergebnis für die Doppelstadt.

Auf dem zweiten Platz der Direktkandidaten liegt AfD-Mann Martin Rothweiler. In seiner Heimatstadt kann er 26,9 Prozent der Stimmen holen, im Villinger Wahlbezirk David-Fuchs-Haus im Schilterhäusle – dort, wo Rothweiler auch wohnt –, heimst er den Spitzenwert von 61,5 Prozent ein. Und auch in Schwenningen lassen die Zahlen aufhorchen: In der Friedensschule wählen den neuen Landtagsabgeordneten 45,8 Prozent.

Um ganze 12,7 Prozentpunkte kann die AfD gegenüber der letzten Landtagswahl, bei der Rothweiler auch schon kandidiert hatte, zulegen – holt bei den Zweitstimmen also mit 25,5 Prozent die meisten Gewinne, belegt bei den Zweitstimmen aber knapp den dritten Platz.

Landwirtin auf Platz drei

Martina Braun kann bei ihrer dritten Landtagskandidatur über die Landesliste der Grünen erneut in den Landtag einziehen – bei den Erststimmen liegt die Biobäuerin aus Furtwangen-Linach diesmal auch in Villingen-Schwenningen nur auf dem dritten Platz und bekommt 24 Prozentpunkte.

Hatten die Grünen bei der Landtagswahl 2021 mit 33,1 Prozent noch die Nase vorn, müssen sie in diesem Jahr Verluste von 6,4 Prozent hinnehmen und erhalten 26,6 Prozent – das ist bei den Zweitstimmen aber dennoch Platz zwei.

Schurr freut sich nicht

Mit 11,5 Prozent kann SPD-Kandidat Nicola Schurr mehr als doppelt so viele Erststimmen in seiner Heimatstadt einholen als seine Partei hier bei den Zweitstimmen bekommt: 5,7 Prozent wählen die Sozialdemokraten, das sind 5,1 Prozent weniger als 2021.

Im Villinger Wahlbezirk Karl-Brachat-Realschule etwa wählen Schurr sogar 14,8 Prozent, während auf die SPD per Zweitstimme nur 5,8 Prozent fallen.

Dennoch bringt Schurr, der schon 2021 bei den Landtagswahlen angetreten ist, das VS-Ergebnis über der 10-Prozent-Grenze nichts: Wiederum wird es nichts mit dem Einzug in den Stuttgarter Landtag.

FDP verliert am meisten

Dirk Eisenbiegler, der für den FDP-Landtagsabgeordneten und erneuten Kandidaten Frank Bonath nachgerückt war, kann mit 5,1 Prozent auch in der Doppelstadt nicht überzeugen. In allen Wahlbezirken liegt er knapp über oder unter der 5-Prozent-Hürde – wenngleich der Niedereschacher immerhin das Zweitstimmen-Ergebnis der Liberalen toppt: Nur 4,1 Prozent der Doppelstädter wählen die FDP, die mit Minus 8,2 Prozent den größten Verlust gegenüber der letzten Wahl hinnehmen muss.

Linke ähnlich wie 2021

Die wenigsten Erststimmen in Villingen-Schwenningen erhält Linken-Kandidatin Aynur Karlikli mit 3,9 Prozent, während 3,7 Prozent den Linken ihre Zweitstimme geben – mit einem Plus von 0,9 Prozent in etwa gleich wie 2021.

Wahlbeteiligung steigt

Erfreulich ist die Wahlbeteiligung in der Doppelstadt: Waren es vor fünf Jahren noch 56 Prozent, sind es diesmal 63,6 Prozent der wahlberechtigten Bürger, die per Urne oder Brief gewählt haben.