Die Reihe Con Boni, die gute Musik bieten und Gutes tun will, feiert das zehnjährige Bestehen. Kantor Andreas Mölder stellte das Jahresprogramm 2026 mit einigen Höhepunkten vor.
Ein neues Logo ziert den Flyer des Jahresprogramms Kirchenmusik des am 1. Januar zur neuen Kirchengemeinde Wiesental-Dreiländereck zusammengeführten Dekanats.
Das von Kantor Andreas Mölder vorgestellte Programm hat es in sich: Zum einen gibt es mit den Con Boni-Benefizkonzerten einen runden Geburtstag, zum anderen mit der zehnten Orgelnacht sogar ein Doppeljubiläum. Zudem wird eine neue Truhenorgel eingeweiht und ein weltberühmter Pariser Organist gastiert in St. Bonifatius.
Die Kirchenmusikreihe des vergangenen Jahres war mit 2000 Besuchern insgesamt sehr erfreulich besucht, wie Mölder berichtete. Kein Konzert hatte unter 100 Besuchern.
Was dieses Jahr auf dem Programm steht
Neun Con Boni-Konzerte und ein Orgelkonzert des Vereins „Freunde der Kirchenmusik“ stehen 2026 auf dem Plan. Als das „musikalische Highlight des Kirchenjahres“ sieht Mölder das Orgelrecital des Pariser Notre-Dame-Titularorganisten Olivier Latry am 15. April. Der berühmte französische Orgelvirtuose, einer der gefragtesten weltweit, wird nicht nur an der großen Jann-Orgel ein (neben Johann Sebastian Bach) typisch französisches Programm mit spätromantischen orgelsinfonischen Werken spielen, das gut auf das Lörracher Kircheninstrument passt. Er wird zudem die neu angeschaffte transportable Truhenorgel der Orgelbaufirma Meier aus dem schweizerischen Rheinfelden einweihen. Das Ganze wird per Video ins Kirchenschiff übertragen.
Neue Truhenorgel wird mehrfach erklingen
Die vielseitig einsetzbare, sechsregistrige Truhenorgel, die ihren Hauptstandort in St. Bonifatius haben wird, erweitert das Spektrum nach Worten von Mölder enorm. Als „adäquates Instrument“ wird sie bei sechs Nachfolgekonzerten zum Einsatz kommen. Sie bereichere das musikalische Leben in Lörrach und besonders bei musikalisch gestalteten Gottesdiensten - gerade aus der Sicht der größer werdenden Kirchengemeinde.
Neujahrskonzert erklingt Ende Januar
Etwas spät, aber nicht zu spät steht am 31. Januar das Neujahrskonzert an. Zum wiederholten Mal mit der populären „Brasseria“, den ehemaligen Blechbläsern des Basler Festivalorchesters. Dieses Mal steht Jan Schultsz am Pult, der ein buntes und unterhaltsames Programm leiten wird, darunter die Polowetzer Tänze von Borodin und zwei mächtige Sätze aus Gustav Holsts „Planeten“-Suite.
Der Lörracher Trompeter Jochen Weiss wird wieder moderieren. Kantor Mölder hofft, dass die Kirche bei den 13 Bläsern mit Schlagwerk wieder voll wird, denn so oft höre man eine solche Besetzung nicht in dieser Qualität. Das verspricht einen virtuosen Bläsersound.
Aber auch sonst ist das Programm von großer Bandbreite. Fast jeden Monat gibt es ein Konzert, dieses Mal sogar im Dezember. Im Februar steht Kammermusik mit dem Streichquartett Vielsaitig und „edlen Werken aus der Romantik“ an; am 15. März werden die Grenzen der Musik etwas ausgelotet: Mit „De profundis - Aus der Tiefe“ werden bei einem Passionskonzert gregorianische Gesänge zeitgenössischer Musik gegenübergestellt.
Mit Martin Wistinghausen wird ein Sänger, ein Bassist, in diesem Soloprogramm mit Schlagwerk und Elektronik zu erleben sein. Auch von dem Lörracher Matthias Krüger kommt ein Werk zur Aufführung.
Mit dem Crescendo Barockensemble gastiert am 10. Mai die bekannte Weiler Musikerfamilie Leitherer mit jungen Musikern bei einem Barockkonzert rund um Telemann und Händel.
Orgelnacht von der Renaissance bis zum Jazz
Die Orgelnacht ist ein fester Bestandteil der Con Boni-Reihe. Bei der zehnten Ausgabe sind wieder „alte Bekannte“ dabei, die am 13. Juni zu einer musikalischen Reise von der Renaissance bis zum Jazz einladen. Dabei wird auch die Truhenorgel erstmals im Dialog erklingen. Der Spendenzweck ist hier die Refinanzierung des mobilen Instruments, das von den Freunden der Kirchenmusik in St. Bonifatius mitfinanziert wird.
Die „Orgelnacht“ verdient diesen Namen, denn sie dauert immer bis Mitternacht, und je nach Wetter wird im Bonifatiushaus oder im Garten durch das Gemeindeteam bewirtet.
Am 18. Juli folgt mit „A Gospel Celebration“ das Sommerkonzert mit einer Gospelmesse, ergänzt durch groovige Spirituals, aufgeführt von Mölders Chor Canto Allegro mit Bandbegleitung und anschließendem Sommerfest im Bonifatiusgarten.
„Der Sommer war groß“ heißt es nach der Sommerpause am 13. September bei einem spätsommerlichen Konzert mit Liedern, Lyrik und Musik zu Rainer Maria Rilkes 100. Todestag. Man wird hier erfahren, dass der Dichter Rilke auch viel Geistliches geschrieben hat („Stundenbuch“). Die Interpreten sind die Sängerin Veronika Lutz und die Sprecherin Dorothea Volland, an der Orgel Andreas Mölder.
Am 18. Oktober steht das Saxofon im Mittelpunkt bei einem Duoabend von Christian Segmehl und Mölder. An Allerheiligen will das Chorkonzert „Dona Nobis Pacem“ des Vocalensembles Breisgau, in dem Mölder selber mitsingt, ein Statement für den Frieden setzen.
Sonderkonzert im Dezember
Im Dezember gibt es normalerweise keine Con Boni-Konzerte, dieses Mal allerdings mit dem Bachschen Weihnachtsoratorium ein Sonderkonzert zum Doppeljubiläum mit dem Vocalensemble Cappella Leonis & friends und einem Barockorchester aus der Regio.
Einige der Con Boni-Konzerte, darunter das Weihnachtsoratorium, werden auch in Schopfheim aufgeführt. Alle Konzerte können bei freiem Eintritt besucht werden, um angemessene Spenden wird gebeten. Schließlich kommt die Hälfte der Kollekte wohltätigen Organisationen zugute, mit der anderen werden die Künstlergagen bezahlt. Wie Mölder berichtet, sind im vergangenen Jahr mehr als 10 800 Euro an Spenden zusammengekommen – das sei ein erfreuliches Ergebnis.
Das Jahresprogramm liegt in allen Kirchen des Dekanats aus. Es ist auch auf der neuen Homepage der Kirchengemeinde Wiesental-Dreiländereck zu finden: www.kath-w3.de