Konzert mit Jinhee Kim sowie Ben Reuter, Ricardo Cifuentes und Pavel Velov. Foto: Susanne Heinrich

Konzert im Würfelsaal mit Professorin Jinhee Kim und einigen ihrer Studierenden unter dem Motto „Persona“.

Ja, es ist was los an der Musikhochschule in Trossingen! Nachdem kürzlich der neue Professor für Trompete Matthias Kowalczyk samt Mitstreitern das Publikum im Konzertsaal der Hochschule mit brillanten Trompeten- und Orgeltönen begeistert hat, umhüllten aufs Feinste ausgearbeitete Gitarrentöne tags darauf die gebannt lauschende Hörerschaft im Würfelsaal der Volksbank Trossingen.

 

Professorin Jinhee Kim, seit einem Jahr in Trossingen tätig, wählte für das Konzert mit ihren Studenten Ben Reuter, Ricardo Cifuentes und Pavel Velov einen psychologischen Ansatz unter dem Motto „Persona“ gleich „Maske“, der die Studenten in eingespielten Interviews dazu aufforderte, sich mit ihrem eigentlichen Ich und dem Ich, das nach außen gezeigt wird, auseinanderzusetzen, verbunden mit der Musik und dem Dasein als Künstler auf der Bühne.

So konnten sich hier drei ganz unterschiedliche junge Künstlerpersönlichkeiten präsentieren, denen aber sofort die gemeinsame Prägung durch ihre hervorragende Professorin anzumerken war. Ihre Ruhe und Gelassenheit übertrug sich, das Zusammenspiel der Vier im ersten Stück funktionierte ohne großen Aufwand perfekt. Durchsichtig und filigran wuselten die Linien von J. S. Bachs Allegro aus dem Brandenburgischen Konzert Nr. 6 dahin, die Motive wanderten hin und her, alle Vier waren in dieser Bearbeitung von Jinhee Kim gleichwertige Partner.

Ganz andere Klänge erzeugte das Quartett in „Cuban Landscape with Rain“ und Los caminos del viento“ von Leo Brouwer (geb. 1939). Von zauberhaft klingenden Einzeltönen, den Regentropfen, bis zu wüst gerissenen Saiten, die dann auf das Griffbrett knallen, war alles dabei. Neue Spieltechniken waren auch gefragt in „Dopp“ von Arturo Fuentes (geb. 1975), hier konnten B. Reuter und R. Cifuentes zeigen, wie feinfühlig sie miteinander musizierten und welche feinen dynamischen Abstufungen sie hervorbringen konnten.

Zu dritt überzeugten die jungen Musiker mit den mal heiteren, mal melancholischen „Valses poéticos“ von Enrique Granados (1867-1916), sensibles Zusammenspiel gepaart mit technischem Können bereitete großen Hörgenuss. Für ihre Soloauftritte hatten sich die drei Studenten Stücke ausgesucht, die sie empfindsam und in quasi inniger Umarmung mir ihrem Instrument vortrugen. Der Applaus des Publikums war herzlich und langanhaltend, sodass das Viererensemble nicht umhinkam, eine Zugabe zu zu spielen, einen hinreißenden Tango von Astor Piazzolla (1921-1992). Nachdem dieser verklungen war, Vorstandsmitglied Stefan Kern seien Dank und seine Begeisterung ausgedrückt hatte und die Präsente überreicht waren, ergriff Vorstandsvorsitzender Michael Weisser das Wort.

Nach 16 Jahren Vis-á.vis: Klangkunst im Würfel war dies für ihn die letzte Veranstaltung an diesem Platz, er geht im Januar in den Ruhestand. Er prägte den Charakter dieser Veranstaltungsreihe entscheidend mit und wurde von Hochschulrektor Fischer als überaus feine, authentische Persönlichkeit gewürdigt. Doch es geht weiter, mit Jörg Gompper wurde ein neues Vorstandsmitglied präsentiert. und das Konzertprogramm für 2025 steht schon fest: Am 13.2.2025 wird eingeladen zu „Posaune pur“ mit Professor Kris Garfitt.